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#Bauhaus: 100 Jahre Schule der Klassischen Moderne

Vor 100 Jahren, genauer Anfang April 1919, wird in Weimar das bauhaus gegründet, das sich zur weltweit bedeutenden Schule für Architektur und Design entwickeln wird. 1925 zieht es nach Dessau um, 1933 muss es schließen. Heute gilt das bauhaus auch als wichtigster Beitrag Deutschlands zur Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts. Den dort tätigen LehrerInnen und den Studierenden ging es um eine moderne Ausbildung und ebenso um die Frage nach einem besseren Leben. Aus Anlass dieses Jubiläums haben verschiedene Zeitschriften Themen- und Sondernummern veröffentlicht.

Bauhaus: Veröffentlichungen zum 100-jährigen Gründungsjubiläum

MONOPOL, eine Publikumszeitschrift vor allem für zeitgenössische Kunst, hat Ende 2018 eine Sonderausgabe vorgelegt (146 Seiten, 9,50 EUR). In einem extravaganten, fast schon unruhigen Layout bietet dieses Heft einen Überblick über das bauhaus in Dessau und seine Geschichte und Bedeutung in und für in Sachsen-Anhalt, schlägt aber auch einen Bogen zu heute.
Das Sonderheft des ART-Magazins ist ebenfalls reichhaltig mit Bildern ausgestattet (128 Seiten, 14,80 EUR). Es bietet Beiträge zum Lebensgefühl am bauhaus, würdigt explizit weibliche Lehrkräfte wie Anni Albers oder Lucia Moholy, unternimmt einen Rundgang durch das heutige Dessau und enthält auch eher enzyklopädische Artikel zu Personen und zu den Werkstätten des bauhauses und den dort verwendeten Materialien. Sehr gut ist der Artikel, der die inneren Konflikte etwa zwischen KünstlerInnen und „Designer-Ingenieuren“ nacherzählt. Und der über den Wandel des grundsätzlichen Verständnisses von einer Verbindung zwischen „Kunst und Handwerk“ hin zur späteren zwischen „Kunst und Technik“ aufzeigt. Das populär aufgemachte Heft ist angenehme, wenn nicht gefällige Lektüre.

Julbiäumsausgabe des ART-Magazins zu 100 Jahre Bauhaus.

Bauhaus-Jubiläum: Infos, Ausstellungen und Events

Die offizielle Lesart bietet Bauhaus Now, das vom Verbund bauhaus100 rund um die drei Big Player aus Berlin, Dessau und Weimar herausgeben wird. Bisher sind drei Ausgaben erschienen (100 Seiten, 6,90 EUR). Hier liegt der Schwerpunkt stärker auf der Gegenwart: Also darauf, was und wie heute vom bauhaus gelernt werden kann, und welche Bedeutung es für zeitgenössische KünstlerInnen, ArchitektInnen und DesignerInnen (weltweit) hat oder haben könnte/sollte.
Die Titel bieten auch einige überraschenden Themen und Perspektiven und ermöglichen im redaktionellen und im Anzeigenteil einen guten Überblick über Ausstellungen und andere Aktivitäten, die im Rahmen dieses Jubiläums an vielen Orten stattfinden. Vielleicht bekommt ja der eine oder die andere Lust, eine Ausstellung in Münster (noch bis 10. März), in Oldenburg (ab 27. April) oder im Sommer oder Herbst die historischen Orte in Weimar oder Dessau samt den dort dann neu eröffneten bauhaus-Museen zu besuchen?

Text: Bernd Hüttner

Foto: Mewes in de-Wikipedia

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