#Interview: Apfelsaft aus Bremen für Bremen

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Kleine Jonglage-Einlage zur Gründung von Saftwerk Bremen. Foto ©: Janina Weinhold

In Bremer Kleingärten wachsen jede Menge Apfelbäume. Sie sollen, wenn es nach der neuen Saftwerk Bremen Genossenschaft bald sackweise zu Apfelsaft verarbeitet werden. Eine Gruppe aus Kleingärtnern sucht Mitstreiter, damit der Traum vom ureigenen Apfelsaft aus Bremen für Bremen Wirklichkeit werden kann. Dafür braucht das Saftwerk 70.000 Euro für eine Apfelpresse auf Rädern. Finanziert werden soll das Ganze genossenschaftlich über erworbene Anteile. Janina hat bei Hilko Eilts, Sprecher der Saftwerk Bremen Genossenschaft nachgehakt, wie das Projekt funktionieren soll.

70.000 Euro klingt erst mal nach einem Batzen Geld. Worum genau kostet eine Saftpresse so viel Geld?
Hilko Eilts: Wir wollen eine professionelle Saftpresse, mit der wir 500 Liter pro Stunde pressen können. Das wären 5.000 Liter Apfelsaft pro Arbeitstag. Da brauchen wir eine Maschine, die mit professionellen Mostereien mithalten kann. Die Maschine muss aber noch mehr können. Sie muss den Apfelsaft schonend bei 73 Grad erhitzen können, damit er pasteurisiert 3 Jahre hält, sie muss den lebensmittelrechtlichen Bestimmungen genügen, du musst den Apfelsaft mit einem guten Bags and Boxes-System abfüllen können, die Saftqualität muss stimmen – und: Wir wollen eine mobile Mosterei für Bremen zum überall pressen. Der Hänger für die Maschine ist auch schon mit drin.

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Info-Flyer zur Gründungsveranstaltung des Saftwerk Bremen. Foto ©: Glucke Magazin

Ihr seid schon dabei Mitglieder  für eure Genossenschaft zu sammeln. Wo steht ihr jetzt?
Hilko Eilts: Gleich mit der Gründung haben wir 76 Mitglieder gewonnen und stehen schon bei rund 20.000 Euro Genossenschaftskapital. Fehlen noch 50.000. Die wollen wir am liebsten bis September pünktlich zum Start der Apfelernte gesammelt haben.
Wenn ihr erfolgreich seid – können dann alle Bremer euren Saftwerk-Apfelsaft kaufen?
Hilko Eilts: Klar, in jedem Fall. Wir möchten, dass der Saft für jeden erschwinglich ist und auch zeigen, dass moderne urban orientierte Kleingärtner Ideen haben, die der ganzen Stadt etwas bringen. Verdienen wollen wir übrigens nur moderat an unserem Saft. Wir müssen unsere Unkosten decken. Ein Teil unserer Überschüsse soll aber in ein soziales und in ein ökologisches Apfelprojekt fließen. Wie viel Saft wir produzieren können, hängt natürlich von der Apfelernte ab. Wenn die Bremer Apfelbäume weniger Äpfel tragen oder abgeerntet sind, ist Schluss.

Stichwort: erschwinglicher naturbelassener Stadt-Apfelsaft für alle. Was soll der Kosten?
Hilko Eilts: Die 5-Liter-Box wird bei 4 Euro für unsere Genossenschaftsmitglieder liegen. Den Endpreis für Nichtmitglieder müssen wir noch durchkalkulieren. Wir peilen aber in etwa 6 Euro für die 5-Liter-Box an.  Wir bieten auch 3-Liter-Boxen an. Eventuell füllen wir auch in Flaschen ab. Das ist aber noch Zukunftsmusik. Da müssen wir eine technische Lösung austüfteln. Jedenfalls hoffen wir darauf, dass unser Projekt genügend Apfelverrückte Bremer findet und wir tatsächlich im September starten können.

Wir wünschen Euch viel Erfolg.

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Text und Foto: Janina Weinhold


Die Saftwerk Bremen Genossenschaft beantwortet alle Fragen von Neugierigen per Mail unter info@saftwerk-bremen.de, die Homepage findet ihr unter saftwerk-bremen.de.

4 Kommentare

    • Heike Mühldorfer sagt

      Hallo Boris, der Link ist bereits im Artikel drin. Gleich im ersten Absatz 🙂

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