#placestogo: Hurra, Kumpir-Kartoffeln & Stullen!

Endlich sind auch in Bremen zwei Klassiker unter den Food-Trends angekommen. Das Stullenbrot und die Kumpir-Kartoffel machen sich endlich in der Stadt breit. Janina, freut sich drüber und hat die Kartoffel und das Brot zuvor heiß vermisst.

Bye, Bye Döner

Eigentlich zähle ich nicht zu den trendbewussten Food-Junkies. Manche Dinge probiere ich erst gar nicht (Algen? Nee, zu gesund, kalt und fischig). Aber eine unglaubliche leckere Variante des Döners habe ich aus meiner Zeit in Münster wirklich vermisst: Die Kumpir-Kartoffel! Woher meine Kartoffel-Liebe genau kommt, kann ich nicht erklären. Vielleicht hatte ich auch einfach eine Überdosis Nudeln. Der klassische Döner jedenfalls ist definitiv nicht mehr, was er mal war. Echter Tzatziki und bissel bunte Salateinlage? Meistens Fehlanzeige und statt Joghurt verdünnte Mayonnaise-Pampe. Statt eingewickeltem Fleisch oder Falafel im Brot, mit schlappem Salat und Soße obendrauf, empfehle ich die Alternative „Kumpir“.

Kumpir-Kartoffeln: lecker gefüllte Backkartoffeln

Kumpir-Kartoffeln: lecker gefüllte Backkartoffeln

Kumpir, was?

Man nehme eine dicke Backkartoffel, heiß (!), schneide sie auf, matsche sie etwas mit Butter in der Mitte und wähle ganz nach Geschmack aus, was oben drauf soll. Die Kumpir-Kartoffel lebt davon, dass sie mit frischem Rohkostsalat, Couscous oder Tabulé, Falafel oder Fleischbeilage, Salat, Käse und Soße nach Wahl kombiniert wird. Heraus kommt eine etwas wildere Döner-ähnliche Füllung, kombiniert mit einer wirklich satt machenden, heißen Backkartoffel. Ich bin verliebt in diese Kartoffel mit variablen Kücheneinschlägen aus aller Welt.

Kumpir futtern in Bremen

Bislang gab es die Kumpir-Kartoffel in Bremen nur im schönen Walle beim Wartburgplatz bei Coban Kumpir zu ergattern. Seit Oktober haben die Inhaber auch eine Filiale im Bremer Viertel neben dem Café Engel aufgemacht.

Die zweite Coban Kumpir Filiale im Viertel

Die zweite Coban Kumpir Filiale im Viertel

Außerdem gibt es auch eine Kumpir-Adresse in der Innenstadt. In der Katharinen-Passage hat die kleine Snackbar „genießbar“ aufgemacht. Auch hier gibt es Kumpir und Süßkartoffelpommes zu echt moderaten Preisen zu ergattern. Mensch, bin ich erleichtert! Als Bremerin habe ich Münster öfter mal als weniger großstädtisch empfunden. In Sachen Kumpir hatte die Stadt allerdings 1,5 Jahre die Nase weiter vorne als Bremen.

Stulle goes Bremen

Den Retrotrend zur Stulle kenne ich bereits länger aus Hamburg und Berlin. Und ja, auch in Münster haben drei Studis 2014 eine Cafébar mit Stullen auf der Karte eröffnet. Zum Glück geht es hier aber nicht um die Ricola-Frage: Wer hat’s erfunden? Die Stulle ist seit ein paar Monaten auch nach Bremen geschwappt. Getestet und gegessen habe ich sie bereits in der Union Brauerei in Walle und im Hopfen & Schmalz in Peterswerder am Brommyplatz.

Hier gibt’s Stullen auf der Karte

Das Hopfen & Schmalz hat im Spätsommer eröffnet und hat nebst einer Auswahl an Stullen mit selbstgemachten Pasten und Aufstrichen, Käse oder ganz traditionell mit dem Strammen Max auch Hauptgerichte mit Fisch oder Pasta auf der Karte.

Der Laden ist im Urban Industrial-Style eingerichtet. Richtig nett sind die Stuhl- und Bankbezüge aus upgecycelter Turnmatte – extra angefertigt von Uwe Arndt, der sonst hauptsächlich Taschen für sein Bremer Label Lumabag näht. Meine Strammer-Max-Stulle mit besonderem Brot, Ei von glücklichen Hühnern und besonderem regionalen Schinken war lecker.

Im Geschmackstest hatte die nordisch-by-nature Matjes-Stulle in der Union Brauerei trotzdem die Nase vorne. Das Brot war fluffiger, meine Schnitte größer und ich habe mich diebisch über viel Salatbeilage und Schnittlauch obendrauf gefreut. Einen Tick günstiger war das Stullenbrett obendrein. Stullen ohne Bierchen gibt es noch bei BrOte Marianne Kiefert, direkt neben dem Bratwurst-Imbiss an der Liebfrauenkirche. Dort habe ich aber noch nicht probiert. Außerdem bekommt ihr eine richtig klassische Schwarzbrotstulle mit Auflage auch im Blockland beim Gasthof Gartelmann.

Stullen im Imbiss bei BrOTe Marianne in der City

Stullen im Imbiss bei BrOTe Marianne in der City

Stullen-Trend als Sehnsucht nach Tradition

Der Stullen-Trend wird übrigens beworben als Sehnsucht nach Tradition, ehrlicher, hausgemachter Küche und dem guten alten gemeinsamen Abendbrot. Huch! Zurück in die 50er und 60er Jahre möchte ich als Frau nicht. (Auch wenn die Klamotten irgendwie gut waren). Aber so lange ich zuhause kein Hirschgeweih aufhängen muss, kann mein Bauch in Sachen Stulle und Kumpir-Kartoffel-Liebe leben. Kulinarisch kann Bremen gerade mithalten.

Janinas SOS Nur die köstliche ORGINAL vietnamesische und Thaiküche in Berlin, rund um die Torstraße, vermisse ich weiter furchtbar. Sagt mir bitte Bescheid, wenn ihr einen herausragenden Asia-Imbis oder ein Restaurant kennt. Sprich: Schmeckt dort wie in Thailand oder Vietnam mit richtig viel Thaibasilikum, Zitronengras, Galang und allem was rein muss. Bis dahin: Guten Hunger!

PS: Ob Kumpir-Kartoffeln wirklich fettärmer oder gesünder sind als Döner kann die Autorin nicht beurteilen. Eins steht fest: Kartoffeln sind gesund und schmecken (mir) als Kumpir einfach.

Text: Janina Weinhold

2 Kommentare

  1. Melanie sagt

    Klingt alles super lecker! Der Vietnamese in der Hankenstr. ist ziemlich gut – zwar nicht so gut wie in Berlin, aber immerhin. 😉

  2. Janina Weinhold sagt

    Danke für den Tipp, Melanie. Der Laden wird ausprobiert.

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