#kinotipp: Von der Wüste zum Ozean

Spuren, Film

Das Buch zum Film „Spuren“.

Das Vorhaben verschlägt mir die Sprache und macht mich neugierig. Seit sieben Wochen befinde ich mich am anderen Ende der Welt und entdecke zufällig im Programm des Open-Air-Kinos von Melbourne die Geschichte der Abenteurerin. Im Royal Botanic Garden, inmitten von Palmen und exotischen Pflanzen, bei angenehmen 30 Grad Außentemperatur, bekomme ich Gänsehaut, als ich gebannt das 113 Minuten lange Selbstfindungsdrama der jungen Frau verfolge.

Robyn Davidson, 27 Jahre, streunt 1977 planlos durch ihr Leben. Um ihre Willenskraft zu testen und endlich ein Ziel zu verfolgen, will sie sich einen Traum erfüllen. Mit vier Kamelen und einem Hund hat sie vor, die australische Wüste zu durchschreiten – allein und zu Fuß. Obwohl alle sie für verrückt erklären, glaubt sie an sich und erarbeitet sich das Geld für die Tiere. Ein Fotograf des Magazins „National Geographic“ heftet sich an ihre Spuren. Während der mehrmonatigen Odyssee bannt er auf Bilder, wie Davidson an Zeremonien der Aborigines teilnimmt, mit der Hitze kämpft, mutig ihr Ziel verfolgt und schließlich am Indischen Ozean ankommt.

Ein Film über ein buchstäblich wahres Abenteuer, eine außergewöhnliche Freundschaft zwischen Mensch und Tier sowie die tiefe Verneigung vor der Kultur der Ureinwohner des Kontinents.

Zu sehen ist „Spuren“ in der Schauburg um 18:35 (Mittwoch, 30.4.) und ab 1. Mai um 15.00 bzw. 12.00 Uhr.

Foto: Annica Müllenberg