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#buchtipp: Wie Frauen Dada prägten

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Von links nach rechts: Wieland Herzfelde, Eva Grosz (1895–1960, bildende Künstlerin, Modell/Muse, Berlin Dada), George Grosz, Rudolf Schlichter, John Heartfield, 1922 © courtesy Scheidegger & Spiess

1916 fand in Zürich der erste Abend der Bewegung statt, die unter dem Namen Dada bekannt werden sollte. Dada war eine Revolte gegen künstlerische und gesellschaftliche Traditionen, die auf Ironie, Satire und Lachen beruhte. Es ging darum, Kunst subversiv in den Alltag mitzunehmen, als sozialen, gesellschaftskritischen Auftrag. Dada als Kabarett, Theater oder bildende Kunst zu beschreiben, greift jeweils zu kurz. Und leider, leider war „die Deutungsmacht über Dada vorwiegend männlich“ wie Ina Boesch im Vorwort ihrer neuen Publikation „DIE DADA – Wie Frauen Dada prägten“ trocken bemerkt. Viele der Dadaisten seien, trotz ihrer Rebellion gegen künstlerische und gesellschaftliche Konventionen, Patriarchen geblieben, etwa indem sie die Rolle und Bedeutung von Frauen in Dada verschwiegen oder kleiner machten, als sie war.

Dada wird 100

Ina Boesch hat in ihrem spannenden Buch ein bisher wenig bekanntes Kapitel der westeuropäischen Kunstgeschichte ans Licht gebracht, nämlich die Rolle der Dada-Frauen. Es liefert viele, teilweise kleinteilige Informationen – und Einblicke in interessante Biographien. Boesch kann jedenfalls zeigen, dass Frauen in Dada sehr wohl präsent waren, auch wenn bislang nur Hannah Höch (1889-1978), Sophie Taeuber-Arp (1889-1943) und Sonia Delaunay-Terk (1885-1979) als eigenständige Künstlerinnen bekannter sind.

Ina Boesch porträtiert Malerinnen, Literatinnen, Tänzerinnen, Musikerinnen, Verlegerinnen und Mäzeninnen, die in Dada aktiv waren oder die Bewegung gefördert haben. Sie lebten in  Zürich, Berlin, die Niederlande, Paris und New York – meist als Lesben, Jüdinnen, Emigrantinnen – am Rand der Gesellschaft. Das ermöglichte ihnen aber vergleichsweise mehr Möglichkeiten sich und ihre Werke zu zeigen, als der klassische Kunstbetrieb jener Zeit.

Im letzten Drittel des Buches stellen dann fünf weitere ExpertInnen die Malerin Angelika Hoerle (1899-1923), die Schriftstellerin Celine Arnauld (1895-1952) und die Performerin Elsa von Freytag-Loringhoven (1874-1927) in eigenen Artikeln vor.

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Ina Boesch (Hrsg.): DIE DADA. Wie Frauen Dada prägten, Verlag Scheidegger & Spiess, Zürich 2015, 164 Seiten, 29 EUR

Gleich nach der Sommerpause, am 26. September 2015 wird im Kunsthaus Stade eine Ausstellung zu Hannah Höch eröffnet.

Text: Bernd Hüttner

 

#Graphicnovel: Girlsplaining – Viva la Vulva! Lesung

Rasierte Beine, schlanke Figur und ein diskreter Umgang mit dem weiblichen Geschlechtsteil – es gehört einiges dazu, dem Bild einer richtigen Frau zu entsprechen. Die Comiczeichnerin Katja Klengel spricht offen über die Vulva und den zwanghaften Körperkult. Am Freitag, 21. September, stellt sie ihr Buch „Girlsplaining“ im Bremer Mädchenkulturhaus vor.

Viva la Vulva!  Girlsplaining – ein Comic über Normen, vermeintliche Unzulänglichkeiten von Mädchen und Frauen und die dazugehörigen Sorgen und Ängste.  Katja Klengel / Reprodukt

Girlsplaining – Comic-Kolumne stärkt Mädchen

Katja Klengels Comic „Girlsplaining“ endet mit einer Entschuldigung an ihr 15-jähriges Ich. Sie erinnert an all die Tränen und verzweifelten Momente, in denen sie sich als Teenager ins Bett rollte und niemanden mehr sehen wollte. Die Gründe? Der eine oder andere Mitschüler fand ihren Po zu dick. Jahrzehnte malträtierte sie ihren Körper mit brennender Enthaarungscreme und versagte sich Leckereien. Sie lief den falschen Typen hinterher, die sie keines Blickes würdigten, ihr aber das verletzende Gefühl gaben, nicht schön zu sein – keine richtige Frau zu sein.

Katja Klengel / Reprodukt

Nun ist Schluss mit der Selbstkasteiung: Noch einmal 15 Jahre später hinterfragt die Autorin in ihrer Graphic Novel „Girlsplaining“, weshalb Frauen sich noch immer Normen unterziehen und einem bestimmten Ideal entsprechen müssen. Sie zieht in den Kampf gegen Sexismus, Schubladendenken und Rollenklischees. Warum nicht ganz genau hinsehen und benennen, was mit „untenrum“ gemeint ist? Warum haben wir vor dem Wort „Vulva“ mehr Angst als vor „Voldemort“? Müssen wir uns wirklich für unsere Körperbehaarung schämen? Wieso werden im Schulunterricht hauptsächlich männliche Autoren gelesen? Und warum sind die Geschlechterrollen bei Kinderspielzeug in den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts stecken geblieben? Die Zeichnerin, die 1988 in Jena geboren wurde und an der HfBK Dresden Kunst studierte, gibt Antworten und ruft Mädchen auf, weniger kritisch mit sich ins Gericht zu gehen.

 

Katja Klengel / Reprodukt

Viva la Vulva! Mit Offenheit und Humor gegen Unaussprechliches

Im handlich-quadratischen Taschenformat kommt Klengels Buch daher. Die Zeichnungen sind in dem ihr eigenen Stil, der von Sailor-Moon-Comics beeinflusst ist. Klengel zeigt mit viel Offenheit und ordentlich Humor persönliche Erinnerungen in allen Abstufungen der Farbe Pink. Dumme Sprüche, Anmachen und Bemerkungen ließen die 15-Jährige damals rot werden und erstarren. Klengel dreht die Uhr zurück und macht deutlich, wie sie heute reagieren würde.

Katja Klengel liest aus „Girlsplaining“ am Freitag, 21. September, im Mädchen_kulturhaus, Heinrichstraße 21 in Bremen. Start ist 19.00 Uhr.

Text: Annika Müllenberg

#Wasgeht: Kulturtipps für Bremen im September

Wie jeden Monatsanfang stellen wir euch unsere höchstpersönlichen Lieblings-Kulturtipps und Veranstaltungen für Bremen und Bremerhaven im September vor. Los geht´s gleich am 1. Wochenende mit dem Dreizehn°-Festival in Blumenthal, dann gibt es viel Lesestoff bei der 1.Literaturnacht Bremens, die Kinosaison startet mit dem 4.Filmfest Bremen und zum 5.Mal lädt die LaWeser in die Villa sponte. Bitte schön!

Dreizehn°-Festival in der Baumwollkämmerei

Das erste Septemberwochenende knüpft an den Festival-August an und bringt mit dem Dreizehn°-Festival Live-Musik, Club-Nächte, Theater, Kino, Literatur, Ausstellungen, Workshops, Vorträge, Diskussionen, Performances, Installationen und Exkursionen nach Bremen Nord. Auf dem Gelände der ehemaligen Baumwollkämmerei und in zwei großen Hallen stemmen die OrganisatorInnen ein umfangreiches Kultur-Programm. Mehr Infos findet ihr online perfekt nach Kategorien oder Tagen zusammengefasst auf dreizehngradfestival.de.

Jeder entscheidet selbst wieviel er/sie fürs Festival ausgeben mag: 49, 59 oder 79 Euro (Es gibt keine extra Camping-Tickets, Müllpfand oder ähnliches.). Tagestickets kosten am Samstag 29 Euro (Programm bis 4.00 Uhr früh), am Sonntag 15 Euro.

Bremen liest:  1.Literaturnacht und Bremer Bücherfrauen

Im September wird in Bremen viel vor-gelesen. Während am 6. September die Autorin Betty Kolodzy in der Buchhandlung Buntentor liest und sich der Hamburger LitQuickie-Verlag vorstellt,  startet am 7.September die 1. Bremer Literaturnacht, in der 14 Buchhandlungen und Verlage ihre Türen auch nach Verkaufsschluss öffnen und mehr als 40 AutorInnen aus ihren Werken lesen. Da ist mit Krimi, Lyrik, Roman oder Kinderbuch für alle was dabei. Beteiligt sind über 40 Autorinnen und Autoren aus der Region sowie 14 Buchhandlungen und Verlage. „Bücher made in Bremen“ und die dazugehörigen Verlage stellen sich außerdem am 7. (11-17 Uhr) und 8.September (11-15 Uhr) bei der Bremer Büchermeile in der Langenstraße 1 (vor Buchhandlung Storm) vor. Mit dabei auch Illustratorin und Hauszeichnerin Isa Fischer mit ihrem Ein-Personen-Verlag Duplio.

6.September, 20.00 Uhr, Buchhandlung Buntentor, Buntentorsteinweg 107
7. September 2018, ab 19 Uhr Alle Termine und Orte zur Veranstaltung des Bremer Literaturkontors findet ihr auf deren Website.

4. Filmfest Bremen

Vier Tage, vier Wettbewerbe, Spielfilme, Dokumentationen, Kurzfilme – das 4.Bremer Filmfest zeigt von Donnerstag bis Sonntag, 20. bis 23. September 2018 die Essenz von mehr als 3.500 Filmeinreichungen aus über 100 Ländern. Zentrales Festivalkino ist 2018 wieder die Schauburg, weitere Schauorte sind das Atlantis Kino, das City 46 und das Theater Bremen zur Festivaleröffnung mit den im Vorfeld entstandenen KLAPPE!-Kurzfilmen. Dafür müssen innerhalb von 48-Stunden maximal fünf Minuten lange Kurzfilme mit Bremenbezug eingereicht werden. Das Motto wird am 14. September bekannt gegeben. High-Light des Filmfests aus unserer Sicht: das David Bowie Special „The Man WhoFell to Earth“ und ein Herr Lehmann-Filmmarathon.

Das komplette Programm und mehr Infos gibt´s auf filmfestbremen.com.

Eine Besucherin staunt über Bilder, Holzvasen und Kerzen auf der La Weser.

Kulturtipp mit Stil: Auf der La Weser stellen 23 Kunsthandwerkerinnen und Künstlerinnen im wunderbaren Ambiente der Villa Sponte ihre Werke vor.

Zum 5.Mal LaWeser: Kunst und Kunsthandwerk von Frauen

Schon zum fünften Mal zeigen bei „LaWeser“ bildende Künstlerinnen und  Kunsthandwerkinnen ihre Skulpturen, Papierkunst, Fotografie, Modedesign, Schmuck und einzigartige liebevoll gestaltete Alltagsgegenstände. Am Samstag, den 22.09.2018  und Sonntag, den 23.09.2018 präsentieren 23 Gestalterinnen aus Kunst, Handwerk und Design ihre Arbeiten im Garten und großzügigen Räumen der Villa Sponte. Der Eintrittspreis von 2 Euro enthält 1 Los der Jubiläums-Tombola.

Villa Sponte, Osterdeich 59b in Bremen
Samstag, den 22.09.2018 von 11 bis 18 Uhr
Sonntag, den 23.09.2018 von 11 bis 17 Uhr

Mehr Infos unter: www.laweser.de

 

#Interview: 5 Fragen an… Miriam Steen, Drehbuchautorin und Filmemacherin

Die Lübecker Filmemacherin Miriam Steen hat als Drehbuchautorin und bei der Produktion des Episodenfilms des georgischen Regisseurs Giorgi Abashishvili „Alles über Menschen“ gearbeitet. Neun poetische Geschichten erzählt der preisgekrönte Film über „komische, unerwartete und manchmal auch tragische Momente des Lebens“ – die Szenen basieren auf  Motiven des preisgekrönten Schriftstellers Nodar Dumbadze und reichen von Norddeutschland über Tiflis bis in die Berge Georgiens. Ab dem 6.September zeigt das City 46 -Kino in Bremen den Film im Rahmen seines Monatsschwerpunkts Georgien. Am Sonntag (9.9.) kommen Steen und Abshishvili zur Vorführung und erzählen von den Dreharbeiten und über den Film. Heike hat Miriam unsere 5 Fragen an… gestellt.

Miriam Steen und Giorgi Abashishvili stellen ihren Film in Bremen vor.

Miriam Steen und Giorgi Abashishvili – Drehbuchautorin und Regisseur des deutsch-georgischen Episodenfilms „Alles über Menschen“ stellen ihren Film im Bremer Kommunalkino City46 vor.

1. Wie kommt es, dass du dich dieser georgischen Geschichte angenommen hast? Welche Rolle hast du bei der Realisation gespielt?
Miriam Steen: Die Zusammenarbeit zwischen Giorgi Abashishvili und mir entstand bereits während unseres Studiums im Studienschwerpunkt Film und Fernsehen bei Prof. David Safarian und Prof. Yana Drouz an der Universität Kassel, die damals auch die NUR film group mit ihren Studierenden ins Leben gerufen haben. Die meisten Absolventen arbeiten inzwischen national und international als freiberufliche Filmemacher oder haben eigene Filmproduktionsfirmen gegründet. Das Drehbuch habe ich mitgeschrieben und als Regieassistentin habe ich in Georgien und Deutschland beim Schauspielercasting, der Motivsuche und bei den Dreharbeiten gearbeitet.

2. Was macht euren Film so besonders? 
Miriam Steen: „Der Film macht glücklich!“, lassen sich die Kommentare bisheriger Zuschauer in Lübeck, Kiel und Husum zusammenfassen. Die Episoden des Filmes basieren auf Motiven des georgischen Schriftstellers Nodar Dumbadse, der Menschen und ihre tragischen Konflikte mit großem menschlichen Humor erzählt hat. Als Literaturverfilmung bietet „Alles über Menschen“ auch einen schönen Anknüpfungspunkt an die diesjährige Frankfurter Buchmesse, deren Ehrengastland Georgien ist.
Der Film erzählt in neun Episoden von den tragischen und komischen Momenten des Lebens, die wechselweise in Deutschland und Georgien spielen.
Zum Beispiel Schauspieler Sven Walser, gebürtiger Bremer, will in der Rolle eines Malermeisters seinen unglücklich verliebten Malerlehrling wieder auf Arbeitskurs bringen, der lieber leidenschaftliche Gedichte vorträgt.
In Georgien können wir einen Polizisten und einen Priester erleben, die gemeinsam für kurze Zeit ihre Pflicht vergessen, verführt von der Sonne.
Georgische Priester haben übrigens sehr viel Humor wie ich selber vor Ort feststellen konnte!
Oder eine Oma, die so schön ihre Familie manipuliert, dass Enkel und Opa wieder gemeinsam zum traditionellen georgischen Chorsingen gehen. Gespielt von zwei Superstars in Georgien, Tamar Skirtladze, die Grande-Dame des Staatstheaters in Tiflis und Kakhi Kavsadze.
Bei einigen der Vorführungen in Bremen werden Giorgi Abashishvili und ich anwesend sein und im Anschluss in Anekdoten von unseren Erfahrungen beim gemeinsamen Drehbuchschreiben und von den Dreharbeiten berichten. Die Dreharbeiten waren mein erster Aufenthalt in Georgien und so passierten natürlich viele kulturelle Missverständnisse. Wer sich für Georgien als Reiseland interessiert, wird dabei die eine oder andere Anregung mitnehmen können.

Plakat zum Film Alles über Menschen.

3. Du als Lübeckerin kennst bestimmt Bremen. Was magst du an der Stadt (nicht)?
Miriam Steen: In meiner Kindheit war ich öfter in Bremen, weil wir Verwandtschaft in der Region haben. Und als gebürtige Hanseatin fühle ich mich von Natur aus in allen Hansestädten wie ein Fisch im Wasser. Wenn ich im Ausland bin, erzähle ich gerne folgenden Witz auf die oft gestellte Frage „Wie sind denn die Menschen in deiner Heimat so?“ – Zwei Fischer sitzen nach einem langen Arbeitstag bei einem Getränk zusammen. „Prost!“, sagt der eine. Darauf der andere: „Willst du schnacken oder trinken?“.
Mein letzter Besuch in Bremen ist leider eine Weile her, umso mehr freue ich mich auf unsere Vorführung dort und frische Eindrücke.

4. Stell dir vor, du hast 1 Mio. € zur Verfügung. Was würdest du damit in und
für den Kulturbereich umsetzen?
Miriam Steen: Vielleicht würde ich es in „offizielle Hände“ der Kulturförderung weitergeben. Vor einigen Jahren hat das Filmbüro Bremen den Kinderfilm „LUI und die Pelzmütze“ meiner NUR film group-Kollegin Rike Holtz mitgefördert (für den damals Giorgi Abashishvili wunderschöne Musik komponierte…). Der Film ist auf der ganzen Welt gezeigt worden und hat viele Preise gewonnen. Und während der diesjährigen Berlinale traf ich die Leiterin des Filmbüros, Saskia Wegelein-Golovkov, die dort mit ihrem Team immer die „Kaffeetasse“ ausrichtet. Das ist ein familiäres, produktives Branchentreffen, auf dem diesmal für uns der Kontakt zum Kino City46 entstand, wo jetzt unser Film läuft. Es gibt viele Arten der Unterstützung für Kulturschaffende. Es könnte auch sein, dass ich das Geld für eigene Projekte und die meiner Kollegen nutzen würde. Das sehen wir dann, wenn es soweit ist. 1 Mio Euro ist gleichzeitig viel und nichts.

5. Was tust du, bevor du abends das Licht im Bett ausmacht?
Miriam Steen: Manchmal schlafe ich schon. Im besten Fall mache ich Notizen zu aktuellen Projekten. Im Moment arbeite ich an einem Dokumentarfilm über Prof. Dr. Franz-Bernd Frechen und seine Erfindung, den Wasserrucksack PAUL. Ein genial einfaches Gerät, dass Menschen hilft, sich in Katastrophensituationen selbständig mit trinkbarem Wasser zu versorgen.

Liebe Miriam, herzlichen Dank für deine ausführlichen Antworten und einen sehr treffenden Witz :-). Ihr könnt sie am Sonntag um 20.30 Uhr bei der Vorstellung im City46 treffen. Weitere Vorstellung am Donnerstag, 6.9. und Montag,  10.9. um 18:00 und am Dienstag 11.9. um 20.30 Uhr.

City46 Kommunalkino

Birkenstraße 1

Mehr Infos über  den Film und das Monatsthema auf city.46.de 

Interview: Heike Mühldorfer

#wasgeht: Kulturtipps für August in Bremen

Wegen der wunderbaren Sommerhitze und einer kleinen Urlaubspause in diesem Jahr kommen unsere Kulturtipps für August in Bremen etwas später als gewohnt. Unsere höchstpersönlichen Lieblings-Kulturtipps und Veranstaltungen für Bremen führen euch zur Kompletten Palette, in die Golden City Hafenbar im Lankenauer Höft und in die Villa Sponte, in die Neustadt zum SummerSounds Festival oder zum Bio-Wein-Verkosten, nach Gröpelingen und in die Überseestadt. Habt einen schönen August! 

Die komplette Palette. Open Air Musik am Weserstrand

Zum zweiten Streich in diesem Sommer serviert das Open-Air-Kultur-Event von Immo Wischhusen auf der Palette „einen bunten Salat an Stilrichtungen in der optimalen Reihenfolge für eine astreine Abfahrt“. Es gibt Liveacts und DJs, Foodtrucks und eine Bar. Badesachen unbedingt mit einpacken! Das Projekt finanziert sich Spenden, Eintrittsgelder für Musikveranstaltungen bis maximal 499 Gäste (!) und den Barbetrieb. Kinder bis 13 erhalten in Begleitung ihrer Eltern freien Eintritt. Wer beim Aufbau und den Veranstaltungen helfen will ist herzlich willkommen!

Am 11.August ab 15 Uhr bis 3 Uhr früh, Sonnenuntergang um 21:01

Mit dabei sind :
Norman Gein & Stuckman (splatter rap), Herr König (boombap rap)
Lyriquent (concious rap), Daughter of the Wolf (Blues)
Battle Rap Cypher Showcase (Battle Rap), Brian Gerschler Band ( Alternative Rock)
Monopohl (Techno), Flomega (Soul/Funk/Reggae), Dan Smiles ( BalkanBeats/Elektroswing)
Dandy Swagger (Party Animal)

Mehr Infos bei Facebook oder auf der Homepage dkp.online

Anfahrt mit dem Rad, wir zitieren: „Ab dem Weserwehr dauert es zehn Minuten mit dem Bike.
Die Palette steht dieses Jahr ein Hafenbecken weiter als letztes Jahr, daher biege auf dem Hemelinger Hafendamm erst hinter dem Arberger Ha
fendamm bei der Bushaltestelle Fuldahafen vor der grauen Halle rechts ein. Du fährst am Hafenbecken herum und parkst Deinen Esel an der Spundwand. Über die Holztreppe und noch die restlichen 300 Meter am Fuldabecken entlang, dort wächst es: das kleine Paradies.“

Mehr Infos auf der der DKP-Homepage 

 

OSteinfestival in der Villa Sponte

Schon seit fünf Jahren bereichert die Villa sponte mit vielen Konzerten, Ausstellungen und Lesungen die Bremer Kulturszene. Das feiert der Verein Villa Sponte zeitkultur am 11. August mit einer Riesenparty samt Live-Musik. Bei schönem Wetter im Garten, sonst drinne. Los geht´s um 16 Uhr, ab 17 Uhr wird das Duo „Coffee or not“ auf das Fest einstimmen, ab  20 Uhr spielt die Villa-Sponte-Hausband Tranquil Binge Folk und viel Melodic-Rock alter Schule, ab 22 Uhr geht´s dann im Haus weiter mit Schwoofen zu Musikkonserve.

Für Speis und Trank ist gesorgt.

Osterdeich 59B

Weitere Infos auf  facebook.com/Villasponte2011/

Außerdem am 11.8.2018 : das Horn to be Wild-Festival, das sich dieses Jahr mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinander setzt. Mehr Infos dazu hier https://horntobewild-festival.de . 

Golden City Hafenbar und Himmelhöft-Festival

Noch ein Termin am 11.August: Zum ersten Mal startet das Festival HIMMELHÖFT am Lankenauer Höft in Bremen. Auf 20.000 qm findet ihr hier zwei Open-Air-Bühnen und ein DJ- Zelt, viel freie Fläche zum Chillen und Tanzen, und all das mit unverbaubarem Blick auf die Weser. Passend zum Motto Orient nehmen zahlreiche Gestaltungsobjekte auf dem Gelände diese Idee auf und auch das eigens errichtete Restaurant stellt sich kulinarisch darauf ein.

LIVEACTS: Vladi Wostok | Stoff | Giesbert und der Hase | Good Stuff Project | Wezn | Secret Act
DJ SETS: Anderswo Kollektiv | Birdmilk Berlin | Cindy Looper (Goldener Pudel Hamburg)
Hoshy | Andreas Lindemann | Dalex (Taktort/Hamburg) | Jazzadelic Tunes |
First Claas | Die Wodarzens
VARIETÉ-ACTS: Birdmilk Berlin
u.v.m.

Eintritt: 18€ Vorverkauf/ 24€ Abendkasse
Programmbeginn 17:00 Uhr | Ende 9:00 Uhr

Am Sonntag den 12.August geht es ab 14:00 Uhr weiter mit dem kostenfreien Interkulturellen Tag der Familien und Freunde mit Musik, Spiel und Kuchen. In Kooperation mit diversen Initiativen aus dem Stadtteil entsteht ein illustres Programm zu freiem Eintritt.

LIVEACTS: Damas | Jamsessionkollekiv | und mehr
KINDERPROGRAMM: Bras e.V., SOS Kinderdorf, Martinshof, Hüpfburg, Schiffbau
FAMILIENPROGRAMM: Kaffee und Kuchen, Zappeltee.

SummerSounds 2017 – Highlight der Kulturtipps im August. Foto: (C) Summer Sounds / Daniela Buchholz

Summer Sounds in der Neustadt

Vier Bühnen, eine Jazzjurte und eine neue Arena und mit dem 5. Bremer Lastenradrennen auch noch ein zusätzliches Event – SummerSounds startet in die 13. Runde. Mit dabei am 18.August ab 14 Uhr ist Deutschrapper Curse, die Bremer Band FAAKMARVIN, Lenna aus Stuhr und vier internationale Newcomerbands des Stage Europe Networks. Außerdem legen diverse DJs auf und in der MIB-JAZZ_JURTE der Musikerinitiative Bremen gibt es „gutgemixtes Jazz-Spektrum auf die Ohren: brasilianische Lebensfreude, Funkiges und Rockiges von bekanntenJazz-Größen, aber auch,von jungen Jazzern. Auf der vierten Bühne Wanderlust mit Bremer Bands. Unser Tipp: Lasst euch Daughter of the Wolf aka Gosia Josinska um 14.50 Uhr auf der HSB NEXT Stage nicht entgehen. Sie ist umtriebige Patin der Goodgang und dank ihrer großartigen Stimme ein echtes Ereignis. Auf ihrer Website hat sie ein paar Hörproben für euch zusammengestellt.
Motto des SummerSounds-Festivals in der Bremer Neustadt sind Mobilität, Radfahren und Nachhaltigkeit und Sternstunden 2018 – hierzu gibt es das 5.Bremer Lastenradrennen und viele Mitmachstände und einer großen Hüpfburg. Also auch für die Kids wird was geboten. Food-Trucks und Getränkestände sorgen fürs leibliche Wohl. Sehen wir uns?

am 18.August, 14 – 1.00 Uhr
Mehr Infos zum SummerSounds Programm online.

20 Jahre Kultur vor Ort e.V. in Gröpelingen

DAS GRÜNE SOFA – JUBILÄUMSREIHE 2018:

Der literarischen Feierabend für Erwachsene feiert 20 Jahre Kultur vor Ort e.V. in Gröpelingen. Deshalb nehmen vier GröpelingerInnen und Vereinsmitfrauen Karin Lion, Christiane Hahn-Büthe, Almut Rüter und Kathrin Wischnath auf dem Grünen Sofa Platz und lesen aus ihrem Lieblingsbuch. Und zwar jeweils um 18:15 Uhr in der Stadtbibliothek West, am Gröpelinger Bibliotheksplatz. Am 21.8.2018 liest Karin Lion aus Skármetas Roman „Mit brennender Geduld“, einer Hommage an den großen chilenischen Dichter Pablo Neruda. Das Buch erzählt, wie sich die Freundschaft sich zwischen Pablo Neruda und seinem Briefträger Mario Jiménez entwickelt, dem Sohn eines Fischer auf der Isla Negra – poetisch, witzig und liebevoll.

Weitere Termine auf kultur-vor-ort.com

Pop Up City – das Jugendfestival in Bremen-Gröpelingen

Pop Up City Gröpelingen! Jugendkunstfestival

Wie sich Kinder und Jugendliche ihren Lebensraum vorstellen und erobern, erarbeiten und zeigen junge Menschen aus Gröpelingen an zwei Tagen im August mit über 20 Eigenproduktionen: Zu sehen und erleben sind zum einen schwebende Figuren, Geschichtenerzähler, Insektenhotels und uraltes Popcorn, die Besucher werden Teil einer Demonstration und durchforsten Dschungellandschaften. Zum anderen gibt es offene Workshops zum Mitmachen. Das Spektrum reicht vom Objektebau, Drucken, Plakatieren und Grafiti über Storytelling, Urban Gardening, Rap und Poetry Slam bis hin zu Musik und Tanz.

Die Veranstaltung wurde möglich durch die kreative Energie und Schaffenskraft von Kindern und Jugendlichen der Gesamtschule West, Neue Oberschule Gröpelingen, Oberschule Ohlenhof, Grundschule an der Oslebshauser Heerstraße, Grundschule Auf den Heuen, Grundschule Fischerhuder Straße, Oberschule im Park, Klecks, Kunstkiosk, Mobiles Atelier, Kunstwerkstatt, QBZ Morgenland, Kamishibai, Bürgerhaus Oslebshausen und moves ug und anleitenden Künstler*innen, Pädagog*innen, Vermittler*innen.

Termine: 31.8.18. 10-17 Uhr / 1.9.18 11-18 Uhr Pop Up City Gröpelingen Jugendkunstfestival 2018. Grünzug West Höhe Moorstraße. Eintritt frei.
Infos: 0421- 6197727 und www.kultur-vor-ort.com

Bio-Wein aus 7 Ländern – Hausmesse bei Vivo lo Vin

Vivo lo Vin öffnet seine Türen! Bremens großer Bio-Weinimporteur feiert sein 30-jähriges Jubiläum mit einer Hausmesse am letzten Augustwochenende (Freitag 31.8./ Samstag 1.9.). Mit dabei sind 30 WinzerInnen aus Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Portugal, Rumänien und Argentinien, die Weine zum Verkosten mitgebracht haben. Außerdem gibt es Fach-Seminare rund um den Weinanbau und angrenzende Themen, wie Wein & Käse oder auch Olivenöl. Wer mal hinter die Kulissen blicken möchte, nimmt an einer Führung durch die hauseigene Mehrweg-Weinabfüllanlage teil. Eintritt 15 Euro inkl. Profiglas. Tipp: Wer am 2.Tag sein Glas mitbringt, zahlt nicht!

Freitag, 31. August | 16:00 – 21:00 Uhr
Samstag, 1. September | 12:00 – 18:00 Uhr

Duckwitzstr. 54-56

Mehr Infos auf der Vivo lo Vin-Homepage und Tickets bei Eventbrite.

Überseefestival am Hansator

Qual der Wahl für viele: Am Freitag, den 31.08. und Samstag, den 01.09.2018 findet außerdem das 8. Überseefestival auf dem Gelände der Musikszene Bremen e.V. am ehemaligen Zollamt am Hansator statt. Bei diesem Open-Air-Festival wird ohne Eintritt auf zwei Bühnen und in der Zollkantine das Beste aus Bremen und umzu geboten. 100% Bremen beim Line-up, aber auch beim gastronomischen Angebot setzen die OrganisatorInnen auf regionale PartnerInnen.

Line-Up:
Velvetone, FREEDA BEAST, Coffee , Havington, Notausgäng, TONi VON OBEN, Hypertonus, Jinx, She danced slowly, Rote Planeten, Dizzy from Rotation, RAUSZ., betastone, Freaks Dynamite, Mügget(Rostock) und Drunk Motorcycle Boy.
Bunker Beats Bremen gestalten den Festival-Freitag mit Hip Hop in der Zollkantine: Chrizzo, Nimmersatt, Fry Zeit Clikk, Hast & Pestizid, Hazet Yustus, Johnsen & Lutz Montana, Ms. Marple, Norman Gein & Stuck Man, Ol Dirty Shirt, Rotz&Arroganz, Spaze Windu, Eat My Verse

Mehr Infos auf ueberseefestival-bremen.de

#plietschkochen: Sommersalat mit Aubergine und Gurke

Luka Lübke, Bremer Spitzenköchin mit Hang zu „echtem Essen“ – also einer gesunden, modernen Küche – zeigt wieder wie „plietschkochen“ gelingt und serviert uns ein einfaches Rezept für einen schnellen Mittagstisch. Heute gibt´s einen sommerlichen Salat mit Aubergine, Gurke, Walnuss, Granatapfel und Minze. Im Glas. 

Dream-Team Sommer und Salat

Es ist so spannend, was mit der Esskultur eines Landes passiert, wenn neue Menschen zu uns kommen. Als ich klein war, haben alle Kinder, die man nach ihrem Lieblingsessen gefragt hat, gesagt: Pfannkuchen! Wenn Du die Kinder heute fragst, sagen alle: Spaghettiiii! Oder Pizzaaaa! Diese schönen Lieblingsgerichte haben wir italienischen Einwanderern zu verdanken. Die Menschen, die heute einwandern kommen aus anderen Ländern – die oft arabisch beeinflusst sind und uns ganz neue Ess-Erlebnisse schenken. Mit vielen Gewürzen und Hülsenfrüchten, Granatäpfeln, aber auch mit einer neuen Art zu essen: gesünder, vielfältiger, weltoffener.

Dieser plietsche Salat schmeckt nach Orient und vertreibt den Winter. Beginne mit einer fein gewürfelten Aubergine, die Du in gutem Olivenöl anbrätst. Gib eine Prise Kreuzkümmel dazu und schwenke, bis sie eine schöne Farbe haben. In der Zeit nimmst Du eine Salatgurke, viertelst sie längs und schneidest das Kerngehäuse heraus, damit Dein Salat nicht wässrig wird. Schneide die Gurke in ebenso feine Würfel wie die Aubergine, gib sie in eine große Schüssel und mariniere sie mit einem Schuss gutem Olivenöl, Abrieb und Schale einer Zitrone, einer feingehackten roten Zwiebel, einer feingehackten Knoblauchzehe und einem halben Bund fein gehackter Minzblätter. Heb die Minzstiele auf und brüh Dir einen leckeren Tee auf, vielleicht mit einem Scheibchen Ingwer.

Auberginen-Gurken-Salat in Gläsern Rezept von Luka Lübke

Sommer Salat für heiße Tage! Mit Gurke und Minze erfrischend, gebratene Auberginenwürfel und Granatapfel für orientalisches Flair. Foto: © Luka Lübke /apokaluebke.com

Mit Spiegelei oder warmem Bulgur

Eine Handvoll Walnüsse hacken und dazugeben, einen frischen Granatapfel auslösen und die Kerne der Hälfte unter den Salat mischen – die andere Hälfte aufheben für ein anderes gesundes Gericht, zum Beispiel einen süßen Yoghurt. Sind die Auberginen etwas abgekühlt, mische sie unter die anderen Zutaten, schmecke mit Salz und Pfeffer ab und schichte sie in ein Glas mit etwas zerkrümeltem Ziegenkäse.

Ich esse das gern als gesundes Lowcarb-Frühstück mit Spiegel-Ei. Du kannst aber auch etwas gekochten Bulgur dazu mischen und hast so eine sommerliche, lauwarme Mahlzeit. Oder einen ergiebigen Party-Salat. Im fest verschlossenen Gläschen kannst Du ihn gut mit ins Büro nehmen, er hält ein paar Tage im Kühlschrank und schmeckt bestimmt auch Deinen Kollegen.

Wenn es etwas Feiner sein soll: nimm es als Beilage zu Lammkoteletts oder Hackbällchen mit einem Schlag Tsaziki oder saurer Sahne.

Achtung: dieser Salat ist köstlich aber auch ein bisschen zeitaufwändig. Wenn Du es eilig hast, lass den Granatapfel weg und nimm Datteln oder Oliven und Rosinen.

Rezept, Text und Fotos: Luka Lübke

Mehr Rezepte und Texte findet ihr in Lukas neuem Kochblog Apokaluebke – meine Küche gegen den Weltuntergang (KgW)

#Reisen: Kurztrip nach Barcelona

Wer ein paar Tage raus aus dem Alltag und rein in eine pulsierende, kulturell vielseitige und baulich luftige Weltstadt möchte, für den könnte ein Kurztripp nach Barcelona die Lösung sein. Die katalanische Hauptstadt wartet mit einer langen Geschichte und vielen Kunst-/Architektur-High-Lights von Picasso, Miró und Gaudí auf. Es gibt die schönen Stadtviertel Born, Eixample und Gracia mit den besonderen Häusern im katalanischen Jugendstil, dem Modernisme, und das historische Barri Gotic, den Hafen und Strände in Barceloneta, die berühmte Las Ramblas vom Plaça Catalunya bis zum Hafen (und noch andere,  die zum Flanieren einladen), weitläufige Parks und modernste Architektur mit stadtplanerischen Überraschungen samt der dazugehörigen Baustellen (zum Beispiel um den Placa Glories). Als Bremerin fällt mir natürlich gleich das komfortable Fahrradnetz mit viel Raum inmitten der Autofahrspuren auf. Aber auch mit Metro und Straßenbahnnetz ist die Stadt schnell, komfortabel und preisgünstig entdeckt.

Barcelona ist auch Fahrradstadt. © Foto Heike Mühldorfer

Barcelona erobern: Mit Fahrrad, öffentlichem Nahverkehr oder dem Touri-Doppeldecker

Für den ersten Überblick kann ich  nur die Touri-Doppeldecker empfehlen, die sämtliche Sehenswürdigkeiten und auch eher am Stadtrand liegende Ziele ansteuern (Achtung: es gibt zwei Anbieter mit unterschiedlichen Routen). Damit lassen sich die beliebtesten Hotspots direkt erreichen und ein erster Blick auf die Ecken der Stadt werfen, die besonders interessant sind. Und dann heißt es: flanieren, schauen, staunen und entdecken.

Kurztrip in die katalanische Hauptstadt

Auf jeden Fall einen Besuch Wert beim Kurztrip nach Barcelona: der Park Güell. © Foto Heike Mühldorfer

Gaudís Park Güell

Nicht nur für Fans des katalanischen Star-Architekten des Modernisme ein Muss: Auf 17,2 Hektar präsentiert sich der Park Güell detailverliebt mit wunderbaren Mosaikarbeiten, Steinkonstruktionen und Architektur-High-Lights in prächtigstem Parkambiente. Ab 1900 von Gaudí erschaffenes Gesamtkunstwerk mit einem beeindruckenden Blick über die ganze Stadt bis hin zum Meer. Für den Park gibt es Online-Tickets mit Zeitfenster, so können lange Wartezeit vor Ort vermieden werden.

Weltkulturerbe: Die Sagrada Familia

Die meistbesuchte Sehenswürdigkeit in Barcelona ist die Sühnekirche der Heiligen Familie. Das imposante, weit über die Stadt ragende Bauwerk ist bis heute unvollendet und soll zum 100. Todestag Gaudís  im Jahr 2026 in ganzer Pracht erstrahlen. Der geniale Architekt verstand es auch hier, verschiedene Stile aus Klassik und Moderne zur unverkennbaren Silhouette zu kombinieren und mit filigranen Bauvariationen zu begeistern. Der Innenraum fasziniert mit wunderbaren Lichtspielen, die je nach Tageszeit durch die farbigen Fenster hervorgerufen werden. Der Blick von einem der Türme gehört zum Pflichtprogramm. Unbedingt Online-Karten-Service nutzen, sonst stundenlange Wartezeiten für eine Karte.

Der Mercat de Sant Josep oder Mercat di Boqueria gehört zu den schönsten Markthallen in Barcelona. © Foto Heike Mühldorfer

Katalanisches Essen und Trinken: Molt bona!

Auch für die Küche Barcelonas gilt: Einfach ist oft am besten! Pa amb tomàquet – so ein Tomatenbrot ist schnell gemacht und dank der extraaromatischen Tomaten und hochwertigen Olivenöls ein Genuss. Dafür einfach Weißbrotscheiben rösten, Tomate halbieren und mit etwas Druck übers Brot streichen (oder geschälte Tomaten fein hacken), mit feinem Olivenöl beträufeln, salzen, fertig. Eine Steigerung war für mich die italienische Variante von Flor, die in ihrem kleinen Restaurant Lo de Flor im angesagten Viertel Raval als Vorspeise die Tomaten noch mit Basilikum kräuterfrisch anreichert und darunter italienischen Stracchi(n)o-Frischkäse streicht. Ein Traum! Überhaupt gehört das kleine Restaurant im angesagten Künstlerviertel zu den Geheimtipps der Stadt.

Auf der Suche nach den besten Tapas in Barcelona, also den typischen Appetithäppchen mit Meeresfrüchten, Fleisch, Ei, Kartoffeln und Gemüse hat mich die Cuines Santa Caterina am gleichnamigen Mercat Santa Caterina (in der Nähe des Picasso Museums) überzeugt. Hier wird in der einsehbaren Küche alles frisch zubereitet – von Pulpen, über Tortilla bis kleine Fleischspießen (und auch Burger). Wer es weniger touristisch mag und Lust auf ein authentisches katalanisches Mittags-Menü hat, bekommt das drinnen im Markt im kleinen sehr gut besuchten Restaurant. Oder du schlenderst durch eine der unzähligen Markthallen der Stadt  und holst dir kleine Tapas auf die Hand.

Mitten im Großstadttrubel finden sich immer wieder schöne Parks und Brunnen. © Foto Heike Mühldorfer

Barcelonas luftig-lichte Plätze und Parks

Egal in welchem Viertel du dich herumtreibst – gerade bist du noch in engsten Sträßlein zwischen hohen Häusern umhergelaufen, schon eröffnen sich immer wieder große, sonnendurchflutete Plätze mit Bars, Cafés, Brunnen oder einfach nur viel Grün, auf denen sich Familien mit Kindern tummeln oder sich gerade eine Hundeschulklasse trifft. Ich kenne keine Großstadt, die sich so viele Parks leistet – der größte ist der Parque de la Ciutadella, mit verwunschenen Gewächshäusern, und unzählbaren weiteren Parks wie der Joan Miró Park, Parc de Diagonal Mar, Parc de la Barceloneta, Parc del Guinardó, Parc del Laberint, Parc del Mirador del Migdia, Parque de Montjuic und schließlich der Zoo Barcelona.

Auch eine Art Kunst der Stadt. © Foto Heike Mühldorfer

Kunst und Design in Barcelona: Picasso, Mies van der Rohe, Miro

Auf einem mehrtägigen Tripp nach Barcelona ist es gar nicht möglich, alle Angebote in Sachen Kunst und Design zu nutzen. Da wird jede/r sich seine High-Lights rausfiltern müssen. Für mich steht das Museu Picasso ganz oben. Der weltberühmte Maler lebte einige seiner Jugendjahre in der  Stadt und hat dem Museum etliche seiner Frühwerke übermacht. Von den mittlerweile mehr als 60 Museen in Barcelona sind außerdem besonders bekannt die Fundació Joan Miró, das Museu Nacional d’Art de Catalunya- MNAC, das Centre de Cultura Contemporània de Barcelona – CCCB mit einer Ausgrabungsstätte direkt in der beeindruckenden ehemaligen Markthalle in Metallbauweise, – hier gibt es Mauern, Gräben und Gebäudeteile des „alten“ Barcelona Ende des 18. Jahrhunderts zu sehen –, die Fundació Antoni Tàpie und das Museum fur zeitgenössische Kunst – MACBA. Und auch das Hospital de Sant Pau des Architekten Lluís Domènech i Montaner  im Modernisme erbaute, ehemalige Krankenhaus gehört dazu.Für mich außerdem sehr beeindruckend: Die Besichtigung des deutschen Pavillons von Mies van der Rohe, der das kleine Gebäude und die dazugehörigen Sessel im Bauhausstil für die Weltausstellung 1929 entwarf.  Übrigens: Auch für viele bedeutende Museen gibt es Online-Tickets, die den Zugang deutlich beschleunigen.

Nicht nur für Touristen d i e Attraktion eines Sommerabends: Die musikalisch unterlegten Wasserspiele am Font de Montjuic. © Foto Heike Mühldorfer

Kein Geheimtipp, aber wundervolle Light-Show: Der Brunnen am Placa Espanya

Auch wenn mancher Barcelonafan die Augen verdreht, die beleuchteten Wasserspiele am Brunnen von Montjuic direkt am Placa Espanya bezaubern auch viele Einheimische! Um 21 Uhr startet im Sommer eine atemberaubend schöne Show aus Farben, Musik und Fontänen. Mein Tipp: Frühzeitig kommen und die besten Plätze direkt vor dem Brunnen oder auf der Fußgängerbrücke am Fuße des Hügels sichern und dann genießen.

Und hier einige meiner Barcelona-High-Lights in der Fotogalerie, die hoffentlich Lust auf mehr macht:

 

Text und Fotos: Heike Mühldorfer


Über die aktuelle politische Lage empfehle ich ein Feature im Deutschlandfund: Streit um Unabhängigkeit: Der Konflikt um Katalonien (Link führt zur Homepage des DF).

#Wasgeht: Kulturtipps für Bremen im Juli

Wie jeden Monatsanfang stellen wir euch unsere höchstpersönlichen Lieblings-Kulturtipps und Veranstaltungen für Bremen und Bremerhaven im Juli vor. Los geht´s gleich am 1. Juli mit dem Gröpelinger Sommer, einer neuen Gemeinschaftsausstellung im Künstlerhaus, Songs&Whispers mit Singer-Songwriter und der Welt des Fahrrads im Universum. Bitte schön!

Sommerfest in Gröpelingen: Den Stadtteil an der Weser entdecken

Der Juli startet mit dem 1. Gröpelinger Sommer an der Weser, genauer gesagt hinter der Waterfront. Von 11 bis 18 Uhr verwandeln mehr als 35 Vereine, Unternehmen und Initiativen das Areal entlang der Weserpromenade zum Fähranleger in eine bunte Flanier- und Erlebnismeile mit viel Kultur, Musik und Kulinarik. Wer den Stadtteil am Wasser und seine Geschichte noch näher kennenlernen möchte, kann um 11.30 Uhr eine Tour zu Fuß durch den Getreidehafen machen, um 14.00 Uhr geht es ins neue Kreativ-Quartier Use Akschen. Auf einer Baustellenfahrt mit der Alma lässt sich die rasante Entwicklung der Überseestadt und der neue Strandpark vom Wasser aus erkunden. Kostenlose Tickets sind im Überseestadtzelt an der Festpromenade erhältlich. Ab 13 Uhr öffnen außerdem viele Läden in Gröpelingen, im Sander Center, bei Wassenaar und in der Waterfront.

Unser Tipp: Fahrt doch mit der Fähre gemütlich zur Waterfront, Die „Gräfin Emma“ pendelt alle halbe Stunde zwischen Weser-Stadion, Innenstadt, Überseestadt nach Gröpelingen und zurück. Und vom linken Weserufer verkehrt die Weserfähre Pusdorp halbstündlich zwischen Pier 2 und Lankenauer Höft.

Mehr Infos und Programm auf de Website groepelingen.de

Ausstellung im Künstlerhaus Bremen: SHAME

Es geht um Scham. Vier KünstlerInnen zeigen in der Gruppenausstellung SHAME Werke, die Anknüpfungspunkte an das Thema und die Sicht auf Scham umsetzen. „Die Scham ist ein Affekt, der die Anpassung an gesellschaftliche Normen reguliert, indem das Subjekt sich selbst als bloßgestellt empfindet, wenn es die – von ihm verinnerlichten – Erwartungen einer sozialen Gruppe nicht erfüllt“, so die Pressemitteilung. Heißt: Scham besetzt die Grenze zwischen dem, was in der Öffentlichkeit als genehm angesehen wird und dem, was in den Bereich des Intimen oder Privaten verbannt wird. Aleksandra Bielas, Sonja Cvitkovic, Sofia Duchovny und Gernot Wieland präsentieren neue Arbeiten, die in den Medien Skulptur, Installation, Zeichnung, Text, Sound und Video das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft, öffentlich und privat, Anpassung und Abweichung hinterfragen.

In Kooperation mit PiK (Projektraum im KunstWerk), Köln.
Künstlerhaus Bremen, mittwochs bis sonntags von 14 bis 19 Uhr, Eintritt ist frei.

Infos auf kuenstlerhausbremen.de

Songs&Whispers: Daisy Chapman in der Villa Sponte

Als Sängerin hat sich Daisy Chapman in den vergangenen Jahren mit Piano, Loopstation und ihrer klaren Stimme einen Namen in der Singer-Songwriter-Szene gemacht. Die Musikerin aus Bristol erzählt ohne Kitsch, aber mit dem nötigen Pathos ihre oft autobiografischen Geschichten, die sie mit gekonnten Popcoverversionen gern mal ergänzt. „Shameless Winter“ – ihr Album vom November 2013 – entstand während einer Tour durch Großbritannien, Europa und einem Abstecher nach China. Es ist ein ehrlicher Bericht über das nicht zu Hause sein und der Verfolgung eines Traums.

Eintritt ist frei. Um Spenden wird gebeten.
am Samstag, den 14.07.2018, 20:00 Uhr
villa-sponte.de

Sonderausstellung Bike it!: Räder aus zwei Jahrhunderten sehen und manche auch testen. Foto: © Universum® Bremen

Bike it! Alles übers Fahrrad im UNIVERSUM

Bremen ist eine Fahrrad-Stadt, Befragungen zeigen das, auch wenn es hier noch Luft nach oben gibt. Der ADFC wurde hier gegründet wurde , einer der ersten Radweg gebaut, das Fahrradwegnetz ist im bundesvergleich ganz vorne und die Super-Schnelltrassen für RadfahrerInnen sind geplant. Jetzt hat Bremen auch eine Fahrrad-Ausstellung der Superlative: Bei der „Bike it! des UNIVERSUMS Bremen dreht sich alles ums Rad. „Vom Laufrad zum Lebensgefühl“  in 25 Mitmachstationen heißt das Motto. Dabei geht es um Geschichte, Technik, virtuelle Fahrradtouren und das Fahrgefühl im Windkanal.  Zu sehen sind Originalräder aus zwei Jahrhunderten und zum Ausprobieren steht z.B. ein Rad mit eckigen Rädern oder zum Rückwärtsfahren bereit. Wir sagen: Hin da!

noch bis Mai 2019. Mo-Fr 8-18 Uhr, Sa, So, Feiertage 10-18 Uhr. Familienkarte 40 Euro (fürs ganze Haus).

universum-bremen.de

Beitragsbild: © Daniela Buchholz / Gröpelingen Marketing

#Interview: 5 Fragen an ….. Harm Becker, Musikschule NeuePop

Harm Becker ist 1977 geboren und seit 1992 Vollblut-Musiker in diversen Bands, als DJ und Konzertveranstalter und betreibt seit 2005 eine Musikschule im Bremer Umland. Im letzten Jahr hat er zusammen mit Sebastian Hübschmann und Nils Neumann in der Friesenstraße auch noch die Musikschule Neue Pop gegründet. Harm möchte vor allem Spaß an Musik und Gesang vermitteln und bietet Unterricht in diversen Instrumenten aus dem Bereich Rock und Pop an. Es gibt auch einen Pop-Chor! Dem zweifachen Vater ist es wichtig, das Thema Musikunterricht neu zu denken, alte, eingestaubte Lehrmethoden über Bord zu werfen und durch neue innovative Wege eine zeitgemäße Musikschule zu schaffen und im Bremer Viertel zu etablieren. Altersgrenzen gibt es hier keine, jeder Mensch ist willkommen. Bernd hat ihm unsere 5 Fragen an … gestellt.

1. Warum Neue Pop?

Es war schon immer ein Traum in unserer alten Wirkungsstätte, dem Bremer Viertel, eine neuartige Musikschule zu eröffnen. Mit der Location in der Friesenstraße (ehemaliges Kriminaltheater) wurden jedoch alle Erwartungen übertroffen. Nach einer ausgiebigen Umbauphase haben wir hier nun unseren Kreativtempel geschaffen. Neue Pop will jedem Schüler möglichst unkonventionell die Hand reichen und ohne große Umwege zum persönlichen Wunschziel bringen. Egal ob Kind, Rentnerin, Anfänger, Könner, Punk, Popper oder Jazzer, jede und jeder soll sich hier zu Hause fühlen und musikalische Unterstützung finden.

Harm Becker, Vollblutmusiker und Betreiber der Neue Pop-Musikschule im Bremer Viertel. Foto: © Alexander Fanslau, Alexander Fanslau.de.

2. Wer arbeitet bei Neue Pop?

Wir haben ein buntes und internationales Team von freien Mitarbeitern, allesamt aus der Bremer Musik- und Künstlerszene. Die meisten spielen aktiv in Bands und Ensembles. Es gibt für jedes Genre eine(n) passende(n) Lehrer(in), so dass auch ausgefallene Wünsche berücksichtigt werden können.

3. Was magst du an Bremen (nicht)?

Bremen ist meine Geburtsstadt und hat mich insbesondere musikalisch sozialisiert, inspiriert und mobilisiert. Es gibt eine tolle aktive Musikszene, gerade im subkulturellen Sektor. Der DIY (Do It Yourself)-Spirit, der hier der Motor jeder kreativen Strömung ist, begleitet mich bis heute und hat mir das Selbstvertrauen gegeben, auf die eigene innere Stimme zu vertrauen und „einfach mal zu machen“.

Was mir jedoch oftmals missfällt, ist eine nicht selten ignorante Haltung der hanseatischen Musiker untereinander. Anstatt sich gegenseitig zu supporten, wird dem anderen oftmals nicht die Butter auf dem Brot gegönnt.

4. Stell dir vor, du hast 1 Million Euro zur Verfügung. Was würdest du damit in und für Bremen umsetzen?

Ich würde das Geld in vollausgestattete Proberäume stecken. Bremen muss die eigene Musikszene und den Nachwuchs mehr unterstützen und hat leider immer noch nicht verstanden, wie immens wichtig dieses kulturelle und kreative Gut ist.

Instrumente oder Gesang erlernen oder im Chor mitmachen – alles möglich in der Friesenstraße. Foto: ©  Alexander Fanslau, Alexander Fanslau.de.

5. Was tust du, bevor du abends das Licht im Bett ausmachst?

Da ich eine siebenjährige Tochter und einen 1 ½-jährigen Sohn habe, meistens schlafen bevor das Licht ausgeht!

Vielen Dank für das Interview, Harm.

 


Harm Becker ist 1977 geboren und seit 1992 als Musiker in diversen Bands aktiv (u.a. Schwarz Auf Weiss; Dogs On Catwalk). Er war viele Jahre als DJ und Konzertveranstalter unterwegs, gründete 2005 nach dem Studium der Kunst- und Kulturwissenschaften  2005 in Weyhe und Syke die Musikschule Rothaus und betreibt diese bis heute. Wer Interesse daran hat, beim Popchor mitzumachen, kann jederzeit einsteigen und eine kostenlose
Probeeinheit mitmachen. Vor der Sommerpause ginge das noch am 13.und am 20.6. ab 19:30Uhr. M
ehr Informationen zur einzigen Pop-Musikschule Bremens gibt es auf www.neuepop.de.

Fragen: Bernd Hüttner

 

#Ausstellung: Trau keinem über 30! Schule und Jugendkultur in Bremen 1960 bis 1975

Stolze 3 DM beträgt der Eintritt, als am 27. November 1967 Rudi Dutschke in der „Lila Eule“ auftritt. In der Ausstellung „Trau keinem über 30!“ ist nun das Einladungsflugblatt zu sehen. In der Ausstellung geht es erfreulicherweise auch sehr viel um Protest, aber vor allem um Schule und zwar aus der Sicht von SchülerInnen, LehrerInnen und der staatlichen Behörden. Eine Universität gibt es Ende der 1960er Jahre in Bremen ja noch nicht, nur eine kleine Pädagogische Hochschule, und so werden die SchülerInnen zum Motor des Aufbruchs.

Schülerzeitungen, Schulbücher, Illustrierte – so waren die 1960er

Die grundsätzlich chronologisch aufgebaute Ausstellung beginnt Anfang der 1960er Jahre mit dem sich immer ausbreitenden Pop und Rock. Auch in den späteren Phasen zeigen sich Musik und Lifestyle als der Humus der Jugendkulturen. Inhaltlich geht es Protest und Selbstbestimmung, Mode, Wohnen und Kommunikationsformen, Sexualkunde, Beatmusik und die Idole der 1960er Jahre. Hier funktioniert die Aura der Exponate: Schülerzeitungen, die oft verboten wurden, Schulbücher, die schon am Cover die Modernisierung erkennen lassen, Spielzeug, Illustrierte, …..

Erdkundeunterricht 1960. (Fotosammlung Schulmuseum Bremen)

Es ist verblüffend zu sehen, dass es 1967 schon Sprachlabore gibt, etwa in der Schule Helgolander Straße. Sie wirken wie Science Fiction, gerade wenn man sie neben das Foto des überalterten Kollegiums einer Schule legt, das nur wenige Jahre zuvor entstand – und wie aus der Kaiserzeit wirkt. Das damals uneingeschränkt sozialdemokratische Bremen modernisiert seinerzeit eh seine Infrastruktur, und reagiert damit auch auf den Protest. Aus der Revolte ist systemkonforme Mitbestimmung geworden, aus dem alten Schulsystem entstanden Gesamtschulen, bereits 1970 wird die erste eröffnet. Es entstehen die Lernfabriken, gegen die sich dann die Abneigung der No-Future-Generation und Punks einerseits und die eher romantische Kritik der Alternativbewegung der 1980er Jahre andererseits richten werden. Viele der damals Protestierenden werden selbst LehrerIn, wenn nicht sogar SchulleiterIn oder gar PolitikerIn. Größere Schülerprostete gibt es in Bremen erst wieder, als die bis heute andauernde neoliberale Sparpolitik beginnt.

Zeitsprung mit Schulprojekten: Jugendkultur vor 50 Jahren

Protest: Sit-In im Lehrerzimmer des Wirtschaftsgymnasiums, 1968. (Fotosammlung Staatsarchiv Bremen)

Integraler Teil der Ausstellung sind die Ergebnisse von über einem Dutzend Schulprojekten. Hier gingen SchülerInnen von heute in den Dialog mit dem Lebensgefühl (und der Protestkultur?) der Großeltern-Generation. Das Besondere daran ist, dass die Schulklassen selbstgewählte Themenschwerpunkte zu der Ausstellung zusammen mit dem Museum erarbeitet haben und kreativ präsentieren. In einem Schulhalbjahr sind auf der Basis vieler Zeitzeugengespräche und der Recherche historischer Quellen ganz unterschiedliche Präsentationen wie Filme, Podcasts oder Objektinszenierungen entstanden, die die Schulgeschichte von vor 50 Jahren lebendig werden lassen.

Hörsaal im Gymnasium Hamburger Straße 1963. (Fotosammlung Schulmuseum Bremen)

Die SchülerInnen in den Projekten, erhielten, wie jetzt alle BesucherInnen dieser sehr sehenswerten Ausstellung, ein alltagsnahes Bild über diesen Aspekt der langen „Achtundsechziger Jahre“. Ein weiterer Pluspunkt der Ausstellung ist, dass sie unaufgeregt die nervige Selbststilisierung der 68er vermeidet.

Also hingehen, ansehen, Buch dazu kaufen und lesen.

 

Noch bis zum 1. Juli 2018, Untere Rathaushalle Bremen, Täglich geöffnet von 11 bis 17 Uhr, donnerstags von 11 bis 20 Uhr, Eintritt frei.

Informationen zu den Filmen und Diskussionen des Begleitprogramms im Veranstaltungskalender, der hier als PDF verfügbar ist.

Begleitpublikation für günstige 14,90 EUR (160 Seiten, 167 Abb, Verlag Edition Falkenberg Bremen, ISBN 9783954941544)

Text: Bernd Hüttner

Beitragsbild: Demonstration gegen den Vietnamkrieg, Mai 1968 (Fotosammlung Staatsarchiv Bremen).

#wasgeht: Kultur-Tipps für Juni in Bremen und BHV

Wie jeden Monatsanfang stellen wir euch unsere höchstpersönlichen Lieblings-Kulturtipps und Veranstaltungen für Bremen und Bremerhaven vor. Los geht´s gleich am 2. Juni mit der Langen Nacht der Museen in Bremen und eine Woche später mit dem Pendent in der Seestadt, der Langen Nacht der Kultur. Außerdem haben wir Konzerttipps, eine Ausstellung und eine Lesung für euch. Bitte schön!

Lange Nacht der Museen (HB) und der Kultur (BHV)

2x Lange Nacht der Kultur im Land Bremen: Am 2.Juni öffnen 25 Bremer Museen in der City und Bremen Nord ihre Türen zwischen 18.00 und 1.00 Uhr früh unter dem Motto „Unbekannte Welten“– ganz klar mit Bezug zum Bremer Raumfahrtjahr „Sternstunden 2018“. Schon vorab gibt es die Eintrittsbänder im Vorverkauf, die während der Langen Nacht der Bremer Museen als Fahrscheine im Tarifgebiet 1 des VBN, in der historischen Straßenbahn und schon nachmittags für den kostenlosen Fähr-Service vom Martinianleger bis Vegesack gilt. Ab 24.00 Uhr klingt der Abend bei der Aftershow-Party in der Bar „Tau“ an der Weserburg aus. Veranstaltungsprogramm und Tickets gibt es für 12 Euro (ermäßigt 9 Euro) in allen teilnehmenden Kultureinrichtungen, in der Bremer Touristikzentrale und im Pressehaus des Weser-Kuriers. @lnbm bei Instagram.

Eine Woche später am 9. Juni 2018 lädt Bremerhaven von 15.00 bis 24.00 Uhr zu ihrer Langen Nacht der Kultur ein. Auf 45 Bühnen/Veranstaltungsorten stehen 6O Jahre Elvis in Bremerhaven im Mittelpunkt! 1968 war Elvis Presley als Rekrut der US Army  an der Columbuskaje an Land gegangen. „Das Bild des jungen, smarten Elvis auf der Gangway hat sich ins Bremerhavener Gedächtnis eingeprägt, auch wenn er sofort unter dem kreischenden Jubel seiner Fans den Zug Richtung Süden bestieg“, so die Ankündigung. Deshalb auch das Motto: „Ankommen – Abfahren“. Es gibt Musik von Jazz bis Salsa, Theater, Tanz, Kurzführungen in Museen und Galerien, Mitmach-Aktionen für Kinder, Straßenfeste, Bilderrallye, Lesungen, eine Zeitreise ins Mittelalter – das komplette Programm gibt´s online auf lange-nacht-der-kultur.de und im Programmheft (für 1 Euro in vielen Vorverkaufsstellen).

Tipp für FahrradfahrerInnen: Die Veranstaltungsorte beider Events sind auch auf der Bike Citizens Navigations -App eingetragen, Download für Android oder iOS unter bremen.de/bike-it. [Heike]

Archivsplitter: Demokratie und Bürgerrechte

Für den diesjährigen „Tag der Archive“ wählte der Verband deutscher Archivarinnen und Archivare das Motto „Demokratie und Bürgerrechte“. Die Bremer Archive präsentieren zu diesem zeitlos aktuellen Thema in einer Ausstellung Dokumente, Plakate, Fotografien, Plattencover und Kunstwerke aus ihren umfangreichen Beständen. Sie widmen sich individuellen Persönlichkeiten wie Fritz Loewe, Olga Irén Fröhlich oder Horst Hackenbroich, behandeln politisch-sozialhistorische Themen wie 100 Jahre Frauenwahlrecht oder Berufsverbote und Bürgerinitiativen. Begleitprogramm unter: www.bremer-archive.de im Vegesacker Geschichtenhaus, Zum Alten Speicher 5A, 28759 Bremen. Die Ausstellung läuft noch bis zum 23. Juni (Di–Sa 11–16 Uhr, Eintritt zur Ausstellung des Arbeitskreises frei). [Bernd]

Körper und Arbeit – Buchvorstellung

Wolfgang Hien vom Bremer Forschungsbüro für Arbeit, Gesundheit und Biographie stellt sein neues, interessantes Buch über Körper, Gesundheit und Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Arbeit vor (mehr zum Buch).

Dienstag, 5. Juni 2018, 19:30 Uhr, Villa Ichon, Goetheplatz 4  [Bernd]

Konzerttipps für den Juni

Am Samstag, 9. Juni singt Sunny Side Up, ein Popchor aus Achim in der Friedenskirche, Humbodtstrasse 175. Dieser wechselt sich mit PLAY, einem erst 2013 gegründeten Bremer Kammerchor ab. Eintritt 10/ erm. 6 EUR. Am Sonntag 24. Juni geben das Jugendsinfonieorchester und die Jugendsinfonietta Bremen-Mitte der Musikschule Bremen ihr alljährliches Saisonabschlusskonzert. Zur Aufführung gelangen Werke u.a. von Rowley, Bruch und Gluck. Karte: 7,50 EUR (Glocke, großer Saal). [Bernd]

Live: Auf Socken im Wohnzimmer

Kristoffer Hedberg von Easy October. Die Band macht schwedischen Folk. Foto: easy October

Im Sommer spielt sich alles draußen ab? Nicht alles! André Conin ist Skandinavien- und Musikfan. Regelmäßig holt er Singersongwriter in sein Wohnzimmer. Wer Glück hat, kann dabei sein am Sonntag, 17. Juni, ab 15.30 Uhr. Easy October hat das neue Album „Taggeld Up in Black“ im Gepäck. Wer dabei sein will, meldet sich fix per Mail unter andre.conin@gmail.com oder trägt sich ins Kontaktformular ein. In ein Wohnzimmer passen schließlich weniger als in einen Konzertsaal. Dann heißt es: Schuhe ausziehen, Musik lauschen und ein paar Münzen in den Hut legen. [Annica]

#Ausstellung: Wohnen in Bremen. Bremer Wohnbaupreis 2018

Urbanität ist weiterhin „in“, und nicht nur deswegen steigen die Immobilienpreise und Mieten immer weiter. Der Senator für Umwelt, Bau und Verkehr und die Architektenkammer Bremen prämieren seit 2005 nun zum vierten Mal in ihren Augen „innovative“ und „vorbildliche“ Neu- und Umbauten (mehr Info auf der Homepage zum Bremer Wohnbaupreis 2018). In der dazugehörigen Ausstellung sind nun alle circa 50 Einreichungen und darunter die insgesamt neun Preisträger mit jeweils zwei Tafeln dokumentiert. Am spannendsten ist der Umbau einer mehrstöckigen Wohnanlage aus den 1950er-Jahren in Bremerhaven. Mit vergleichsweise niedrigen Kosten wurde hier modernisiert und den BewohnerInnen dadurch zum einen der Verbleib ermöglicht, und räumliche Voraussetzungen für mehr Gemeinschaft geschaffen.

Hotspots für Neu- und Umbau: die Bremer Neustadt und Überseestadt

Bei den Einreichungen zum Bremer Wohnbaupreis 2018 fällt auf, dass über die Hälfte der prämierten und fast ein Drittel der eingereichten Wohnhäuser entweder in der Neustadt (incl. Werderinsel) oder der Überseestadt angesiedelt sind, was eindeutig die Hotspots des Immobilienmarktes in Bremen markiert.
„Stadt ist Vielfalt“ schreiben die Auslober des Preises sinngemäß und damit haben sie recht: „Singlehaushalt, familienfreundliches oder gemeinschaftliches und generationenübergreifendes Wohnen – vom energieeffizienten Einfamilienhaus über Geschosswohnungsbauten und studentischem Wohnen bis hin zur angemessenen Sanierung stadtbildprägender Bauten“ sei heute vieles notwendig. Angesichts des vergleichsweise entspannten Immobilienmarktes und einer immer noch relativ grün geprägten Stadtentwicklungspolitik ist in Bremen auch noch vieles machbar, auch aber auch hier regelt das Einkommen bzw. das Vermögen dem Zugang zum Wohnungsmarkt.

Die Baukosten selbst sind gerade beim Neubau relativ unbeeinflussbar, die Grundstückskosten sind hingegen häufig ein politischer oder von der Nachfrage hochgetriebener Preis. Gerade wenn die öffentliche Hand sich von Grundeigentum trennt, sollte sie im Sinne einer sozialen Stadtentwicklung tätig sein.
Eine umfangreiche Dokumentation mit allen Einreichungen ist hier als PDF verfügbar.

Wilhelm Wagenfeld Haus, Di 15-21 Uhr, Mi-So 10-18 Uhr, Eintritt frei; noch bis 24. Juni 2018. Danach ist die Ausstellung in Vegesack (ab 16.8.) und in Bremerhaven (ab 5.11.) zu sehen.

Text: Bernd Hüttner

#plietschkochen: Spicy Möhren-Rohkost von Luka Lübke

Luka Lübke, Bremer Spitzenköchin mit Hang zu „echtem Essen“ – also einer gesunden, modernen Küche – zeigt heute wieder wie „plietschkochen“ gelingt und wird uns eine kleine Reihe von einfachen Rezepten für einen schnellen Mittagstisch servieren – heute gibt´s Spicy Möhrensalat fürs Büro oder zuhause. Viel Spaß beim Lesen und Kochen!

Plietschkochen dreht sich nicht um Sterne, sondern um Kochen im wirklichen Leben. Manchmal bringt das wirkliche Leben schöne Dinge mit sich. So wie bei mir zum Beispiel einen ziemlich perfekten Privatpartner, der tagsüber im Büro arbeitet. Abends frage ich ihn, ob er schon was gegessen habe oder was eigentlich. Oft bekomme ich dann solche Antworten: „Ja, ein Käsebrot“, oder „was Komisches vom Supermarkt.“ Ich erinnere mich an die Zeit, in der ich selbst an Orten gearbeitet habe, an denen man nicht von Essen umgeben war. Manche sind jeden Tag essen gegangen, aber das waren dann die, mit den längeren oder flexiblen Mittagspausen. Dann gab es die Tage, an dem man beim Pizzadienst, beim Chinesen oder bei der Baguette-Tante um die Ecke einen Salat mit Mais und Putenbrust in Currysauce bestellte, weil das leichter ist. California hieß der. Das Erfreulichste beim asiatischen Essen waren die Glückskekse, von denen ich bis heute lieber das Papier als das Gebäck esse.

Plietschkochen für die Mittagspause

Warum tun wir uns das eigentlich an? Heute starte ich einen kleine Plietsch-Serie mit Rezepten, die du auch mit zur Arbeit nehmen kannst. Und weil sich der Aufwand für eine Portion nicht lohnt und wir nicht jeden Tag das Gleiche essen wollen, schlage ich vor: tut euch zusammen. Kocht für drei oder vier Kollegen mit, wechselt einander ab, verschenkt mal ein Pröbchen, tauscht Rezepte aus!

Aromen satt. Vielleicht auch schon von den allerersten Frühkarotten. Foto: Luka Lübke / marieweser.de

Spicy Möhrensalat mit Datteln und Pistazien

Mittags soll es etwas sein, was eher beschwingt, als beschwert. Salat zum Beispiel. Den gibt es im Supermarkt schon fertig geputzt, teils aus der Dose und du kannst dir selbst aussuchen, welches Dressing du willst. Weil es ja nur ein leichter Salat ist, nimmst du meistens das fettigste Dressing, was sich finden lässt. Denn nur dann schmeckt der Salat nach was. Aber kannst du dir auch aussuchen, was im Dressing drin ist? Erlebst du was beim Essen oder ist es mehr oder weniger immer gleich? Man hat’s nicht leicht.

Findest du, dass Möhrensalat nach etwas Spannendem klingt? Dieser ist es und du kannst ihn unendlich variieren und upgraden – zum Beispiel mit Ziegenkäse, Grillkäse, anderen Nüssen oder Kräutern. Für zuhause kann er auch eine Beilage sein. Zu Chicken-Wings zum Beispiel. Gib vier große, geschälte und geraspelte Möhren in eine große Schüssel und mische sie mit feingehackter Zwiebel, geriebenem Ingwer und Knoblauch, Saft und dem Abrieb einer Zitrone. Gib einen TL Honig und einen Schuss gutes Öl dazu. Zieh Handschuhe an und knete alles kräftig durch, damit sich alle Aromen gut miteinander verbinden. Zerstoße eine Handvoll Pistazien (günstiger sind Wal- oder Erdnüsse) und schneide 5 Datteln in Scheiben, ziehe sie darunter und schmecke ab mit Salz, Pfeffer, Chili und Kreuzkümmel. Niemals vergessen: frisches Grün wie Petersilie oder Koriander. Im fest verschraubten Gläschen hält sich dieser Salat bis zu drei Tage im Kühlschrank. Wenn doch was übrig bleibt, kannst Du ihn mit übriggebliebener gekochter Hirse oder Quinoa mischen, ein verquirltes Ei darunter ziehen und mit etwas Mehl in eine würzige Gemüsefrikadelle verwandeln.

Text und Rezept: Luka Lübke / marieweser.de

#urbanjungle: Entenküken im Kleingarten. Eine Foto-Story mit Happy End

Die GLUCKE guckt ins Nest: Weil sich eine Ente das Schuppendach in Annicas Garten als Brutort ausgesucht hatte, fieberten wir vier Wochen mit: Auf der Pirsch nach dem richtigen Augenblick.

Als Gartenbesitzerin rückt man der Natur auf die Pelle. Neben dem Stutzen von Gräsern und Kresse wollen hungrige Vögel im Winter versorgt werden. Die eilig gezimmerte Vogelvilla sollte die gefiederten Freunde sanft zum dauerhaften Bleiben zwingen. Während das hölzerne, etwas zu groß geratene Penthouse lange skeptisch umflattert wurde, war eine Ente weniger wählerisch und ließ sich ohne Überlisten nieder. Zielstrebig und genügsam wählte sie eine Ecke auf dem Schuppen als Kinderstube aus und machte ahnungslose Passanten mit lautem Fauchen darauf aufmerksam, dass dort was ausgebrütet wird. Von da an bewegte ich mich nur noch schleichend am Schuppen vorbei – ab und zu riskierte ich einen Blick.

Was zuerst noch einem Suchbild gleicht, ist eigentlich perfekte Tarnung. Foto: Ilko Kastirr

Entennachwuchs auf dem Schuppen?

Farblich gut getarnt nestelte die Enten-Mama in spe liebevoll an einem Bett aus Federn und Zweigen. Der Erpel patrouillierte laut quakend den Wasserlauf auf und ab. Als stille Beobachterin fragte ich mich, wann knackt das Ei? Wie viele sind es? Habe ich eine Chance, sie zu sehen?

Schwänzchen in die Höh: Auf wie vielen Eiern sie brütet? Wer weiß…

Das Internet gab eine vage Kalkulation von 28 bis 34 Bruttagen. Mittlerweile tschilpte und piepste es rund um den Garten aus diversen Freiluftkinderstuben. Dicke Raupen wurden fleißig ins Vogelpenthouse gezerrt – da hatte jemand Hunger, das war klar. Nur in der Entenstube tat sich lange nichts. Ich erspähte ein wachsendes Nest aus Daunengefieder, schaute aber stets in zwei unbeirrte dunkle Knopfaugen.

Auf dem Thron aus Federn. Foto: Ilko Kastirr

Auf der Pirsch in der Natur: Der Blick in dunkle Knopfaugen. Foto: Annica Müllenberg

Zwischen Hoffnung und Ernüchterung

Bald musste es soweit sein. Ich war froher Hoffnung und sicher, dass ich den Nachwuchs zu Gesicht bekommen würde. Doch die Natur lässt zwar zu, dass man sich ihr nähert, hat dann aber andere Pläne. Eines Tages starrte ich fassungslos in ein verlassenes Nest.

Alles was bleibt: Ein leeres Nest. Foto: Ilko Kastirr

Was blieb war zartblaue Eierschale verteilt über den Garten, ein paar fliegende Federn, große Enttäuschung und ein Pop-up-Buch mit Papiervögeln in Origamitechnik.

Bleibt nur der Blick Papiervögelchen? Foto: Annica Müllenberg

Mutter Ente hatte sich aus dem Staub gemacht. Die Kleinen waren zu Wasser gelassen und auf und davon.

Hellblaue Eierschale im ganzen Garten. Foto: Ilko Kastirr

Hoffnung kam auf, als ich die Ente am anderen Ufer entdeckte. Im sicheren Dickicht dahinter – huschte da nicht ein gelber Schatten?

Wohl auf und putzmunter: Der Entennachwuchs. Foto: Annica Müllenberg

Gründeln zwischen Seerosen. Foto: Annica Müllenberg

Tatsächlich! Flink und so leicht, dass die Seerosenblätter sie tragen und so weich, ihr Gefieder für das bloße Auge am Rand wuschelig ausgefranst wie Hummelpopos. Willkommen auf dem Wasser, kleine Entenfamilie. Geduld wird eben doch belohnt – manchmal achtfach.

Rennenten: Wie kleine Raddampfer fegen die Kleinen übers Wasser. Foto: Annica Müllenberg

Schon so groß: Die Achtlinge aus dem Schuppennest. Foto: Annica Müllenberg

#Kulturtipp: Gratis-Comic-Tag. Empfehlungen für Bremen

Drei Empfehlungen zum Gratis-Comic-Tag aus Holland, Frankreich und Deutschland. Foto: Annica Müllenberg

Comics mausern sich seit ein paar Jahren zu erst zu nehmender Literatur. Längst nicht mehr nur Kinder greifen zu den kunstvoll gestalteten Bänden, die alle Genres abdecken. Ein guter Anlass, mehr über neue Erscheinungen zu erfahren, ist der Gratis-Comic-Tag am Samstag, 12. Mai 2018. In beteiligten Buchläden und der Stadtbibliothek Bremen werden Hefte rausgegeben, die noch unveröffentlichte Storys anreißen. 

Leseproben zur Hand nehmen

Drei aktuelle Highlight-Comics, die auf ganz unterschiedliche Weise den Zeitgeist, die Vielfalt und die wachsende europäische Szene widerspiegeln, sind: „Gérard“ von Mathieu Sapin, „Zen ohne Meister“ von Frenk Meeuwsen und „IKON“ von Simon Schwartz.

Mathieu Sapin klebte fünf Jahre am Rockzipfel von Depardieu, so lässt er es schon im Untertitel auf dem Cover wissen. Die intensive Recherche und der Arbeitsaufwand haben sich gelohnt. Der französische Comicautor zeichnet ein scharfes Porträt des Schauspielers. Raubeinig, roh, ruppig, aber durchaus mit ambitioniertem Feinsinn für Künstler.

Mathieu Sapin und Gérard Depardieu -Zwei Künstler: der eine groß, der andere übergroß. Foto: avant-Verlag und Mathieu Sapin

Wie in einem Gemischtwarenladen sammelt er scheinbar ziellos Gemälde, Plastiken und Co. Sapin profitiert von diesem Interesse. Er pirscht sich an den Franzosen wie ein Jäger an ein wildes Tier, wird hin und wieder zurückgebissen, nur um dann umso näher an ihn heranzukommen. Grandios meistert Sapin den Balanceakt, den hass-geliebten Depardieu in seiner Theatralik, Großmäuligkeit, Widersprüchlichkeit zwischen Größenwahn und dezenter Großzügigkeit zu porträtieren.

„IKON“: Scharfe Striche im expressionistischem Stil. Foto: avant-Verlag und Simon Schwartz

Simon Schwartz ist ein vielversprechendes Talent der deutschen Gaphic-Novel-Szene. In seinem neuen Werk „IKON“ holt der Illustrator zu einer Dreifach-Biografie aus. Mit rohen, rasiermesserscharfen Strichen skizziert er die Geschichte der falschen russischen Zarentochter, Anastasia, dem Sohn des Zarenarztes, Gleb Botkin, und der Ikonen-Malerei. Dank der genialen Dramaturgie zieht es den Leser quasi per Slow-Motion-Effekt in einen Bild-Film, der sich in expressionistischer Optik zeigt.

Die innere Mitte finden. Foto: Frenk Meeuwsen

Frenk Meeuwsen widmet sich in seinem Graphic-Novel-Debüt „Zen ohne Meister“ der eigenen Faszination für die fernöstliche Kultur im Allgemeinen und im Speziellen dem Zen-Buddhismus. Mit dynamisch-schnörkellosem Strich porträtiert er seine innere Suche. Zwischen die Rückblenden in die eigene Kindheit werden Szenen aus Reisen nach Asien eingestreut. 

Comics zum Hören

Wer mehr lesen, hören und sehen will, sollte folgende Events nicht verpassen:

Gratis-Comic-Tag am Samstag, 12. Mai, in den Shops Bremer Comic Mafia und Comic Café Bremen sowie in den Buchhandlungen Logbuch, Golden Shop Thalia in der Obernstraße und der Zentralbibliothek am Wall.

Simon Schwartz liest am Montag, 14. Mai, ab 19 Uhr, in der Zentralbibliothek, Am Wall 201, aus seiner Graphic Novel „IKON“. Der Eintritt ist frei.

Der deutsche Titanic-Cartoonist Jean La Fleur stellt pünktlich vor der Fußballweltmeisterschaft sein neues Werk „Hund – Ein Fussballepos“ und weitere Arbeiten vor: Freitag, 25. Mai, 19.30 Uhr, Logbuchladen in Walle, Eintritt: 10 Euro.

#tanzfestival: Africtions – afro-europäische Tanzbegegnungen

Szene aus dem choreografischen Rechercheprojekt DANS LA PEAU DE L’AUTRE von Kossi Sébastien Aholou-Wokawui und Tomas Bünger. Foto: © Daniela Buchholz

Was das steptext dance project 2014 ins Leben rief, startet am 12. Mai 2018 in die zweite Runde. AFRICTIONS heißt das Festival für zeitgenössischen Tanz, das Höhepunkte aus dem künstlerischen Spannungsfeld von Afrika und Europa auf Bremens Bühnen bringt. Mit dabei sind das Theater Bremen, die Schwankhalle und das Theater am Leibnizplatz. Die Besonderheit: Das Projekt THE CHOREONAUTS – AFRO-EUROPEAN NAVIGATIONS IN DANCE mit drei Tanz-Uraufführungen, die in afrikanisch-deutsch besetzten Choreografen-Tandems in Nigeria, Côte d‘ Ivoire und Südafrika mit dem Ensemble vor Ort entstanden und jetzt beim Festival nicht nur hier, sondern auch in Berlin, Darmstadt, Heilbronn, Ludwigshafen, Mannheim und Recklinghausen zu sehen sind. 

Uraufführungen, Deutschlandpremiere und ein umfangreiches Rahmenprogramm

Bis zum 31. Mai 2018 gibt es daneben eine Vielzahl Vorstellungen hochkarätiger TanzakteurInnen: Mit LES NUITS BARBARES OU LES PREMIERS MATINS DU MONDE des international gefeierten Choreografen Hervé Koubi, der deutschen Erstaufführung von Sonya Lindfors‘ COSMIC LATTE, dem choreografischen Rechercheprojekt DANS LA PEAU DE L’AUTRE von Kossi Sébastien Aholou-Wokawui und Tomas Bünger sowie Gregory Maqomas und Helge Letonjas transkontinentalem Erfolgsstück OUT OF JOINT präsentiert AFRICTIONS weitere Arbeiten von Künstler_innen, deren Werke aktive internationale Begegnungen spiegeln oder die globale Zukunft erträumen.

LES NUITS BARBARES , Foto © Didier Philispart

Mit dem internationalen Fest der Begegnung DABALI auf dem Bremer Marktplatz wird die Thematik mit Filmen, Lesungen, Konzerten, Workshops, einer Fotoausstellung, Party, Publikumsgesprächen und Diskussionen mit afrikanischen wie europäischen ExpertInnen weiter vertieft. Das komplette Programm findet ihr auf der Seite africtions.com.

#Feierabendwalk: Spezielle Orte und sehr gute Dinge in Bremen. Eine Fototour

Panoramablick deluxe: Im ehemaligen Beluga-Gebäude lässt sich prominent feiern und gucken, wie gut, dass man das Fly Deck einfach mieten kann.

Der erste Feierabendwalk Bremens ist Geschichte – und ich war dabei! Entgegen jeder Wettervorhersage konnte ein  fotobegeistertes Trüppchen mit 15 BloggerInnen und Bremen-EntdeckerInnen bei herrlichem Licht und trockenen Fußes mit Smartphone, Foto- und sogar 360°-Kamera die sehenswerten Stationen samt interessanten Gesprächen absolvieren. Dabei wurde mir wieder mal klar: Bremen hat so viel mehr Fotomotive zu bieten als Roland, Rathaus und beliebte Ecken wie das Viertel. Logischerweise gibt es in der Hansestadt deshalb immer öfter geführte Walks, die weniger bekannte, aber dennoch sehr beeindruckende Orte in den Mittelpunkt stellen. Idee ist es, davon per social media wie Instagram und Facebook zu berichten und auch andere dafür zu begeistern. Zwei Bremer Start-ups rückten dieses Mal  Raumperlen mit Charakter in den Fokus und luden zu einer gut zweistündigen Fototour durch Bremen. Dabei faszinierten neben den herausragenden Gebäuden und Räumen, die wir entdeckten, auch jeweils besondere Produkte made in Bremen.

Feierabendwalk: Bremens Fototour für Entdeckerinnen und Entdecker.

Lektion 1: Coole Kombination von speziellen Orten und herausragenden Produkten

Die Orte, die wir entdecken konnten waren die Bremer Baumwollbörse mit großartigen architektonischen und gestalterischen Motiven. Angefangen von Mosaiken im Eingangsbereich, dem Treppenhaus in Marmor bis zum Blick auf den Marktplatz durch farbiges Bleiglas. Und einem der wenigen Paternoster der Stadt, in dem gleich zu Anfang eine kleine Modenschau in Kabinen stattfand – die schwarzen Hoodies von Snulicious Fairwear kontrastierten wunderbar zum altehrwürdigen Ambiente samt alter Ölgemälde und Schiffsmodellen. Malte Bleker freute sich darüber, dass gerade seine Mode aus fair produzierter Baumwolle und selbst designtem und aufgebrachten Print in der seit über 140 Jahren bestehenden Gebäude präsentiert wurde, das durch den Handelsort Bremen auch für den Baumwollhandel große Bedeutung erhielt. Die Modelle mit den ausdrucksstarken Motive gibt es im Onlineshop.

Selbst designt und bedruckt von Snulicious Fairwear.

Nach dem obligatorischen Ortswechsel entlang der Schlachte zum Teerhof – begleitet von Bremens einzigem Bier Bullitt mit leckerem Bier der Unionbrauerei an Bord – konnten wir einen der spektakulärsten Räume der Stadt besichtigen. Das Fly Deck im Ecos Office Center (ehemals Beluga-Sitz) auf der Teerhofinsel bot bei mittlerweile herrlichem Licht großartigen Blick auf die Bremer Innenstadt samt allen Wahrzeichen, die Weser und die Kleine Weser  und auch auf die Bremer Neustadtseite. Abgelenkt wurden wir nur von den massiven Holztischen von Wood.You.Love, die als weiteres Charakterstück Bremens vorgestellt wurden – handgefertigt, nachhaltig und einzigartig. Der Preis der großen Ess- oder Konferenztische richtet  sich übrigens nach der Länge, wie Claas Stefes, Gründer und Holzverrückter erzählt. Mittlerweile hat er einen Showroom an der Bischofsnadel, wo er zusammen mit zwei anderen Start-ups eine „Laden-WG“ unterhält.

Fotomaniacs mit Hingabe auf Motivsuche im Fly Deck / Ecos Office Center mit Tischen und Hockern von Wood.You.Love und Fingerfood von Fundabar Catering.

Lektion2: Beim Instawalk bleibt immer zu wenig Zeit zum Fotografieren

Es gab wirklich viel zu entdecken und zu fotografieren, da waren Räume, Details, die Modenschau, Models, Blicke im und aus dem Gebäude, das Bullittbike und sein spezielles Bottom-up-Zapfsystem, bei dem das Bier der UNION Brauerei von unten in den Becher gelangt – und das Fingerfood von – noch ein Start-up – Fundabar Catering, das uns mit feinen mediterran-regionalem Fingerfood den Feierabendhunger nahm. Und es gab auch viel zu besprechen, ob über die Idee der Raumvermittlung von RAUMPERLE.de, die besondere Räume für Partys, Tagungen oder Shootings vermitteln und das nicht nur in Bremen. Oder auch die Idee von CHARAKTER.STÜCK, die in ihrem Onlineportal die „guten Dinge und gutes Essen“ aus Bremen zeigen. Alles was nachhaltig, regional und einfach echt ist. Auch die Macher der vorgestellten Räume und Produkte hatten einiges zu erzählen. So verging die Zeit rasend schnell und trotz vieler, vieler Aufnahmen, bleibt immer das Gefühl: Zu wenig Zeit!

Übrigens: Der nächste Feierabendwalk findet noch im Mai statt. Wohin es dann geht ist noch geheim. Aber das Bier Bullitt Bike ist auf jeden Fall wieder dabei.

Ein Feierabendwalk im Schnelldurchlauf:

 


Der nächste Feierabendwalk ist für den 24.5.2018 geplant. Genaue Infos findet ihr im Insta-Account @raumperlen_mit_charakter und per Mail feierabendwalk@charakterstueck-bremen.de

Infos zur Raumperle und Charakter.Stück auf den jeweiligen Websites (Link hinter dem Namen). Über die Idee dieses Instawalks hatten wir berichtet #Instawalk: Ein Fotospaziergang mit dem Smartphone.

Fotos: Heike Mühldorfer, Ayla Mellenthin (4)

#wasgeht: Kulturtipps für Bremen im Mai

Wie jeden Monatsanfang stellen wir euch unsere höchstpersönlichen Lieblings-Kulturtipps und Veranstaltungen für Bremen vor. Los geht´s gleich am 1. Mai mit dem Tag der Offenen Tür beim Bremer Imkerverein, dann gibt´s Bauhaus und Feminismus, Comics und die Offenen Ateliers in der Bremer Neustadt. Bitte schön!

Alles über Bienen und die Imkerei

Gleich zum Start in den Mai lädt der Bremer Imkerverein v. 1875 e.V. am Feiertag zum Tag der Offenen Tür. Idyllisch im  südlichen Bereich des Lür-Kropp-Hof Areals steht der Lehr- und Schaubienenstand mit einem neu errichteten Bienenspeicher und natürlich deren Bewohnerinnen im Mittelpunkt des Interesses. Hier gibt es auch Informationen über die Grundausbildung zum Imker.

am 1. Mai 2018 von 10.00 bis 17.00 Uhr

Lür-Kropp-Service GmbH
Rockwinkeler Landstr. 5, Bremen

[Heike]

Bauhaus und Feminismus im Kino

Im Frühjahr 2019 jährt sich die Gründung des Bauhaus zum 100. Mal. Das Kino City46 (Birkenstraße 1 28 195 Bremen) zeigt deswegen mehrmals den Dokumentarfilm „Vom Bauen der Zukunft“.  Termine sind 3., 6., 12., 14.,  20., 25., 28., und 31. Mai jeweils um 18 Uhr, sowie  10., 22., und 30. Mai um 20.30 Uhr.

Am 9. Mai zeigt das Autonome Feministische Referat der Uni Bremen den sehenswerten Spielfilm „Die göttliche Ordnung“ über die Erkämpfung des Frauenwahlrechts in der Schweiz (mehr). Um 21 Uhr im CINEMA, Ostertorsteinweg 105.

[Bernd]

Gratis-Comic-Tag und Lesung

Der Mai ist der Comic-Monat. Freut euch auf den Gratis-Comic-Tag am Samstag, 12. Mai, und auf eine Lesung mit dem Zeichner Simon Schwartz am Montag, 14. Mai.

Kabooom: Beim Gratis-Comic-Tag dreht sich alles um die Worte in Blasen. Foto: Annica Müllenberg

Beim Gratis-Comic-Tag gehen Fans der Bildkunst auf Jagd nach den neuesten Veröffentlichungen. Deutschlandweit werden in Buchläden Gratis-Hefte ausgegeben, in denen unveröffentlichte Geschichten auf wenigen Seiten angerissen werden und Appetit machen. In Bremen beteiligen sich die Shops Bremer Comic Mafia, Comic Café Bremen, Buchhandlung Logbuch, der Golden Shop, die Zentralbibliothek und Thalia in der Obernstraße.

Aussagekräftig: Wenig Worte, viel Bild. Foto: Annica Müllenberg

Zwei Tage nach dem Gratis-Comic-Tag liest am 14. Mai der Zeichner Simon Schwartz aus seinem aktuellen Werk IKON. In der Graphic rollt Schwartz das Leben von Gleb Botkin auf. Der Russe – Sohn des Leibarztes des russischen Zaren – erlebte die Oktoberrevolution, bei der seine Jugendfreundin, die Zarentochter Anastasia, ums Leben kam. Kurz darauf taucht die Totgeglaubte in Berlin wieder auf. Aber handelt es sich um die echte Zarentochter oder eine eine Hochstaplerin? Schwartz, der mehrfach für seine gezeichneten Porträts ausgezeichnet wurde, erzählt die Geschichte der falschen Zarentochter auf seine Weise.

Termin: Lesung am Montag, 14. Mai, 19:00 Uhr, Zentralbibliothek am Wall, Eintritt frei.

[Annica]

Film Night Ride: Nächtliche Kino-Radfahrt

Radkino, umsonst und draußen – am Freitag, 4. Mai, startet die neue Saison des Bremen Bike It!-Projekts.

Nachts zum Radfahren und Filmschauen verabreden, das ist der Film Night Ride. Foto: Ilko Kastirr

Es vereint nächtliche Stadtrundfahrten, Freiluftkino und Radfahren. Angelehnt an das Weltraumjahr 2018 in Bremen geht es unter dem Motto „Up, up and away“ zu Orten, die etwas über die Luft- und Raumfahrt an der Weser erzählen. Peter Sämann von Shorts Attack zeigt dort internationale Kurzfilme.

Der Film Night Ride hatte 2017 Premiere in Bremerhaven. Foto: Ilko Kastirr

Für alle, die mehr über die kreativen Hotspots in Bremerhaven wissen wollen, bietet sich der Film Night Ride am 25. Mai in der Seestadt an, der sich dem Thema „Kultur macht Stadt“ widmet. Also, Fahrradkette ölen, Decke und Popcorn auf den Gepäckträger und los gehts! Mit dabei ist auch das Bier Bullitt Bike mit frischem Fassbier an Bord.

Termin: Freitag, 4. Mai, 20:45 Uhr am Olbers-Planetarium in Bremen

Freitag, 25. Mai, 21:00 Uhr an der Kunsthalle Bremerhaven.

Die Teilnahme ist kostenlos.

[Annica]

Nestgucker in der Storchenpflegestation

Störche sind wahre Baumeister. Über die Fähigkeiten des schwarz-weiß gefiederten Adebars staunen Besucher in der Storchenpflegestation Wesermarsch in Berne.

Schwarzweißes Röcklein und rote Strümpfe – der Storch. Foto: Annica Müllenberg

50 Störche leben dort in Nestern auf Bäumen und Dächern. Im traumhaften Bauerngarten schaut man ihnen beim Bauen und Füttern zu. Die Betreiber geben gern ihr Wissen über die Tiere weiter und erzählen aus der 26-jährigen Geschichte der Station.

Dicht an dicht brüten die Störche in Berne. Foto: Annica Müllenberg

Tipp: Ende Mai schlüpfen die Jungtiere! Ein Radausflug in die Umgebung lohnt sich. Ab Bremen-Farge mit der Weser-Fähre bis zur Juliusplate und von dort ins 3 Kilometer entfernte Berne radeln.

Ausflugstipp: Storchenpflegestation Wesermarsch
Udo Hilfers, Storchenweg 6, 27804 Berne-Glüsing

[Annica]

Offene Ateliers in der Bremer Neustadt

Fester Bestandteil unserer Kulturtipps: Die Offenen Ateliers in der Bremer Neustadt mit mehr als 40 KünstlerInnen und KunsthandwerkerInnen. Foto: offene-ateliers-bremen-neustadt.de

Am 26. Mai Offene öffnen fast 40 KünstlerInnen und KunsthandwerkerInnen aus der Bremer Neustadt öffnen ihre Ateliers und Werkstätten. 11 bis 19 uhr. Eröffnung am Abend vorher: Freitag, 25. Mai um 20 Uhr im KUKOON, Buntentorsteinweg 29. Mehr Infos unter http://www.offene-ateliers-bremen-neustadt.de/

[Bernd]

#Interview: 5 Fragen an… Frauke Wilhelm, Golden-City-Gründerin

Dem Meer ein Stück näher: Der Pool steht nicht mehr am einstigen Ausflugslokal, aber Schiffe lassen sich prima beobachten. Zudem bietet das Gelände genügend Platz zum Sonnenbaden. Foto: Annica Müllenberg

Fünf Sommer lang zog es Freunde von Hafengeschichten, Frikadellen und Schlagern  in den Europahafen. Dort stand die liebevoll zusammengezimmerte Hafenbar Golden-City. Nun ist das launige Trio Ramona, Ramon und Rammé alias Frauke Wilhelm, Nomena Struß und Egon Rammé ans linke Weserufer gezogen. Sie richten sich im Lankeauer Höft ein. Seit diesem Wochenende locken sie bis Oktober freitags bis sonntags mit Musik, Theater, Konzerten und den Schunkel-Lokalrunden in das einstige Ausflugslokal. Am 28.April ist die Eröffnungsshow zu sehen. 
Neue Weserseite – neue Lieder. Das jährliche Musiktheaterstück ist ganz im Lokalkolorit: Frauke Wilhelm verspricht neue Lieder und so manche Story, die unterm Woltmershauser Sand schlummert. Annica hat ihr unsere 5 Fragen an … gestellt.

1. Warum lohnt sich bald der Ausflug zum Lankenauer Höft wieder?

Frauke Wilhelm (FW): Weil man dort Schiffe gucken kann, Frikadellen essen, sonnenbaden am Strand und natürlich, weil wir vom Golden-City-Team freitags bis sonntags bis Oktober ein tolles Programm mit Theater, Konzerten und weiteren Veranstaltungen für Alt und Jung bieten. Heißer Tipp ist die Eröffnungsshow am Samstag, 28. April, ab 18 Uhr.

2. Wie ist der Blick am linken Weserufer?

FW: Weiter, mit noch wunderschönerem Sonnenuntergang. Am Europahafen, wo die Golden-City-Bar vorher stand, war der Blick immer eingefasst. Am Lankenauer Höft sitzt man direkt in der Hafenszenerie.

3. Stell dir vor, Du hättest 1 Million Euro zur Verfügung und könntest Bremen kulturell nach vorne bringen. Was würdest du mit dem Geld machen?

FW: Davon könnten wir im Lankenauer Höft für mehrere Jahre eine Bühne, ein Café und eine Bar einrichten und viele Theaterinszenierungen realisieren.

Nix wie hin! Schippern, radeln oder fahren. Fähr- und Busbetrieb sind auf die Öffnungszeiten der Golden-City-Bar angepasst und halten genau vor der Tür. Foto: Annica Müllenberg

4. Was magst du an Bremen (nicht)?

FW: Ich mag Lebenspraxis und plietsche Menschen. Ich mag es nicht, wenn Dinge zu formelhaft mit zu viel Überbau entschieden werden.

5. Was ist das letzte, was du vorm Einschlafen tust?

FW: Derzeit lese ich „Ich glaub, mir gehts nicht so gut, ich muss mich mal irgendwo hinlegen“ von Benjamin von Stuckrad-Barre – ein gebürtiger Bremer übrigens.

Frauke Wilhelm von Golden-City im Lankenauer Höft vor der selbst tapezierten Wand im Wunschmuster. Foto: Annica Müllenberg

Interview: Annica Müllenberg

#plietschkochen: Luka Lübke liebt Wildkräuter. Rezept

Der Frühling kommt mit zarten Wildkräutern, die ihr kräftiges Aroma und etliches an Vitaminen zum Speiseplan beisteuern. Foto: Luka Lübke / marieweser.de

Wilder Kräutersalat – der Frühling kommt und Du kannst ihn essen!

Das Grün bricht aus den Zweigen und die meisten von Euch haben schon angegrillt, ob am Deich, im Garten oder auf der Parzelle. Gute, regional erzeugte Lebensmittel liegen voll im Trend und wir reden viel darüber, wer das beste Würstchen herstellt und ob das alles auch Bio ist. Dabei lassen wir ganz außer Acht, dass es auch Lebensmittel gibt, die keinen anderen Produzenten als die Natur haben. Und heilsam sind sie auch noch: Wildkräuter – man nennt sie auch Unkraut. Ich verarbeite sie am liebsten zu einem brutal regionalen Salat.

Du brauchst nur ein einfaches Dressing aus Honig, etwas Senf, Zitronensaft und einem guten Olivenöl anzurühren, das Du erst kurz vor dem Essen über das frische Grün träufelst. Schau Dich draußen um, was einfach so wächst und pflücke nach Lust und Laune im Garten, am Rand vom Schuppen, auf der Wiese oder im Park.

Wildkräuter im Salat mit Biss und feinem Aroma

Das findest Du jetzt: Giersch, Gundermann, Spitz- und Breitwegerich, Knoblauchrauke, Taubnessel, Veilundchen, wilde Stiefmütterchen, Löwenzahn, Bärlauch, jungen Sauerampfer – das alles kannst Du essen, auch die Blüten! Wenn Du Dich nicht auskennst, nimm unbedingt ein Bestimmungsbuch mit oder lade Dir eine moderne App über essbare Wildkräuter herunter. Noch besser: Lade jemanden ein, der vom Land kommt!

Tipps und eine Bestimmungs-APP:

Wenn Du nicht genug Kräuter hast, mische alles mit einem gekauften Salat, zum Beispiel Baby-Spinat oder einfach grünem Salat. Hast Du zu viel, mach ein Pesto draus, um Deinen Quark oder Dein Frischkäsebrot zu verfeinern. Verschenk auch was an Freunde und genieß den Frühling in Binnen- und Butenbremen!

Eine kleine Bestimmungs-App für Wildkräuter findest du mit Essbare Wildpflanzen Lite aus dem AT-Verlag fürs iPhone oder Android.

Text und Fotos: Luka Lübke / marieweser.de

#Instawalk: Ein Fotospaziergang mit dem Smartphone

Der erste Feierabend-Instawalk: Fotospaziergang durchs schöne Bremen zu RAUMPERLEN MIT CHARAKTER.

Das Theater hat einen gemacht, die Bremer Tourismuszentrale schon fünf, im April gibt es die nächsten zwei Instawalks in der Bremer City. Der Begriff, der bei vielen ein großes Staunen ins Gesicht zaubert, „Was ist das denn?“, ist selbsterklärend (nicht nur) für Menschen, die in sozialen Medien unterwegs sind. Ein Instawalk oder Social Media Walk steht synonym für einen geführten Fotospaziergang für Leute, die ihre Erlebnisse gerne als Fotos über Instagram oder Twitter teilen. Der Vorteil dabei: Wer auch immer was zu zeigen hat, organisiert die Tour und sorgt dafür, dass genügend  interessante Fotomotive vor Ort zu sehen sind. So wie es auch die Planerinnen des ersten Bremer Feierabend-Instawalks gemacht haben.

Erster Bremer Feierabend-Instawalk

Es sind zwei Bremer Start-ups, die sich dafür zusammengetan haben, Bremer EntdeckerInnen mit ganz besonderen Fotomotiven zu versorgen und dabei ihre Ideen bekannter zu machen: RAUMPERLE vermittelt besondere Räume in und um Bremen, CHARAKTER.STÜCK ist das neue Online-Portal für nachhaltige, handgemachte und fair produzierte Dinge aus Bremen und umzu. Die Jungunternehmerinnen haben ein Konzept entwickelt, das den Fokus der beiden Portale zusammenbringt: „Wir haben so viele tolle Räume in Bremen, die nicht jeder kennt oder die jeweils als ein bestimmter Raumtyp abgestempelt sind. Dabei sind die meisten unserer Räume so wandelbar und vielfältig nutzbar – das wollen wir zeigen,“ erklären Claudia Adam und Tascha Schnitzler von der RAUMPERLE. „Mit dem Feierabendwalk schaffen wir nicht nur Zugang, sondern in Kombination mit außergewöhnlichen Bremer Charakterstücken auch Inspiration und einzigartige Fotomotive,“ ergänzt Fiona Littke von CHARAKTER.STÜCK. „Dabei treffen die TeilnehmerInnen auch die Macher unserer Charakterstücke, sodass es nicht nur entdecken und teilen heißt, sondern auch für exklusive Begegnungen gesorgt ist.“

Wo genau es hingeht, welche Produkte und Macher vorgestellt werden, ist noch eine Überraschung. Nur das Motto ist bekannt: „Abheben in Bremen“. Und das klingt ja schon mal vielversprechend. Wir sind auf jeden Fall dabei 🙂


Der Feierabend-Instawalk findet statt am Donnerstag, 26.4.2018 um 17.30 Uhr. Teilnahme ist kostenlos. Teilnehmerzahl ist begrenzt.
Anmeldung: noch bis zum 19.4.2018 unter feierabendwalk@charakterstueck-bremen.de; die

Mehr Information auf der Facebook-Veranstaltung Raumperlen mit Charakter.

Hier seht ihr die Ausbeute der bisherigen Instawalks, die von bremen.de initiiert wurden: https://www.bremen.de/leben-in-bremen/instawalk mit etlichen Links zu Blogs, die darüber berichtet haben. Einfach ganz runter scrollen!