#Food: Apfelsaft mosten aus eigenen Äpfeln

Apfel_Mosterei_web

Saft aus eigenen Äpfeln – ganz ohne Zusatzstoffe und Zucker fein-säuerlich und bis zu 2 Jahre haltbar. Foto: © Heike Mühldorfer

Vergangene Woche war es wieder so weit: Unsere in diesem Jahr extra reiche Apfelernte sollte in Form von Saft für den Winter haltbar gemacht werden. Dazu fahren wir seit Jahren in den Süden Bremens, nach Thedinghausen zur Mosterei Finkenburg. Schon seit 1991 kann man hier den Saft aus den eigenen Äpfeln mit nach Hause nehmen. Im Hintergrund der Mosterei steht der Verein für naturgemäßen Obstbau, der sich dafür einsetzt, Apfelbäume und Streuobstwiesen zu erhalten. Und die Erfahrung zeigt, dass immer mehr Menschen immer mehr Bäume pflanzen, um ihren eigenen Saft zu mosten. Die Termine fürs Entsaften sind heiß begehrt, zur Hochsaison im Oktober ist kaum ein Durchkommen beim abendlichen Telefondienst. Bis Mitte November läuft die Most-Saison noch, für die späten Apfel-Sorten.

Äpfel entsaften leicht gemacht

Beim Entsaften muss jede/r mit Hand anlegen: zuerst leere, saubere Flaschen in 6er-Träger stellen, Äpfel ranschleppen und in eine Wanne kippen, dann gibt es eine Weile Staunen und Zugucken beim Waschen und Zerkleinern, beim Verteilen auf den Sieben, beim Absenken der Presse, wenn endlich der Saft aus den Apfelstücken läuft und sich in einem Behältnis sammelt und gefiltert. Danach wird die gesamte Menge durch einen Durchlauferhitzer bei etwa 72 bis 75 Grad geleitet und direkt in die Flaschen gefüllt. Deckel drauf, Flaschen abspülen, fertig.

Mail-Anhang

Äpfel in den Trog schütten, von dort gelangen sie über eine Welle in der Röhre nach oben und werden zerkleinert. Foto: © Mosterei Finkenburg

Mail-Anhang-1

Die Apfelpulpe kommt auf ein feines Tuch, mehrere dieser Päckchen übereinander werden gleichzeitig gepresst. © Mosterei Finkenburg

Mail-Anhang-2

Es fließt! © Mosterei Finkenburg

Apfelmosten_202_015_Glucke_web

Und hier noch einmal im Überblick. Der Saft gelangt in den Behälter rechts unten. Foto: © Heike Mühldorfer

Da grundsätzlich nur ungespritztes Obst entsaftet wird – neben Äpfeln werden auch Birnen und Quitten entsaftet – kommt ein Liter Bio-Saft auf 60 Cent (eine neue Flasche, die aber wiederverwendet werden kann, kostet 40 Cent). Wer Apfelwein ansetzen möchte, kann auch unerhitzten Saft mitnehmen. Probiert auf jeden Fall euren Saft direkt aus der Presse. Das ist ein Geschmackserlebnis erster Güte!

Übrigens: Wir haben dieses Jahr 135 Liter feinsten Apfelsaft mit nach Hause gebracht.

Apfelmosten_04_015_Glucke_web

Die Finkenburg zur Hauptsaison der Apfelernte. © Heike Mühldorfer

Mosterei Adressen in der Nähe von Bremen

Einen Zentner Äpfel solltet ihr mindestens mitbringen, das ist ein großer Maurereimer voll und ergibt etwa 30 Liter Saft. Wenn ihr selbst nicht so viele Äpfel habt: Fragt eure Nachbarn oder guckt auf mundraub.org nach verwaisten Bäumen, die ihr abernten könnt. Mostereien gibt es einige um Bremen herum, bei denen der eigene Saft abgefüllt wird, zum Teil auch in 5-Liter-Tetrapak mit Zapfhahn. Der BUND Bremen hat sie in einer Liste zusammengestellt (Download PDF).

Text: Heike Mühldorfer, Fotos: Dank an die Mosterei Finkenburg für die Detailfotos. Mehr davon auch beim Facebook-Account der Finkenburg.