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#buchtipp: Wie Frauen Dada prägten

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Von links nach rechts: Wieland Herzfelde, Eva Grosz (1895–1960, bildende Künstlerin, Modell/Muse, Berlin Dada), George Grosz, Rudolf Schlichter, John Heartfield, 1922 © courtesy Scheidegger & Spiess

1916 fand in Zürich der erste Abend der Bewegung statt, die unter dem Namen Dada bekannt werden sollte. Dada war eine Revolte gegen künstlerische und gesellschaftliche Traditionen, die auf Ironie, Satire und Lachen beruhte. Es ging darum, Kunst subversiv in den Alltag mitzunehmen, als sozialen, gesellschaftskritischen Auftrag. Dada als Kabarett, Theater oder bildende Kunst zu beschreiben, greift jeweils zu kurz. Und leider, leider war „die Deutungsmacht über Dada vorwiegend männlich“ wie Ina Boesch im Vorwort ihrer neuen Publikation „DIE DADA – Wie Frauen Dada prägten“ trocken bemerkt. Viele der Dadaisten seien, trotz ihrer Rebellion gegen künstlerische und gesellschaftliche Konventionen, Patriarchen geblieben, etwa indem sie die Rolle und Bedeutung von Frauen in Dada verschwiegen oder kleiner machten, als sie war.

Dada wird 100

Ina Boesch hat in ihrem spannenden Buch ein bisher wenig bekanntes Kapitel der westeuropäischen Kunstgeschichte ans Licht gebracht, nämlich die Rolle der Dada-Frauen. Es liefert viele, teilweise kleinteilige Informationen – und Einblicke in interessante Biographien. Boesch kann jedenfalls zeigen, dass Frauen in Dada sehr wohl präsent waren, auch wenn bislang nur Hannah Höch (1889-1978), Sophie Taeuber-Arp (1889-1943) und Sonia Delaunay-Terk (1885-1979) als eigenständige Künstlerinnen bekannter sind.

Ina Boesch porträtiert Malerinnen, Literatinnen, Tänzerinnen, Musikerinnen, Verlegerinnen und Mäzeninnen, die in Dada aktiv waren oder die Bewegung gefördert haben. Sie lebten in  Zürich, Berlin, die Niederlande, Paris und New York – meist als Lesben, Jüdinnen, Emigrantinnen – am Rand der Gesellschaft. Das ermöglichte ihnen aber vergleichsweise mehr Möglichkeiten sich und ihre Werke zu zeigen, als der klassische Kunstbetrieb jener Zeit.

Im letzten Drittel des Buches stellen dann fünf weitere ExpertInnen die Malerin Angelika Hoerle (1899-1923), die Schriftstellerin Celine Arnauld (1895-1952) und die Performerin Elsa von Freytag-Loringhoven (1874-1927) in eigenen Artikeln vor.

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Ina Boesch (Hrsg.): DIE DADA. Wie Frauen Dada prägten, Verlag Scheidegger & Spiess, Zürich 2015, 164 Seiten, 29 EUR

Gleich nach der Sommerpause, am 26. September 2015 wird im Kunsthaus Stade eine Ausstellung zu Hannah Höch eröffnet.

Text: Bernd Hüttner

 

#Interview: 5 Fragen an ….. Harm Becker, Musikschule NeuePop

Harm Becker ist 1977 geboren und seit 1992 Vollblut-Musiker in diversen Bands, als DJ und Konzertveranstalter und betreibt seit 2005 eine Musikschule im Bremer Umland. Im letzten Jahr hat er zusammen mit Sebastian Hübschmann und Nils Neumann in der Friesenstraße auch noch die Musikschule Neue Pop gegründet. Harm möchte vor allem Spaß an Musik und Gesang vermitteln und bietet Unterricht in diversen Instrumenten aus dem Bereich Rock und Pop an. Es gibt auch einen Pop-Chor! Dem zweifachen Vater ist es wichtig, das Thema Musikunterricht neu zu denken, alte, eingestaubte Lehrmethoden über Bord zu werfen und durch neue innovative Wege eine zeitgemäße Musikschule zu schaffen und im Bremer Viertel zu etablieren. Altersgrenzen gibt es hier keine, jeder Mensch ist willkommen. Bernd hat ihm unsere 5 Fragen an … gestellt.

1. Warum Neue Pop?

Es war schon immer ein Traum in unserer alten Wirkungsstätte, dem Bremer Viertel, eine neuartige Musikschule zu eröffnen. Mit der Location in der Friesenstraße (ehemaliges Kriminaltheater) wurden jedoch alle Erwartungen übertroffen. Nach einer ausgiebigen Umbauphase haben wir hier nun unseren Kreativtempel geschaffen. Neue Pop will jedem Schüler möglichst unkonventionell die Hand reichen und ohne große Umwege zum persönlichen Wunschziel bringen. Egal ob Kind, Rentnerin, Anfänger, Könner, Punk, Popper oder Jazzer, jede und jeder soll sich hier zu Hause fühlen und musikalische Unterstützung finden.

Harm Becker, Vollblutmusiker und Betreiber der Neue Pop-Musikschule im Bremer Viertel. Foto: © Alexander Fanslau, Alexander Fanslau.de.

2. Wer arbeitet bei Neue Pop?

Wir haben ein buntes und internationales Team von freien Mitarbeitern, allesamt aus der Bremer Musik- und Künstlerszene. Die meisten spielen aktiv in Bands und Ensembles. Es gibt für jedes Genre eine(n) passende(n) Lehrer(in), so dass auch ausgefallene Wünsche berücksichtigt werden können.

3. Was magst du an Bremen (nicht)?

Bremen ist meine Geburtsstadt und hat mich insbesondere musikalisch sozialisiert, inspiriert und mobilisiert. Es gibt eine tolle aktive Musikszene, gerade im subkulturellen Sektor. Der DIY (Do It Yourself)-Spirit, der hier der Motor jeder kreativen Strömung ist, begleitet mich bis heute und hat mir das Selbstvertrauen gegeben, auf die eigene innere Stimme zu vertrauen und „einfach mal zu machen“.

Was mir jedoch oftmals missfällt, ist eine nicht selten ignorante Haltung der hanseatischen Musiker untereinander. Anstatt sich gegenseitig zu supporten, wird dem anderen oftmals nicht die Butter auf dem Brot gegönnt.

4. Stell dir vor, du hast 1 Million Euro zur Verfügung. Was würdest du damit in und für Bremen umsetzen?

Ich würde das Geld in vollausgestattete Proberäume stecken. Bremen muss die eigene Musikszene und den Nachwuchs mehr unterstützen und hat leider immer noch nicht verstanden, wie immens wichtig dieses kulturelle und kreative Gut ist.

Instrumente oder Gesang erlernen oder im Chor mitmachen – alles möglich in der Friesenstraße. Foto: ©  Alexander Fanslau, Alexander Fanslau.de.

5. Was tust du, bevor du abends das Licht im Bett ausmachst?

Da ich eine siebenjährige Tochter und einen 1 ½-jährigen Sohn habe, meistens schlafen bevor das Licht ausgeht!

Vielen Dank für das Interview, Harm.

 


Harm Becker ist 1977 geboren und seit 1992 als Musiker in diversen Bands aktiv (u.a. Schwarz Auf Weiss; Dogs On Catwalk). Er war viele Jahre als DJ und Konzertveranstalter unterwegs, gründete 2005 nach dem Studium der Kunst- und Kulturwissenschaften  2005 in Weyhe und Syke die Musikschule Rothaus und betreibt diese bis heute. Wer Interesse daran hat, beim Popchor mitzumachen, kann jederzeit einsteigen und eine kostenlose
Probeeinheit mitmachen. Vor der Sommerpause ginge das noch am 13.und am 20.6. ab 19:30Uhr. M
ehr Informationen zur einzigen Pop-Musikschule Bremens gibt es auf www.neuepop.de.

Fragen: Bernd Hüttner

 

#Ausstellung: Trau keinem über 30! Schule und Jugendkultur in Bremen 1960 bis 1975

Stolze 3 DM beträgt der Eintritt, als am 27. November 1967 Rudi Dutschke in der „Lila Eule“ auftritt. In der Ausstellung „Trau keinem über 30!“ ist nun das Einladungsflugblatt zu sehen. In der Ausstellung geht es erfreulicherweise auch sehr viel um Protest, aber vor allem um Schule und zwar aus der Sicht von SchülerInnen, LehrerInnen und der staatlichen Behörden. Eine Universität gibt es Ende der 1960er Jahre in Bremen ja noch nicht, nur eine kleine Pädagogische Hochschule, und so werden die SchülerInnen zum Motor des Aufbruchs.

Schülerzeitungen, Schulbücher, Illustrierte – so waren die 1960er

Die grundsätzlich chronologisch aufgebaute Ausstellung beginnt Anfang der 1960er Jahre mit dem sich immer ausbreitenden Pop und Rock. Auch in den späteren Phasen zeigen sich Musik und Lifestyle als der Humus der Jugendkulturen. Inhaltlich geht es Protest und Selbstbestimmung, Mode, Wohnen und Kommunikationsformen, Sexualkunde, Beatmusik und die Idole der 1960er Jahre. Hier funktioniert die Aura der Exponate: Schülerzeitungen, die oft verboten wurden, Schulbücher, die schon am Cover die Modernisierung erkennen lassen, Spielzeug, Illustrierte, …..

Erdkundeunterricht 1960. (Fotosammlung Schulmuseum Bremen)

Es ist verblüffend zu sehen, dass es 1967 schon Sprachlabore gibt, etwa in der Schule Helgolander Straße. Sie wirken wie Science Fiction, gerade wenn man sie neben das Foto des überalterten Kollegiums einer Schule legt, das nur wenige Jahre zuvor entstand – und wie aus der Kaiserzeit wirkt. Das damals uneingeschränkt sozialdemokratische Bremen modernisiert seinerzeit eh seine Infrastruktur, und reagiert damit auch auf den Protest. Aus der Revolte ist systemkonforme Mitbestimmung geworden, aus dem alten Schulsystem entstanden Gesamtschulen, bereits 1970 wird die erste eröffnet. Es entstehen die Lernfabriken, gegen die sich dann die Abneigung der No-Future-Generation und Punks einerseits und die eher romantische Kritik der Alternativbewegung der 1980er Jahre andererseits richten werden. Viele der damals Protestierenden werden selbst LehrerIn, wenn nicht sogar SchulleiterIn oder gar PolitikerIn. Größere Schülerprostete gibt es in Bremen erst wieder, als die bis heute andauernde neoliberale Sparpolitik beginnt.

Zeitsprung mit Schulprojekten: Jugendkultur vor 50 Jahren

Protest: Sit-In im Lehrerzimmer des Wirtschaftsgymnasiums, 1968. (Fotosammlung Staatsarchiv Bremen)

Integraler Teil der Ausstellung sind die Ergebnisse von über einem Dutzend Schulprojekten. Hier gingen SchülerInnen von heute in den Dialog mit dem Lebensgefühl (und der Protestkultur?) der Großeltern-Generation. Das Besondere daran ist, dass die Schulklassen selbstgewählte Themenschwerpunkte zu der Ausstellung zusammen mit dem Museum erarbeitet haben und kreativ präsentieren. In einem Schulhalbjahr sind auf der Basis vieler Zeitzeugengespräche und der Recherche historischer Quellen ganz unterschiedliche Präsentationen wie Filme, Podcasts oder Objektinszenierungen entstanden, die die Schulgeschichte von vor 50 Jahren lebendig werden lassen.

Hörsaal im Gymnasium Hamburger Straße 1963. (Fotosammlung Schulmuseum Bremen)

Die SchülerInnen in den Projekten, erhielten, wie jetzt alle BesucherInnen dieser sehr sehenswerten Ausstellung, ein alltagsnahes Bild über diesen Aspekt der langen „Achtundsechziger Jahre“. Ein weiterer Pluspunkt der Ausstellung ist, dass sie unaufgeregt die nervige Selbststilisierung der 68er vermeidet.

Also hingehen, ansehen, Buch dazu kaufen und lesen.

 

Noch bis zum 1. Juli 2018, Untere Rathaushalle Bremen, Täglich geöffnet von 11 bis 17 Uhr, donnerstags von 11 bis 20 Uhr, Eintritt frei.

Informationen zu den Filmen und Diskussionen des Begleitprogramms im Veranstaltungskalender, der hier als PDF verfügbar ist.

Begleitpublikation für günstige 14,90 EUR (160 Seiten, 167 Abb, Verlag Edition Falkenberg Bremen, ISBN 9783954941544)

Text: Bernd Hüttner

Beitragsbild: Demonstration gegen den Vietnamkrieg, Mai 1968 (Fotosammlung Staatsarchiv Bremen).

#wasgeht: Kultur-Tipps für Juni in Bremen und BHV

Wie jeden Monatsanfang stellen wir euch unsere höchstpersönlichen Lieblings-Kulturtipps und Veranstaltungen für Bremen und Bremerhaven vor. Los geht´s gleich am 2. Juni mit der Langen Nacht der Museen in Bremen und eine Woche später mit dem Pendent in der Seestadt, der Langen Nacht der Kultur. Außerdem haben wir Konzerttipps, eine Ausstellung und eine Lesung für euch. Bitte schön!

Lange Nacht der Museen (HB) und der Kultur (BHV)

2x Lange Nacht der Kultur im Land Bremen: Am 2.Juni öffnen 25 Bremer Museen in der City und Bremen Nord ihre Türen zwischen 18.00 und 1.00 Uhr früh unter dem Motto „Unbekannte Welten“– ganz klar mit Bezug zum Bremer Raumfahrtjahr „Sternstunden 2018“. Schon vorab gibt es die Eintrittsbänder im Vorverkauf, die während der Langen Nacht der Bremer Museen als Fahrscheine im Tarifgebiet 1 des VBN, in der historischen Straßenbahn und schon nachmittags für den kostenlosen Fähr-Service vom Martinianleger bis Vegesack gilt. Ab 24.00 Uhr klingt der Abend bei der Aftershow-Party in der Bar „Tau“ an der Weserburg aus. Veranstaltungsprogramm und Tickets gibt es für 12 Euro (ermäßigt 9 Euro) in allen teilnehmenden Kultureinrichtungen, in der Bremer Touristikzentrale und im Pressehaus des Weser-Kuriers. @lnbm bei Instagram.

Eine Woche später am 9. Juni 2018 lädt Bremerhaven von 15.00 bis 24.00 Uhr zu ihrer Langen Nacht der Kultur ein. Auf 45 Bühnen/Veranstaltungsorten stehen 6O Jahre Elvis in Bremerhaven im Mittelpunkt! 1968 war Elvis Presley als Rekrut der US Army  an der Columbuskaje an Land gegangen. „Das Bild des jungen, smarten Elvis auf der Gangway hat sich ins Bremerhavener Gedächtnis eingeprägt, auch wenn er sofort unter dem kreischenden Jubel seiner Fans den Zug Richtung Süden bestieg“, so die Ankündigung. Deshalb auch das Motto: „Ankommen – Abfahren“. Es gibt Musik von Jazz bis Salsa, Theater, Tanz, Kurzführungen in Museen und Galerien, Mitmach-Aktionen für Kinder, Straßenfeste, Bilderrallye, Lesungen, eine Zeitreise ins Mittelalter – das komplette Programm gibt´s online auf lange-nacht-der-kultur.de und im Programmheft (für 1 Euro in vielen Vorverkaufsstellen).

Tipp für FahrradfahrerInnen: Die Veranstaltungsorte beider Events sind auch auf der Bike Citizens Navigations -App eingetragen, Download für Android oder iOS unter bremen.de/bike-it. [Heike]

Archivsplitter: Demokratie und Bürgerrechte

Für den diesjährigen „Tag der Archive“ wählte der Verband deutscher Archivarinnen und Archivare das Motto „Demokratie und Bürgerrechte“. Die Bremer Archive präsentieren zu diesem zeitlos aktuellen Thema in einer Ausstellung Dokumente, Plakate, Fotografien, Plattencover und Kunstwerke aus ihren umfangreichen Beständen. Sie widmen sich individuellen Persönlichkeiten wie Fritz Loewe, Olga Irén Fröhlich oder Horst Hackenbroich, behandeln politisch-sozialhistorische Themen wie 100 Jahre Frauenwahlrecht oder Berufsverbote und Bürgerinitiativen. Begleitprogramm unter: www.bremer-archive.de im Vegesacker Geschichtenhaus, Zum Alten Speicher 5A, 28759 Bremen. Die Ausstellung läuft noch bis zum 23. Juni (Di–Sa 11–16 Uhr, Eintritt zur Ausstellung des Arbeitskreises frei). [Bernd]

Körper und Arbeit – Buchvorstellung

Wolfgang Hien vom Bremer Forschungsbüro für Arbeit, Gesundheit und Biographie stellt sein neues, interessantes Buch über Körper, Gesundheit und Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Arbeit vor (mehr zum Buch).

Dienstag, 5. Juni 2018, 19:30 Uhr, Villa Ichon, Goetheplatz 4  [Bernd]

Konzerttipps für den Juni

Am Samstag, 9. Juni singt Sunny Side Up, ein Popchor aus Achim in der Friedenskirche, Humbodtstrasse 175. Dieser wechselt sich mit PLAY, einem erst 2013 gegründeten Bremer Kammerchor ab. Eintritt 10/ erm. 6 EUR. Am Sonntag 24. Juni geben das Jugendsinfonieorchester und die Jugendsinfonietta Bremen-Mitte der Musikschule Bremen ihr alljährliches Saisonabschlusskonzert. Zur Aufführung gelangen Werke u.a. von Rowley, Bruch und Gluck. Karte: 7,50 EUR (Glocke, großer Saal). [Bernd]

Live: Auf Socken im Wohnzimmer

Kristoffer Hedberg von Easy October. Die Band macht schwedischen Folk. Foto: easy October

Im Sommer spielt sich alles draußen ab? Nicht alles! André Conin ist Skandinavien- und Musikfan. Regelmäßig holt er Singersongwriter in sein Wohnzimmer. Wer Glück hat, kann dabei sein am Sonntag, 17. Juni, ab 15.30 Uhr. Easy October hat das neue Album „Taggeld Up in Black“ im Gepäck. Wer dabei sein will, meldet sich fix per Mail unter andre.conin@gmail.com oder trägt sich ins Kontaktformular ein. In ein Wohnzimmer passen schließlich weniger als in einen Konzertsaal. Dann heißt es: Schuhe ausziehen, Musik lauschen und ein paar Münzen in den Hut legen. [Annica]

#Ausstellung: Wohnen in Bremen. Bremer Wohnbaupreis 2018

Urbanität ist weiterhin „in“, und nicht nur deswegen steigen die Immobilienpreise und Mieten immer weiter. Der Senator für Umwelt, Bau und Verkehr und die Architektenkammer Bremen prämieren seit 2005 nun zum vierten Mal in ihren Augen „innovative“ und „vorbildliche“ Neu- und Umbauten (mehr Info auf der Homepage zum Bremer Wohnbaupreis 2018). In der dazugehörigen Ausstellung sind nun alle circa 50 Einreichungen und darunter die insgesamt neun Preisträger mit jeweils zwei Tafeln dokumentiert. Am spannendsten ist der Umbau einer mehrstöckigen Wohnanlage aus den 1950er-Jahren in Bremerhaven. Mit vergleichsweise niedrigen Kosten wurde hier modernisiert und den BewohnerInnen dadurch zum einen der Verbleib ermöglicht, und räumliche Voraussetzungen für mehr Gemeinschaft geschaffen.

Hotspots für Neu- und Umbau: die Bremer Neustadt und Überseestadt

Bei den Einreichungen zum Bremer Wohnbaupreis 2018 fällt auf, dass über die Hälfte der prämierten und fast ein Drittel der eingereichten Wohnhäuser entweder in der Neustadt (incl. Werderinsel) oder der Überseestadt angesiedelt sind, was eindeutig die Hotspots des Immobilienmarktes in Bremen markiert.
„Stadt ist Vielfalt“ schreiben die Auslober des Preises sinngemäß und damit haben sie recht: „Singlehaushalt, familienfreundliches oder gemeinschaftliches und generationenübergreifendes Wohnen – vom energieeffizienten Einfamilienhaus über Geschosswohnungsbauten und studentischem Wohnen bis hin zur angemessenen Sanierung stadtbildprägender Bauten“ sei heute vieles notwendig. Angesichts des vergleichsweise entspannten Immobilienmarktes und einer immer noch relativ grün geprägten Stadtentwicklungspolitik ist in Bremen auch noch vieles machbar, auch aber auch hier regelt das Einkommen bzw. das Vermögen dem Zugang zum Wohnungsmarkt.

Die Baukosten selbst sind gerade beim Neubau relativ unbeeinflussbar, die Grundstückskosten sind hingegen häufig ein politischer oder von der Nachfrage hochgetriebener Preis. Gerade wenn die öffentliche Hand sich von Grundeigentum trennt, sollte sie im Sinne einer sozialen Stadtentwicklung tätig sein.
Eine umfangreiche Dokumentation mit allen Einreichungen ist hier als PDF verfügbar.

Wilhelm Wagenfeld Haus, Di 15-21 Uhr, Mi-So 10-18 Uhr, Eintritt frei; noch bis 24. Juni 2018. Danach ist die Ausstellung in Vegesack (ab 16.8.) und in Bremerhaven (ab 5.11.) zu sehen.

Text: Bernd Hüttner

#plietschkochen: Spicy Möhren-Rohkost von Luka Lübke

Luka Lübke, Bremer Spitzenköchin mit Hang zu „echtem Essen“ – also einer gesunden, modernen Küche – zeigt heute wieder wie „plietschkochen“ gelingt und wird uns eine kleine Reihe von einfachen Rezepten für einen schnellen Mittagstisch servieren – heute gibt´s Spicy Möhrensalat fürs Büro oder zuhause. Viel Spaß beim Lesen und Kochen!

Plietschkochen dreht sich nicht um Sterne, sondern um Kochen im wirklichen Leben. Manchmal bringt das wirkliche Leben schöne Dinge mit sich. So wie bei mir zum Beispiel einen ziemlich perfekten Privatpartner, der tagsüber im Büro arbeitet. Abends frage ich ihn, ob er schon was gegessen habe oder was eigentlich. Oft bekomme ich dann solche Antworten: „Ja, ein Käsebrot“, oder „was Komisches vom Supermarkt.“ Ich erinnere mich an die Zeit, in der ich selbst an Orten gearbeitet habe, an denen man nicht von Essen umgeben war. Manche sind jeden Tag essen gegangen, aber das waren dann die, mit den längeren oder flexiblen Mittagspausen. Dann gab es die Tage, an dem man beim Pizzadienst, beim Chinesen oder bei der Baguette-Tante um die Ecke einen Salat mit Mais und Putenbrust in Currysauce bestellte, weil das leichter ist. California hieß der. Das Erfreulichste beim asiatischen Essen waren die Glückskekse, von denen ich bis heute lieber das Papier als das Gebäck esse.

Plietschkochen für die Mittagspause

Warum tun wir uns das eigentlich an? Heute starte ich einen kleine Plietsch-Serie mit Rezepten, die du auch mit zur Arbeit nehmen kannst. Und weil sich der Aufwand für eine Portion nicht lohnt und wir nicht jeden Tag das Gleiche essen wollen, schlage ich vor: tut euch zusammen. Kocht für drei oder vier Kollegen mit, wechselt einander ab, verschenkt mal ein Pröbchen, tauscht Rezepte aus!

Aromen satt. Vielleicht auch schon von den allerersten Frühkarotten. Foto: Luka Lübke / marieweser.de

Spicy Möhrensalat mit Datteln und Pistazien

Mittags soll es etwas sein, was eher beschwingt, als beschwert. Salat zum Beispiel. Den gibt es im Supermarkt schon fertig geputzt, teils aus der Dose und du kannst dir selbst aussuchen, welches Dressing du willst. Weil es ja nur ein leichter Salat ist, nimmst du meistens das fettigste Dressing, was sich finden lässt. Denn nur dann schmeckt der Salat nach was. Aber kannst du dir auch aussuchen, was im Dressing drin ist? Erlebst du was beim Essen oder ist es mehr oder weniger immer gleich? Man hat’s nicht leicht.

Findest du, dass Möhrensalat nach etwas Spannendem klingt? Dieser ist es und du kannst ihn unendlich variieren und upgraden – zum Beispiel mit Ziegenkäse, Grillkäse, anderen Nüssen oder Kräutern. Für zuhause kann er auch eine Beilage sein. Zu Chicken-Wings zum Beispiel. Gib vier große, geschälte und geraspelte Möhren in eine große Schüssel und mische sie mit feingehackter Zwiebel, geriebenem Ingwer und Knoblauch, Saft und dem Abrieb einer Zitrone. Gib einen TL Honig und einen Schuss gutes Öl dazu. Zieh Handschuhe an und knete alles kräftig durch, damit sich alle Aromen gut miteinander verbinden. Zerstoße eine Handvoll Pistazien (günstiger sind Wal- oder Erdnüsse) und schneide 5 Datteln in Scheiben, ziehe sie darunter und schmecke ab mit Salz, Pfeffer, Chili und Kreuzkümmel. Niemals vergessen: frisches Grün wie Petersilie oder Koriander. Im fest verschraubten Gläschen hält sich dieser Salat bis zu drei Tage im Kühlschrank. Wenn doch was übrig bleibt, kannst Du ihn mit übriggebliebener gekochter Hirse oder Quinoa mischen, ein verquirltes Ei darunter ziehen und mit etwas Mehl in eine würzige Gemüsefrikadelle verwandeln.

Text und Rezept: Luka Lübke / marieweser.de

#urbanjungle: Entenküken im Kleingarten. Eine Foto-Story mit Happy End

Die GLUCKE guckt ins Nest: Weil sich eine Ente das Schuppendach in Annicas Garten als Brutort ausgesucht hatte, fieberten wir vier Wochen mit: Auf der Pirsch nach dem richtigen Augenblick.

Als Gartenbesitzerin rückt man der Natur auf die Pelle. Neben dem Stutzen von Gräsern und Kresse wollen hungrige Vögel im Winter versorgt werden. Die eilig gezimmerte Vogelvilla sollte die gefiederten Freunde sanft zum dauerhaften Bleiben zwingen. Während das hölzerne, etwas zu groß geratene Penthouse lange skeptisch umflattert wurde, war eine Ente weniger wählerisch und ließ sich ohne Überlisten nieder. Zielstrebig und genügsam wählte sie eine Ecke auf dem Schuppen als Kinderstube aus und machte ahnungslose Passanten mit lautem Fauchen darauf aufmerksam, dass dort was ausgebrütet wird. Von da an bewegte ich mich nur noch schleichend am Schuppen vorbei – ab und zu riskierte ich einen Blick.

Was zuerst noch einem Suchbild gleicht, ist eigentlich perfekte Tarnung. Foto: Ilko Kastirr

Entennachwuchs auf dem Schuppen?

Farblich gut getarnt nestelte die Enten-Mama in spe liebevoll an einem Bett aus Federn und Zweigen. Der Erpel patrouillierte laut quakend den Wasserlauf auf und ab. Als stille Beobachterin fragte ich mich, wann knackt das Ei? Wie viele sind es? Habe ich eine Chance, sie zu sehen?

Schwänzchen in die Höh: Auf wie vielen Eiern sie brütet? Wer weiß…

Das Internet gab eine vage Kalkulation von 28 bis 34 Bruttagen. Mittlerweile tschilpte und piepste es rund um den Garten aus diversen Freiluftkinderstuben. Dicke Raupen wurden fleißig ins Vogelpenthouse gezerrt – da hatte jemand Hunger, das war klar. Nur in der Entenstube tat sich lange nichts. Ich erspähte ein wachsendes Nest aus Daunengefieder, schaute aber stets in zwei unbeirrte dunkle Knopfaugen.

Auf dem Thron aus Federn. Foto: Ilko Kastirr

Auf der Pirsch in der Natur: Der Blick in dunkle Knopfaugen. Foto: Annica Müllenberg

Zwischen Hoffnung und Ernüchterung

Bald musste es soweit sein. Ich war froher Hoffnung und sicher, dass ich den Nachwuchs zu Gesicht bekommen würde. Doch die Natur lässt zwar zu, dass man sich ihr nähert, hat dann aber andere Pläne. Eines Tages starrte ich fassungslos in ein verlassenes Nest.

Alles was bleibt: Ein leeres Nest. Foto: Ilko Kastirr

Was blieb war zartblaue Eierschale verteilt über den Garten, ein paar fliegende Federn, große Enttäuschung und ein Pop-up-Buch mit Papiervögeln in Origamitechnik.

Bleibt nur der Blick Papiervögelchen? Foto: Annica Müllenberg

Mutter Ente hatte sich aus dem Staub gemacht. Die Kleinen waren zu Wasser gelassen und auf und davon.

Hellblaue Eierschale im ganzen Garten. Foto: Ilko Kastirr

Hoffnung kam auf, als ich die Ente am anderen Ufer entdeckte. Im sicheren Dickicht dahinter – huschte da nicht ein gelber Schatten?

Wohl auf und putzmunter: Der Entennachwuchs. Foto: Annica Müllenberg

Gründeln zwischen Seerosen. Foto: Annica Müllenberg

Tatsächlich! Flink und so leicht, dass die Seerosenblätter sie tragen und so weich, ihr Gefieder für das bloße Auge am Rand wuschelig ausgefranst wie Hummelpopos. Willkommen auf dem Wasser, kleine Entenfamilie. Geduld wird eben doch belohnt – manchmal achtfach.

Rennenten: Wie kleine Raddampfer fegen die Kleinen übers Wasser. Foto: Annica Müllenberg

Schon so groß: Die Achtlinge aus dem Schuppennest. Foto: Annica Müllenberg

#Kulturtipp: Gratis-Comic-Tag. Empfehlungen für Bremen

Drei Empfehlungen zum Gratis-Comic-Tag aus Holland, Frankreich und Deutschland. Foto: Annica Müllenberg

Comics mausern sich seit ein paar Jahren zu erst zu nehmender Literatur. Längst nicht mehr nur Kinder greifen zu den kunstvoll gestalteten Bänden, die alle Genres abdecken. Ein guter Anlass, mehr über neue Erscheinungen zu erfahren, ist der Gratis-Comic-Tag am Samstag, 12. Mai 2018. In beteiligten Buchläden und der Stadtbibliothek Bremen werden Hefte rausgegeben, die noch unveröffentlichte Storys anreißen. 

Leseproben zur Hand nehmen

Drei aktuelle Highlight-Comics, die auf ganz unterschiedliche Weise den Zeitgeist, die Vielfalt und die wachsende europäische Szene widerspiegeln, sind: „Gérard“ von Mathieu Sapin, „Zen ohne Meister“ von Frenk Meeuwsen und „IKON“ von Simon Schwartz.

Mathieu Sapin klebte fünf Jahre am Rockzipfel von Depardieu, so lässt er es schon im Untertitel auf dem Cover wissen. Die intensive Recherche und der Arbeitsaufwand haben sich gelohnt. Der französische Comicautor zeichnet ein scharfes Porträt des Schauspielers. Raubeinig, roh, ruppig, aber durchaus mit ambitioniertem Feinsinn für Künstler.

Mathieu Sapin und Gérard Depardieu -Zwei Künstler: der eine groß, der andere übergroß. Foto: avant-Verlag und Mathieu Sapin

Wie in einem Gemischtwarenladen sammelt er scheinbar ziellos Gemälde, Plastiken und Co. Sapin profitiert von diesem Interesse. Er pirscht sich an den Franzosen wie ein Jäger an ein wildes Tier, wird hin und wieder zurückgebissen, nur um dann umso näher an ihn heranzukommen. Grandios meistert Sapin den Balanceakt, den hass-geliebten Depardieu in seiner Theatralik, Großmäuligkeit, Widersprüchlichkeit zwischen Größenwahn und dezenter Großzügigkeit zu porträtieren.

„IKON“: Scharfe Striche im expressionistischem Stil. Foto: avant-Verlag und Simon Schwartz

Simon Schwartz ist ein vielversprechendes Talent der deutschen Gaphic-Novel-Szene. In seinem neuen Werk „IKON“ holt der Illustrator zu einer Dreifach-Biografie aus. Mit rohen, rasiermesserscharfen Strichen skizziert er die Geschichte der falschen russischen Zarentochter, Anastasia, dem Sohn des Zarenarztes, Gleb Botkin, und der Ikonen-Malerei. Dank der genialen Dramaturgie zieht es den Leser quasi per Slow-Motion-Effekt in einen Bild-Film, der sich in expressionistischer Optik zeigt.

Die innere Mitte finden. Foto: Frenk Meeuwsen

Frenk Meeuwsen widmet sich in seinem Graphic-Novel-Debüt „Zen ohne Meister“ der eigenen Faszination für die fernöstliche Kultur im Allgemeinen und im Speziellen dem Zen-Buddhismus. Mit dynamisch-schnörkellosem Strich porträtiert er seine innere Suche. Zwischen die Rückblenden in die eigene Kindheit werden Szenen aus Reisen nach Asien eingestreut. 

Comics zum Hören

Wer mehr lesen, hören und sehen will, sollte folgende Events nicht verpassen:

Gratis-Comic-Tag am Samstag, 12. Mai, in den Shops Bremer Comic Mafia und Comic Café Bremen sowie in den Buchhandlungen Logbuch, Golden Shop Thalia in der Obernstraße und der Zentralbibliothek am Wall.

Simon Schwartz liest am Montag, 14. Mai, ab 19 Uhr, in der Zentralbibliothek, Am Wall 201, aus seiner Graphic Novel „IKON“. Der Eintritt ist frei.

Der deutsche Titanic-Cartoonist Jean La Fleur stellt pünktlich vor der Fußballweltmeisterschaft sein neues Werk „Hund – Ein Fussballepos“ und weitere Arbeiten vor: Freitag, 25. Mai, 19.30 Uhr, Logbuchladen in Walle, Eintritt: 10 Euro.

#tanzfestival: Africtions – afro-europäische Tanzbegegnungen

Szene aus dem choreografischen Rechercheprojekt DANS LA PEAU DE L’AUTRE von Kossi Sébastien Aholou-Wokawui und Tomas Bünger. Foto: © Daniela Buchholz

Was das steptext dance project 2014 ins Leben rief, startet am 12. Mai 2018 in die zweite Runde. AFRICTIONS heißt das Festival für zeitgenössischen Tanz, das Höhepunkte aus dem künstlerischen Spannungsfeld von Afrika und Europa auf Bremens Bühnen bringt. Mit dabei sind das Theater Bremen, die Schwankhalle und das Theater am Leibnizplatz. Die Besonderheit: Das Projekt THE CHOREONAUTS – AFRO-EUROPEAN NAVIGATIONS IN DANCE mit drei Tanz-Uraufführungen, die in afrikanisch-deutsch besetzten Choreografen-Tandems in Nigeria, Côte d‘ Ivoire und Südafrika mit dem Ensemble vor Ort entstanden und jetzt beim Festival nicht nur hier, sondern auch in Berlin, Darmstadt, Heilbronn, Ludwigshafen, Mannheim und Recklinghausen zu sehen sind. 

Uraufführungen, Deutschlandpremiere und ein umfangreiches Rahmenprogramm

Bis zum 31. Mai 2018 gibt es daneben eine Vielzahl Vorstellungen hochkarätiger TanzakteurInnen: Mit LES NUITS BARBARES OU LES PREMIERS MATINS DU MONDE des international gefeierten Choreografen Hervé Koubi, der deutschen Erstaufführung von Sonya Lindfors‘ COSMIC LATTE, dem choreografischen Rechercheprojekt DANS LA PEAU DE L’AUTRE von Kossi Sébastien Aholou-Wokawui und Tomas Bünger sowie Gregory Maqomas und Helge Letonjas transkontinentalem Erfolgsstück OUT OF JOINT präsentiert AFRICTIONS weitere Arbeiten von Künstler_innen, deren Werke aktive internationale Begegnungen spiegeln oder die globale Zukunft erträumen.

LES NUITS BARBARES , Foto © Didier Philispart

Mit dem internationalen Fest der Begegnung DABALI auf dem Bremer Marktplatz wird die Thematik mit Filmen, Lesungen, Konzerten, Workshops, einer Fotoausstellung, Party, Publikumsgesprächen und Diskussionen mit afrikanischen wie europäischen ExpertInnen weiter vertieft. Das komplette Programm findet ihr auf der Seite africtions.com.

#Feierabendwalk: Spezielle Orte und sehr gute Dinge in Bremen. Eine Fototour

Panoramablick deluxe: Im ehemaligen Beluga-Gebäude lässt sich prominent feiern und gucken, wie gut, dass man das Fly Deck einfach mieten kann.

Der erste Feierabendwalk Bremens ist Geschichte – und ich war dabei! Entgegen jeder Wettervorhersage konnte ein  fotobegeistertes Trüppchen mit 15 BloggerInnen und Bremen-EntdeckerInnen bei herrlichem Licht und trockenen Fußes mit Smartphone, Foto- und sogar 360°-Kamera die sehenswerten Stationen samt interessanten Gesprächen absolvieren. Dabei wurde mir wieder mal klar: Bremen hat so viel mehr Fotomotive zu bieten als Roland, Rathaus und beliebte Ecken wie das Viertel. Logischerweise gibt es in der Hansestadt deshalb immer öfter geführte Walks, die weniger bekannte, aber dennoch sehr beeindruckende Orte in den Mittelpunkt stellen. Idee ist es, davon per social media wie Instagram und Facebook zu berichten und auch andere dafür zu begeistern. Zwei Bremer Start-ups rückten dieses Mal  Raumperlen mit Charakter in den Fokus und luden zu einer gut zweistündigen Fototour durch Bremen. Dabei faszinierten neben den herausragenden Gebäuden und Räumen, die wir entdeckten, auch jeweils besondere Produkte made in Bremen.

Feierabendwalk: Bremens Fototour für Entdeckerinnen und Entdecker.

Lektion 1: Coole Kombination von speziellen Orten und herausragenden Produkten

Die Orte, die wir entdecken konnten waren die Bremer Baumwollbörse mit großartigen architektonischen und gestalterischen Motiven. Angefangen von Mosaiken im Eingangsbereich, dem Treppenhaus in Marmor bis zum Blick auf den Marktplatz durch farbiges Bleiglas. Und einem der wenigen Paternoster der Stadt, in dem gleich zu Anfang eine kleine Modenschau in Kabinen stattfand – die schwarzen Hoodies von Snulicious Fairwear kontrastierten wunderbar zum altehrwürdigen Ambiente samt alter Ölgemälde und Schiffsmodellen. Malte Bleker freute sich darüber, dass gerade seine Mode aus fair produzierter Baumwolle und selbst designtem und aufgebrachten Print in der seit über 140 Jahren bestehenden Gebäude präsentiert wurde, das durch den Handelsort Bremen auch für den Baumwollhandel große Bedeutung erhielt. Die Modelle mit den ausdrucksstarken Motive gibt es im Onlineshop.

Selbst designt und bedruckt von Snulicious Fairwear.

Nach dem obligatorischen Ortswechsel entlang der Schlachte zum Teerhof – begleitet von Bremens einzigem Bier Bullitt mit leckerem Bier der Unionbrauerei an Bord – konnten wir einen der spektakulärsten Räume der Stadt besichtigen. Das Fly Deck im Ecos Office Center (ehemals Beluga-Sitz) auf der Teerhofinsel bot bei mittlerweile herrlichem Licht großartigen Blick auf die Bremer Innenstadt samt allen Wahrzeichen, die Weser und die Kleine Weser  und auch auf die Bremer Neustadtseite. Abgelenkt wurden wir nur von den massiven Holztischen von Wood.You.Love, die als weiteres Charakterstück Bremens vorgestellt wurden – handgefertigt, nachhaltig und einzigartig. Der Preis der großen Ess- oder Konferenztische richtet  sich übrigens nach der Länge, wie Claas Stefes, Gründer und Holzverrückter erzählt. Mittlerweile hat er einen Showroom an der Bischofsnadel, wo er zusammen mit zwei anderen Start-ups eine „Laden-WG“ unterhält.

Fotomaniacs mit Hingabe auf Motivsuche im Fly Deck / Ecos Office Center mit Tischen und Hockern von Wood.You.Love und Fingerfood von Fundabar Catering.

Lektion2: Beim Instawalk bleibt immer zu wenig Zeit zum Fotografieren

Es gab wirklich viel zu entdecken und zu fotografieren, da waren Räume, Details, die Modenschau, Models, Blicke im und aus dem Gebäude, das Bullittbike und sein spezielles Bottom-up-Zapfsystem, bei dem das Bier der UNION Brauerei von unten in den Becher gelangt – und das Fingerfood von – noch ein Start-up – Fundabar Catering, das uns mit feinen mediterran-regionalem Fingerfood den Feierabendhunger nahm. Und es gab auch viel zu besprechen, ob über die Idee der Raumvermittlung von RAUMPERLE.de, die besondere Räume für Partys, Tagungen oder Shootings vermitteln und das nicht nur in Bremen. Oder auch die Idee von CHARAKTER.STÜCK, die in ihrem Onlineportal die „guten Dinge und gutes Essen“ aus Bremen zeigen. Alles was nachhaltig, regional und einfach echt ist. Auch die Macher der vorgestellten Räume und Produkte hatten einiges zu erzählen. So verging die Zeit rasend schnell und trotz vieler, vieler Aufnahmen, bleibt immer das Gefühl: Zu wenig Zeit!

Übrigens: Der nächste Feierabendwalk findet noch im Mai statt. Wohin es dann geht ist noch geheim. Aber das Bier Bullitt Bike ist auf jeden Fall wieder dabei.

Ein Feierabendwalk im Schnelldurchlauf:

 


Der nächste Feierabendwalk ist für den 24.5.2018 geplant. Genaue Infos findet ihr im Insta-Account @raumperlen_mit_charakter und per Mail feierabendwalk@charakterstueck-bremen.de

Infos zur Raumperle und Charakter.Stück auf den jeweiligen Websites (Link hinter dem Namen). Über die Idee dieses Instawalks hatten wir berichtet #Instawalk: Ein Fotospaziergang mit dem Smartphone.

Fotos: Heike Mühldorfer, Ayla Mellenthin (4)

#wasgeht: Kulturtipps für Bremen im Mai

Wie jeden Monatsanfang stellen wir euch unsere höchstpersönlichen Lieblings-Kulturtipps und Veranstaltungen für Bremen vor. Los geht´s gleich am 1. Mai mit dem Tag der Offenen Tür beim Bremer Imkerverein, dann gibt´s Bauhaus und Feminismus, Comics und die Offenen Ateliers in der Bremer Neustadt. Bitte schön!

Alles über Bienen und die Imkerei

Gleich zum Start in den Mai lädt der Bremer Imkerverein v. 1875 e.V. am Feiertag zum Tag der Offenen Tür. Idyllisch im  südlichen Bereich des Lür-Kropp-Hof Areals steht der Lehr- und Schaubienenstand mit einem neu errichteten Bienenspeicher und natürlich deren Bewohnerinnen im Mittelpunkt des Interesses. Hier gibt es auch Informationen über die Grundausbildung zum Imker.

am 1. Mai 2018 von 10.00 bis 17.00 Uhr

Lür-Kropp-Service GmbH
Rockwinkeler Landstr. 5, Bremen

[Heike]

Bauhaus und Feminismus im Kino

Im Frühjahr 2019 jährt sich die Gründung des Bauhaus zum 100. Mal. Das Kino City46 (Birkenstraße 1 28 195 Bremen) zeigt deswegen mehrmals den Dokumentarfilm „Vom Bauen der Zukunft“.  Termine sind 3., 6., 12., 14.,  20., 25., 28., und 31. Mai jeweils um 18 Uhr, sowie  10., 22., und 30. Mai um 20.30 Uhr.

Am 9. Mai zeigt das Autonome Feministische Referat der Uni Bremen den sehenswerten Spielfilm „Die göttliche Ordnung“ über die Erkämpfung des Frauenwahlrechts in der Schweiz (mehr). Um 21 Uhr im CINEMA, Ostertorsteinweg 105.

[Bernd]

Gratis-Comic-Tag und Lesung

Der Mai ist der Comic-Monat. Freut euch auf den Gratis-Comic-Tag am Samstag, 12. Mai, und auf eine Lesung mit dem Zeichner Simon Schwartz am Montag, 14. Mai.

Kabooom: Beim Gratis-Comic-Tag dreht sich alles um die Worte in Blasen. Foto: Annica Müllenberg

Beim Gratis-Comic-Tag gehen Fans der Bildkunst auf Jagd nach den neuesten Veröffentlichungen. Deutschlandweit werden in Buchläden Gratis-Hefte ausgegeben, in denen unveröffentlichte Geschichten auf wenigen Seiten angerissen werden und Appetit machen. In Bremen beteiligen sich die Shops Bremer Comic Mafia, Comic Café Bremen, Buchhandlung Logbuch, der Golden Shop, die Zentralbibliothek und Thalia in der Obernstraße.

Aussagekräftig: Wenig Worte, viel Bild. Foto: Annica Müllenberg

Zwei Tage nach dem Gratis-Comic-Tag liest am 14. Mai der Zeichner Simon Schwartz aus seinem aktuellen Werk IKON. In der Graphic rollt Schwartz das Leben von Gleb Botkin auf. Der Russe – Sohn des Leibarztes des russischen Zaren – erlebte die Oktoberrevolution, bei der seine Jugendfreundin, die Zarentochter Anastasia, ums Leben kam. Kurz darauf taucht die Totgeglaubte in Berlin wieder auf. Aber handelt es sich um die echte Zarentochter oder eine eine Hochstaplerin? Schwartz, der mehrfach für seine gezeichneten Porträts ausgezeichnet wurde, erzählt die Geschichte der falschen Zarentochter auf seine Weise.

Termin: Lesung am Montag, 14. Mai, 19:00 Uhr, Zentralbibliothek am Wall, Eintritt frei.

[Annica]

Film Night Ride: Nächtliche Kino-Radfahrt

Radkino, umsonst und draußen – am Freitag, 4. Mai, startet die neue Saison des Bremen Bike It!-Projekts.

Nachts zum Radfahren und Filmschauen verabreden, das ist der Film Night Ride. Foto: Ilko Kastirr

Es vereint nächtliche Stadtrundfahrten, Freiluftkino und Radfahren. Angelehnt an das Weltraumjahr 2018 in Bremen geht es unter dem Motto „Up, up and away“ zu Orten, die etwas über die Luft- und Raumfahrt an der Weser erzählen. Peter Sämann von Shorts Attack zeigt dort internationale Kurzfilme.

Der Film Night Ride hatte 2017 Premiere in Bremerhaven. Foto: Ilko Kastirr

Für alle, die mehr über die kreativen Hotspots in Bremerhaven wissen wollen, bietet sich der Film Night Ride am 25. Mai in der Seestadt an, der sich dem Thema „Kultur macht Stadt“ widmet. Also, Fahrradkette ölen, Decke und Popcorn auf den Gepäckträger und los gehts! Mit dabei ist auch das Bier Bullitt Bike mit frischem Fassbier an Bord.

Termin: Freitag, 4. Mai, 20:45 Uhr am Olbers-Planetarium in Bremen

Freitag, 25. Mai, 21:00 Uhr an der Kunsthalle Bremerhaven.

Die Teilnahme ist kostenlos.

[Annica]

Nestgucker in der Storchenpflegestation

Störche sind wahre Baumeister. Über die Fähigkeiten des schwarz-weiß gefiederten Adebars staunen Besucher in der Storchenpflegestation Wesermarsch in Berne.

Schwarzweißes Röcklein und rote Strümpfe – der Storch. Foto: Annica Müllenberg

50 Störche leben dort in Nestern auf Bäumen und Dächern. Im traumhaften Bauerngarten schaut man ihnen beim Bauen und Füttern zu. Die Betreiber geben gern ihr Wissen über die Tiere weiter und erzählen aus der 26-jährigen Geschichte der Station.

Dicht an dicht brüten die Störche in Berne. Foto: Annica Müllenberg

Tipp: Ende Mai schlüpfen die Jungtiere! Ein Radausflug in die Umgebung lohnt sich. Ab Bremen-Farge mit der Weser-Fähre bis zur Juliusplate und von dort ins 3 Kilometer entfernte Berne radeln.

Ausflugstipp: Storchenpflegestation Wesermarsch
Udo Hilfers, Storchenweg 6, 27804 Berne-Glüsing

[Annica]

Offene Ateliers in der Bremer Neustadt

Fester Bestandteil unserer Kulturtipps: Die Offenen Ateliers in der Bremer Neustadt mit mehr als 40 KünstlerInnen und KunsthandwerkerInnen. Foto: offene-ateliers-bremen-neustadt.de

Am 26. Mai Offene öffnen fast 40 KünstlerInnen und KunsthandwerkerInnen aus der Bremer Neustadt öffnen ihre Ateliers und Werkstätten. 11 bis 19 uhr. Eröffnung am Abend vorher: Freitag, 25. Mai um 20 Uhr im KUKOON, Buntentorsteinweg 29. Mehr Infos unter http://www.offene-ateliers-bremen-neustadt.de/

[Bernd]

#Interview: 5 Fragen an… Frauke Wilhelm, Golden-City-Gründerin

Dem Meer ein Stück näher: Der Pool steht nicht mehr am einstigen Ausflugslokal, aber Schiffe lassen sich prima beobachten. Zudem bietet das Gelände genügend Platz zum Sonnenbaden. Foto: Annica Müllenberg

Fünf Sommer lang zog es Freunde von Hafengeschichten, Frikadellen und Schlagern  in den Europahafen. Dort stand die liebevoll zusammengezimmerte Hafenbar Golden-City. Nun ist das launige Trio Ramona, Ramon und Rammé alias Frauke Wilhelm, Nomena Struß und Egon Rammé ans linke Weserufer gezogen. Sie richten sich im Lankeauer Höft ein. Seit diesem Wochenende locken sie bis Oktober freitags bis sonntags mit Musik, Theater, Konzerten und den Schunkel-Lokalrunden in das einstige Ausflugslokal. Am 28.April ist die Eröffnungsshow zu sehen. 
Neue Weserseite – neue Lieder. Das jährliche Musiktheaterstück ist ganz im Lokalkolorit: Frauke Wilhelm verspricht neue Lieder und so manche Story, die unterm Woltmershauser Sand schlummert. Annica hat ihr unsere 5 Fragen an … gestellt.

1. Warum lohnt sich bald der Ausflug zum Lankenauer Höft wieder?

Frauke Wilhelm (FW): Weil man dort Schiffe gucken kann, Frikadellen essen, sonnenbaden am Strand und natürlich, weil wir vom Golden-City-Team freitags bis sonntags bis Oktober ein tolles Programm mit Theater, Konzerten und weiteren Veranstaltungen für Alt und Jung bieten. Heißer Tipp ist die Eröffnungsshow am Samstag, 28. April, ab 18 Uhr.

2. Wie ist der Blick am linken Weserufer?

FW: Weiter, mit noch wunderschönerem Sonnenuntergang. Am Europahafen, wo die Golden-City-Bar vorher stand, war der Blick immer eingefasst. Am Lankenauer Höft sitzt man direkt in der Hafenszenerie.

3. Stell dir vor, Du hättest 1 Million Euro zur Verfügung und könntest Bremen kulturell nach vorne bringen. Was würdest du mit dem Geld machen?

FW: Davon könnten wir im Lankenauer Höft für mehrere Jahre eine Bühne, ein Café und eine Bar einrichten und viele Theaterinszenierungen realisieren.

Nix wie hin! Schippern, radeln oder fahren. Fähr- und Busbetrieb sind auf die Öffnungszeiten der Golden-City-Bar angepasst und halten genau vor der Tür. Foto: Annica Müllenberg

4. Was magst du an Bremen (nicht)?

FW: Ich mag Lebenspraxis und plietsche Menschen. Ich mag es nicht, wenn Dinge zu formelhaft mit zu viel Überbau entschieden werden.

5. Was ist das letzte, was du vorm Einschlafen tust?

FW: Derzeit lese ich „Ich glaub, mir gehts nicht so gut, ich muss mich mal irgendwo hinlegen“ von Benjamin von Stuckrad-Barre – ein gebürtiger Bremer übrigens.

Frauke Wilhelm von Golden-City im Lankenauer Höft vor der selbst tapezierten Wand im Wunschmuster. Foto: Annica Müllenberg

Interview: Annica Müllenberg

#plietschkochen: Luka Lübke liebt Wildkräuter. Rezept

Der Frühling kommt mit zarten Wildkräutern, die ihr kräftiges Aroma und etliches an Vitaminen zum Speiseplan beisteuern. Foto: Luka Lübke / marieweser.de

Wilder Kräutersalat – der Frühling kommt und Du kannst ihn essen!

Das Grün bricht aus den Zweigen und die meisten von Euch haben schon angegrillt, ob am Deich, im Garten oder auf der Parzelle. Gute, regional erzeugte Lebensmittel liegen voll im Trend und wir reden viel darüber, wer das beste Würstchen herstellt und ob das alles auch Bio ist. Dabei lassen wir ganz außer Acht, dass es auch Lebensmittel gibt, die keinen anderen Produzenten als die Natur haben. Und heilsam sind sie auch noch: Wildkräuter – man nennt sie auch Unkraut. Ich verarbeite sie am liebsten zu einem brutal regionalen Salat.

Du brauchst nur ein einfaches Dressing aus Honig, etwas Senf, Zitronensaft und einem guten Olivenöl anzurühren, das Du erst kurz vor dem Essen über das frische Grün träufelst. Schau Dich draußen um, was einfach so wächst und pflücke nach Lust und Laune im Garten, am Rand vom Schuppen, auf der Wiese oder im Park.

Wildkräuter im Salat mit Biss und feinem Aroma

Das findest Du jetzt: Giersch, Gundermann, Spitz- und Breitwegerich, Knoblauchrauke, Taubnessel, Veilundchen, wilde Stiefmütterchen, Löwenzahn, Bärlauch, jungen Sauerampfer – das alles kannst Du essen, auch die Blüten! Wenn Du Dich nicht auskennst, nimm unbedingt ein Bestimmungsbuch mit oder lade Dir eine moderne App über essbare Wildkräuter herunter. Noch besser: Lade jemanden ein, der vom Land kommt!

Tipps und eine Bestimmungs-APP:

Wenn Du nicht genug Kräuter hast, mische alles mit einem gekauften Salat, zum Beispiel Baby-Spinat oder einfach grünem Salat. Hast Du zu viel, mach ein Pesto draus, um Deinen Quark oder Dein Frischkäsebrot zu verfeinern. Verschenk auch was an Freunde und genieß den Frühling in Binnen- und Butenbremen!

Eine kleine Bestimmungs-App für Wildkräuter findest du mit Essbare Wildpflanzen Lite aus dem AT-Verlag fürs iPhone oder Android.

Text und Fotos: Luka Lübke / marieweser.de

#Instawalk: Ein Fotospaziergang mit dem Smartphone

Der erste Feierabend-Instawalk: Fotospaziergang durchs schöne Bremen zu RAUMPERLEN MIT CHARAKTER.

Das Theater hat einen gemacht, die Bremer Tourismuszentrale schon fünf, im April gibt es die nächsten zwei Instawalks in der Bremer City. Der Begriff, der bei vielen ein großes Staunen ins Gesicht zaubert, „Was ist das denn?“, ist selbsterklärend (nicht nur) für Menschen, die in sozialen Medien unterwegs sind. Ein Instawalk oder Social Media Walk steht synonym für einen geführten Fotospaziergang für Leute, die ihre Erlebnisse gerne als Fotos über Instagram oder Twitter teilen. Der Vorteil dabei: Wer auch immer was zu zeigen hat, organisiert die Tour und sorgt dafür, dass genügend  interessante Fotomotive vor Ort zu sehen sind. So wie es auch die Planerinnen des ersten Bremer Feierabend-Instawalks gemacht haben.

Erster Bremer Feierabend-Instawalk

Es sind zwei Bremer Start-ups, die sich dafür zusammengetan haben, Bremer EntdeckerInnen mit ganz besonderen Fotomotiven zu versorgen und dabei ihre Ideen bekannter zu machen: RAUMPERLE vermittelt besondere Räume in und um Bremen, CHARAKTER.STÜCK ist das neue Online-Portal für nachhaltige, handgemachte und fair produzierte Dinge aus Bremen und umzu. Die Jungunternehmerinnen haben ein Konzept entwickelt, das den Fokus der beiden Portale zusammenbringt: „Wir haben so viele tolle Räume in Bremen, die nicht jeder kennt oder die jeweils als ein bestimmter Raumtyp abgestempelt sind. Dabei sind die meisten unserer Räume so wandelbar und vielfältig nutzbar – das wollen wir zeigen,“ erklären Claudia Adam und Tascha Schnitzler von der RAUMPERLE. „Mit dem Feierabendwalk schaffen wir nicht nur Zugang, sondern in Kombination mit außergewöhnlichen Bremer Charakterstücken auch Inspiration und einzigartige Fotomotive,“ ergänzt Fiona Littke von CHARAKTER.STÜCK. „Dabei treffen die TeilnehmerInnen auch die Macher unserer Charakterstücke, sodass es nicht nur entdecken und teilen heißt, sondern auch für exklusive Begegnungen gesorgt ist.“

Wo genau es hingeht, welche Produkte und Macher vorgestellt werden, ist noch eine Überraschung. Nur das Motto ist bekannt: „Abheben in Bremen“. Und das klingt ja schon mal vielversprechend. Wir sind auf jeden Fall dabei 🙂


Der Feierabend-Instawalk findet statt am Donnerstag, 26.4.2018 um 17.30 Uhr. Teilnahme ist kostenlos. Teilnehmerzahl ist begrenzt.
Anmeldung: noch bis zum 19.4.2018 unter feierabendwalk@charakterstueck-bremen.de; die

Mehr Information auf der Facebook-Veranstaltung Raumperlen mit Charakter.

Hier seht ihr die Ausbeute der bisherigen Instawalks, die von bremen.de initiiert wurden: https://www.bremen.de/leben-in-bremen/instawalk mit etlichen Links zu Blogs, die darüber berichtet haben. Einfach ganz runter scrollen!

#Buchtipp: Sachbuch „Das passende Leben“ von Remo H. Largo

Immer mehr Ratgeber und Zeitschriften wollen Tipps geben, wie wir glücklicher, zufriedener oder erfolgreicher werden. Das Sachbuch „Das passende Leben –  Was unsere Individualität ausmacht und wie wir sie leben können“ von Remo H. Largo zählt auf den ersten Blick dazu. Janina hat das Buch von dem bekannten Kinderarzt und Entwicklungsforscher für die GLUCKE gelesen. Weiterlesen

#Buchtipp: Hannes Köhler und Ein mögliches Leben. Lesung

Der Autor Hannes Köhler kommt nach Bremen und liest am 14.April in der Buntentorsbuchhandlung in der Neustadt aus seinem Roman. Foto: Ullstein Verlag

Der Hamburger Autor Hannes Köhler erzählt in seinem Roman „Ein mögliches Leben“ parallel zwei Geschichten. Die eine, kürzere und weniger detaillierte, ist die von Martin, einem Enddreißiger, der seinen fast 90 jährigen Großvater auf einer Reise in die USA begleitet. Die andere, längere, und weit spannendere ist die des Großvaters. In Bremen könnt ihr den Autor am 14.April live erleben, wenn er in der Buntentorsbuchhandlung aus seinem Roman liest.

Franz wird 1944 mit 19 Jahren als Soldat gefangengenommen und danach in die USA verbracht. Dort bildet er sich in verschiedenen Kriegsgefangenenlagern weiter, lernt Englisch und wird zum Antifaschisten. Die zahlreich vorhandenen Nazis bringen „Kollaborateure“, unter anderem Paul, den besten Freund von Franz, kurzerhand um und auch die Antifaschisten und „Roten“ sind nicht eben zimperlich. All dies ist spannend erzählt, und die Tragik dieser Jahre wird packend geschildert. Die nicht recht fassbaren Folgen für das spätere Leben, sprich die Geschehnisse der Nachkriegszeit werden dann aus Franz´ Perspektive nur noch angedeutet. Köhler hat so einen historischen und einen Familienroman verfasst, der auch auf realen Ereignissen in seinem eigenen familiären Umfeld beruht.

Packendes Lesefutter mit spannendem Geschichtsbezug. Foto: Bernd Hüttner

Familienroman mit autobiografischem Bezug

Welche Folgen die Erlebnisse des jungen Franz nun aber genau für dessen (spätere) Familie haben, erschloss sich mir nicht wirklich. Mir fehlte ein bisschen die Verbindung zwischen den beiden Hauptprotagonisten, die über die im Buch erst relativ spät eingeführte Perspektive von Barbara, der Tochter von Franz und Mutter von Martin, in meinem Kopf auch nicht wirklich entstand. Zumal Barbara sehr klischeehaft als ergraute 68er-Professorin für amerikanische (!!) Literatur geschildert wird. Nichtsdestotrotz habe ich das Buch im Urlaub an nur zwei, drei Tagen verschlungen!

Am 14. April 2018 findet in der Buchhandlung Buntentor,  Buntentorsteinweg 107, 28201 Bremen-Neustadt eine Lesung mit Hannes Köhler statt. Beginn 20 Uhr. Eintritt: 7 Euro, 5 Euro ermäßigt, Vorverkauf in der Buchhandlung! (Telefon 0421-16989654, info@buntentorbuch.de).

Text: Bernd Hüttner

#wasgeht: Kultur-Tipps für Bremen und BHV im April

Wie jeden Monatsanfang stellen wir euch unsere höchstpersönlichen Lieblings-Kulturtipps und Veranstaltungen für Bremen vor. Los geht´s gleich mit dem jazzahead!-Festival und einer Empfehlung für die Clubnight.

Bremer Jazz-Fans aufgepasst: jazzahead! Festival heizt euch im April ein. Logo: jazzahead.de

jazzahead! Festival und Clubnight (u.a. in der Olive)

Was gibt es Besseres als gutes Essen, Wein und Musik? Die Weinbar Olive ist bekannt für gemütliches Ambiente, leckeres Brot und Oliven auf Holzbrettchen und natürlich edle Tropfen. Am Samstag, 21. April, avanciert die Location zum Club und wird einer von 30 Locations der Clubnight der Jazzahead. Die israelischen Musiker Michal Shapira und Guy Mintus gastieren zu diesem Anlass. Dazu gibt es landestypische Leckereien und spannende Weine aus dem geschichtsträchtigen Mittelmeerland. Los geht es 20:00 Uhr (Weinbar Olive Brot und Wein, Hamburger Straße 189, 28205 Bremen).

Neben der Weinbar stehen weitere Locations zur Clubnight auf dem Programm. Das Programm findet ihr hier.

Das jazzahead! Festival findet vom 6.-22. April 2018 in Bremen statt. Die jazzahead! präsentiert in diesem Jahr Polen als ihr Partnerland. Die Warsaw Village Band bestreitet das Eröffnungskonzert am 6. April 2018, um 19.30h im Theater Bremen – „musikalische Tradition trifft auf Gegenwart“, versprechen die Organisatoren.

[Annica]

Villa Sponte: Eurovision mit Die Auster Bunny

Das deutsch-israelische Ensemble von Rilli Willow (Gesang) und Benedikt Bindewald (Violine) interpretiert alte und aktuelle Eurovision-Songs auf eine ganz besondere Art: Der Streicherklang von Violine, Viola und Cello aus klassischer Musik und Pop lässt den Klang des alten Eurovision Song Contest wiederaufleben und stellt aber auch die heutige Playback-Kultur des ESC in Frage. Auf dem Programm stehen ESC-Klassiker wie „Hold Me Now“ (Irland 1987), „Hallelujah“ (Israel 1979) und „Ey Sham“ (Israel 1973), aber auch „Hard Rock Halleluja“ (Finnland 2006), „Euphoria“ (Schweden 2006), „Amar Pelos Dois“ (Portugal 2016) und – das darf nicht fehlen – der diesjährige deutsche Beitrag. Der Hut geht rum.

Termin: am 10.04.2018 um 20:00 Uhr

Villa Sponte, Osterdeich 59 B

[Heike]

Feierabend-Yoga: Das Yoga-Quartett goes Nur Manufaktur

Falls ihr schon Fans von Sabrina Krämers Yoga Quartett seid oder viel davon gehört habt:
Quartett Illustratorin Sabrina  gibt jetzt selbst Yoga-Stunden. Gemeinsam mit Vanessa von NurManufaktur hat sie sich eine besondere After Work-Session einfallen lassen.
Die Matten werden im Laden bei NurManufaktur ausgerollt für eine Yogastunde mit den Quartett-Karten. So werden alle Teilnehmer fit dafür, auch zuhause mit dem Quartett zu trainieren. Im NurManufaktur Store gibt’s danach noch eine entspannte Runde bei Tee.
Im Veranstaltungspreis sind Tee und das Yoga Quartett mit inbegriffen.  Teilnahme gegen verbindliche Anmeldung. Die Plätze sind begrenzt.

Alle Infos und Anmeldung für das Event hier
Termin: Freitag, 13. April, 18:30 Uhr im NurManufaktur Store, Bischofsnadel 12
[Janina]

Lesung Autor Hannes Köhler  aus seinem neuen Buch „Ein mögliches Leben“

Am 14. April 2018 liest der Hamburger Hannes Köhler (geb. 1982) in der Buchhandlung Buntentor aus seinem neuen Buch „Ein mögliches Leben“. Köhler, der mittlerweile in Berlin lebt, erzählt von deutschen Soldaten, die in US-Kriegsgefangenschaft gelangten. Die Reise von Großvater und Enkel nach Texas – 70 Jahre später – trägt familienbiografische Züge: Der Großonkel des Autors war während des 2.Weltkriegs  in Amerika inhaftiert.

Eine Rezension des DLF könnt ihr hier hören.

Hannes Köhler liest ab 20 Uhr aus seinem Buch. Eintritt: 7 Euro, 5 Euro ermäßigt, Vorverkauf in der Buchhandlung oder per Telefon 0421-16989654.

buntentorbuch.de, Buntentorsteinweg 107, 28201 Bremen-Neustadt

[Bernd]

 

Hops über die Weser: Das Golden City hat jetzt seinen Anker im Lankenauer Höft ausgeworfen. Foto: Golden City.

Golden City ankert am Lankenauer Höft

Die charmante Hafenbar zieht für mindestens eine Saison auf die andere Weserseite ans Lankenauer Höft. Die Crew Ramona, Ramon und Rammé nehmen Geschichte(n) vom ehemaligen Pusdorfer Strand, von Schiffsbewegungen im Neustädter Hafen und aus Woltmershauser Kneipen, Hinterhöfen und Kreativschmieden ins Visier, und verarbeiten sie zusammen mit Musik und Theater zum beliebten Golden City-Crossover bei Frikadelle und Bier.

Termin: 22. April bis 3. Oktober am Lankenauer Höft, Eröffnungsshow am Samstag, 28. April, 18 Uhr

[Annica]

#ostern: Weiss trifft bunt – Eier färben leicht gemacht

Variante Nachtblau mit Sternenhimmeloptik macht sich gut im erblühenden Garten. Foto: Annica Müllenberg

Immer wieder schön: Eier färben an Ostern! Annica hat ihre besten Tipps für euch zusammengetragen.

Feiertage nehme ich eigentlich wie sie kommen. Sie sind mehr oder weniger lästig, je nachdem, ob sie mit viel Aufwand verbunden sind. Kämen Feiertage aufs Familienfoto, wäre Ostern das Stiefkind – nach dem Weihnachtskoma wird es einfach vergessen. Taucht es plötzlich auf, macht das Spielen mit ihm doch Spaß.
Sobald sich der Karfreitag ankündigt und Osterfeuergeruch in der Luft liegt, erwacht das Kind in mir. Bis Ostermontag und am besten noch an den nächsten Wochenenden will ich bunte Ostereier sehen, finden und färben.

Obwohl ich schon mehrere Jahrzehnte Erfahrung vorweisen kann in Sachen Eier färben, gelingen mir nicht immer die ausdrucksstarken gleichmäßigen Farbergebnisse wie sie oft in den Osterkörben von Nachbarn und Freunden zu bestaunen sind. Meist gleichen meine einem mitternächtlichen Himmel mit Milchstraßenoptik oder ungewollten Batikmustern. Strukturen und dicke Risse tauchen willkürlich auf, Farbe platzt ab, Flecken und Kratzer entstehen. Trotz dieser Enttäuschungen bleibe experimentierfreudig und lerne.

Hier meine Tipps fürs Eier färben:

Die Vorbereitung: Die Eierjagd beginnt vor der Suche am Sonntag. Die besten Farbergebnisse lassen sich nämlich mit weißen Eiern erzielen. Die sind vor Ostern meist ausverkauft. Frühzeitiges Einkaufen ist also nötig.

Vor der Ostereiersuche steht die Suche nach weißen Eiern an, denn sie geben beim Färben die farbenstärksten Ergebnisse. Foto: Annica Müllenberg

Wer beim Eier färben geplante Strukturen auf seinen Kunsteiern möchte, kann Linsen, Blüten, Reis oder Blätter nutzen. Einfach auf die gekochten Eier legen, in einen Nylonstrumpf tun und straff am Ei abbinden (s. Foto in der Galerie).

Muster lassen sich auch mit Tesafilm erzeugen. Streifen oder Formen auf das heiße Ei aufkleben und ab in die Farbe. Ich verwende Farbtabletten und Farbblätter. Man legt sie in heißes Wasser. Nicht vergessen: Essig muss dazu.

Beste Farbergebnisse gibt’s, wenn die Eier vorm Färben vorsichtig gereinigt wurden und nach dem Kochen sofort in die Farbe gelegt werden – ohne Abschrecken!

Foto: Annica Müllenberg

Viel hilft nicht viel!
Die Eier länger in der Farbe zu lassen als nötig, bringt nicht unbedingt bessere Ergebnisse. Im besten Fall benutzt man Handschuhe, um die Eier aus der Farbe zu holen. Löffel hinterlassen teilweise hässliche Kratzspuren. Am Schluss die Kunstwerke mit Fett einreiben.

Was sind eure Färbtipps für Ostern?

 

Text und Fotos: Annica Müllenberg

#plietschkochen: Gewürzmatjes nach Luka Lübke

Klassisches Rezept würzig interpretiert: Matjes mit rote Bete, Chili, Orange und Kräutern.. Foto: © Luka Lübke ( marieweser.de

Luka Lübke, Bremer Spitzenköchin mit Hang zu „echtem Essen“ – also einer gesunden, modernen Küche – zeigt heute wieder wie „plietschkochen“ gelingt und wie sie Matjes nach Art der „modernen Hausfrau“ interpretiert. Nämlich mit rote Bete und viel Aroma. Viel Spaß beim Lesen und Kochen!

Nach Art der modernen Hausfrau: Gewürzmatjestartar mit Beten, Chili und Orange

Der Matjeshering hat mir schon so manchen dunklen Tag wieder schön gemacht – nicht nur wegen Vitamin D, sondern weil er mir schmeckt. Aber auf den Gräten rumkauen? Ich finde ja, dass so wie der Hecht ein Klößchen-Fisch ist, ist der Matjes ein Tatar-Fisch ist. Aber seht selbst:

Statt der altbekannten Hausfrauenart mit Äpfeln, Zwiebeln und weißer Sauce habt ihr hier eine leichte, schwungvolle Variante. Matjesfilet fein würfeln und zu gleichen Teilen feine rote Zwiebelwürfel und fein gewürfelte rote Bete zugeben. Abrieb von einer Orange, einen Spritzer Balsamessig und eure Lieblingsgewürzmischung zugeben. Ich nehme meine eigene aus Fenchel, Kreuzkümmel und Chipotle – aber auch Garam Masala funktioniert. Für einen schönen Glanz kannst du einen Löffel Honig und einen Spritzer gutes Öl darunterziehen. Vorsichtig salzen, manche Sorten sind schon von sich aus sehr kräftig. Dazu passen frische Basilikum, Dill- oder Korianderblätter.

Leuchtend rot dank Bete, frisch mit Orange, aufregend chili-gewürzt. Foto: © Luka Lübke / marieweser.de

Zu welchem Anlass? Dieser Tatar kann alles sein: Schickes Fingerfood, leichtes Mittagessen, Begleiter von Bratkartoffeln, aufs Brot oder ein Katerfrühstück mit Spiegelei. Soll’s extragesund sein? Dann reib noch frischen Ingwer rein.

Text, Rezept und Foto: Luka Lübke / marieweser.de

#Fotomarathon: Auf Sylt Friesen knipsen

Vom Sturm umtost ist die Nordseeinsel. Foto: Annica Müllenberg

Als treue GLUCKE-LeserIn weißt du, dass wir absolute Fans von der Idee „Fotomarathon“ sind, deshalb begleiten wir die Bremer AkteurInnen beim #FMHB (Fotomarathon Bremen) regelmäßig dabei (und berichten ausgiebig darüber mit Tipps für den Bremer FMHB 2017 und hier FMHB 2016). Zum zweiten Mal organisiert das Team des #FMHB nun auch einen Fotomarathon auf Sylt. Und zwar am 14. April 2018. Wir haben die Organisatoren danach gefragt, was den Insel-Fotomarathon so besonders macht.

Die Fotografen in Aktion beim Fotomarathon Sylt. Foto: Annica Müllenberg

Sylt mit besonderem Licht und viel Maritimen

Der Sylter Strand ruft ganzjährig Fotografen auf den Plan. Dort herrsche eine magische Atmosphäre, das Licht breche sich auf besondere Weise und der Sand sei feiner als irgendwo sonst, schwärmen Besucher. Sicherlich sind Sand, Strand und Wellen auf Sylt unvergleichlich. Dennoch bieten sich dort noch andere Motive als die übliche maritime Postkartenidylle.

7 Bilder in 7 Stunden

Der zweite Fotomarathon am Samstag, 14. April, auf Sylt bietet die Möglichkeit, die Insel aus einem anderen Blickwinkel zu entdecken. Während der Foto-Rallye kommen Teilnehmer an unbekannte Orte und entdecken mehr zwischen Strandkorb und Leuchtturm. Innerhalb von sieben Stunden müssen sieben Fotoaufgaben gelöst und kreativ umgesetzt werden.

Insel für besondere Augenblicke – Sylt. Foto: Annica Müllenberg

Die Schwierigkeit besteht darin, die Aufgaben in chronologischer Reihenfolge zu fotografieren. Es dürfen am Ende nur sieben Fotos abgegeben werden. 11 Uhr fällt der Startschuss für die Bilderjagd in den Räumen der Sylt Marketing GmbH an der Stephanstraße 6 in Westerland. Teilnehmen kann jeder, der eine einfache Digitalkamera hat, Lust am Fotografieren und Entdecken der Insel hat.

Ausstellung in den Sylter Werkstätten. Foto: Ilko Kastirr

Die Resultate aller Teilnehmer werden am Wochenende vom 2. bis zum 3. Juni, in den Sylter Werkstätten, Zum Fliegerhorst 3, ausgestellt. Die sieben Besten Fotografen werden mit Preisen belohnt. Zur Auswahl stehen hochkarätige Fototechnik, Ausflüge und Equipment.

Die Online Anmeldung steht unter https://www.sylt.de/fotomarathon

Die Teilnahme kostet 25 Euro. Weitere Infos ebenfalls auf der Homepage.

#Ausstellung: expressiv, magisch, fremd – Karl Schmidt-Rotluff in Hamburg

Afrikanische Einflüsse in der Ausstellung des „Die Brücke“-Mitbegründers Karl Schmidt-Rottluff: Masken, 1938, Brücke-Museum Berlin, Karl und Emy Schmidt-Rottluff Stiftung, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Einen etwas ungewöhnlichen Maler Schmidt-Rottluff präsentiert eine Ausstellung im Bucerius Forum in Hamburg. Sie konzentriert sich auf die Zeit nach 1913, beginnt also in dem Jahr, in dem die Künstlergemeinschaft „Die Brücke“ sich aufgelöst hatte. Schmidt-Rottluff war 1905 zusammen mit Kirchner, Heckel und anderen deren bekanntes Gründungsmitglied gewesen.

Schmidt-Rotluff: Ethnographische Werke nach „Der Brücke“

Die Ausstellung zeigt in gewohnter Manier auf über 600 Quadratmeter und über zwei Etagen 77 Exponate, davon 39 Gemälde, 15 Aquarell- und Tuscharbeiten und zwölf Kunst- und Kultobjekte außereuropäischer Herkunft aus dem Besitz des 1884 geborenen Künstlers. Im Fokus stehen diese ethnographischen Objekte und ihr Widerschein im Werk von Schmidt-Rottluff. Die ersten hatte Schmidt-Rottluff 1909/10 in Hamburg gekauft, eine Referenz zu „afrikanischen“ Motiven taucht erstmals 1913 in seinen Bildern auf, als genau in dem Jahr, in dem „Die Brücke“ sich auflöst. Diese Motive tauchen dann immer wieder auf Bildern auf. Schmidt-Rottluff muss 1964 aus gesundheitlichen Gründen das Malen in Öl beenden und verstirbt 1976.

Unbekannter Künstler; Büffelmaske der Babanki, (ohne Datum), Brücke-Museum Berlin, Karl und Emy Schmidt-Rottluff Stiftung, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Die Ausstellung umfasst bei den Gemälden auf den ersten Blick zwei Arten von Werken. Zum einen die „gewohnten“ farb- und ausdrucksstarken Werke. Im Spätwerk dann Bilder, die vor allem von den Farben eher konservativ, ja einige in ihren Pastelltönen fast kitschig anmuten. Bemerkenswert ist in kuratorischer Hinsicht, wie doch zumindest in der Ausstellung selbst mit der Rezeption, wenn nicht der vielzitierten Faszination „afrikanischer“ Kunst relativ unbefangen umgegangen wird; während anderswo, wie zuletzt in Bremen, der „koloniale Blick“ der KünstlerInnen der klassischen Moderne kritisch aufgearbeitet wird (Ausstellungsbericht hier).

 

Karl Schmidt-Rottluff: Afrikanisches, 1954, Brücke-Museum Berlin, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

 

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Karl Schmidt-Rottluff: expressiv, magisch, fremd. Bucerius Kunstforum, Rathausmarkt 2, Hamburg, noch bis 21. Mai, geöffnet täglich 11 bis 19 Uhr, donnerstags bis 21 Uhr. Eintritt 9 / 6 EUR.

Der dazugehörige Katalog ist im Hirmer Verlag erschienen (164 Seiten, ISBN 9783777430133, in der Ausstellung 29 EUR, im Buchhandel 39,90).

Text: Bernd Hüttner