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#urbanjungle: Entenküken im Kleingarten. Eine Foto-Story mit Happy End

Die GLUCKE guckt ins Nest: Weil sich eine Ente das Schuppendach in Annicas Garten als Brutort ausgesucht hatte, fieberten wir vier Wochen mit: Auf der Pirsch nach dem richtigen Augenblick.

Als Gartenbesitzerin rückt man der Natur auf die Pelle. Neben dem Stutzen von Gräsern und Kresse wollen hungrige Vögel im Winter versorgt werden. Die eilig gezimmerte Vogelvilla sollte die gefiederten Freunde sanft zum dauerhaften Bleiben zwingen. Während das hölzerne, etwas zu groß geratene Penthouse lange skeptisch umflattert wurde, war eine Ente weniger wählerisch und ließ sich ohne Überlisten nieder. Zielstrebig und genügsam wählte sie eine Ecke auf dem Schuppen als Kinderstube aus und machte ahnungslose Passanten mit lautem Fauchen darauf aufmerksam, dass dort was ausgebrütet wird. Von da an bewegte ich mich nur noch schleichend am Schuppen vorbei – ab und zu riskierte ich einen Blick.

Was zuerst noch einem Suchbild gleicht, ist eigentlich perfekte Tarnung. Foto: Ilko Kastirr

Entennachwuchs auf dem Schuppen?

Farblich gut getarnt nestelte die Enten-Mama in spe liebevoll an einem Bett aus Federn und Zweigen. Der Erpel patrouillierte laut quakend den Wasserlauf auf und ab. Als stille Beobachterin fragte ich mich, wann knackt das Ei? Wie viele sind es? Habe ich eine Chance, sie zu sehen?

Schwänzchen in die Höh: Auf wie vielen Eiern sie brütet? Wer weiß…

Das Internet gab eine vage Kalkulation von 28 bis 34 Bruttagen. Mittlerweile tschilpte und piepste es rund um den Garten aus diversen Freiluftkinderstuben. Dicke Raupen wurden fleißig ins Vogelpenthouse gezerrt – da hatte jemand Hunger, das war klar. Nur in der Entenstube tat sich lange nichts. Ich erspähte ein wachsendes Nest aus Daunengefieder, schaute aber stets in zwei unbeirrte dunkle Knopfaugen.

Auf dem Thron aus Federn. Foto: Ilko Kastirr

Auf der Pirsch in der Natur: Der Blick in dunkle Knopfaugen. Foto: Annica Müllenberg

Zwischen Hoffnung und Ernüchterung

Bald musste es soweit sein. Ich war froher Hoffnung und sicher, dass ich den Nachwuchs zu Gesicht bekommen würde. Doch die Natur lässt zwar zu, dass man sich ihr nähert, hat dann aber andere Pläne. Eines Tages starrte ich fassungslos in ein verlassenes Nest.

Alles was bleibt: Ein leeres Nest. Foto: Ilko Kastirr

Was blieb war zartblaue Eierschale verteilt über den Garten, ein paar fliegende Federn, große Enttäuschung und ein Pop-up-Buch mit Papiervögeln in Origamitechnik.

Bleibt nur der Blick Papiervögelchen? Foto: Annica Müllenberg

Mutter Ente hatte sich aus dem Staub gemacht. Die Kleinen waren zu Wasser gelassen und auf und davon.

Hellblaue Eierschale im ganzen Garten. Foto: Ilko Kastirr

Hoffnung kam auf, als ich die Ente am anderen Ufer entdeckte. Im sicheren Dickicht dahinter – huschte da nicht ein gelber Schatten?

Wohl auf und putzmunter: Der Entennachwuchs. Foto: Annica Müllenberg

Gründeln zwischen Seerosen. Foto: Annica Müllenberg

Tatsächlich! Flink und so leicht, dass die Seerosenblätter sie tragen und so weich, ihr Gefieder für das bloße Auge am Rand wuschelig ausgefranst wie Hummelpopos. Willkommen auf dem Wasser, kleine Entenfamilie. Geduld wird eben doch belohnt – manchmal achtfach.

Rennenten: Wie kleine Raddampfer fegen die Kleinen übers Wasser. Foto: Annica Müllenberg

Schon so groß: Die Achtlinge aus dem Schuppennest. Foto: Annica Müllenberg

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