slowFood: Welcher Fisch darf auf den Tisch?

© greenpeace _Fischempfehlung

Die Antwort auf die Frage nach ökologisch korrektem Fischkauf lautet ganz knapp: Makrele, Aal und Rotbarsch bitte nicht. Karpfen und nachhaltig gefischter Hering, Thunfisch oder Kabeljau dürfen es sein. Auch die neu im Fischratgeber 2014 aufgenommenen Amerikanischen und Europäischen Hummer gelten mit wenigen Ausnahmen als nicht empfehlenswert. Greenpeace hat für den aktuellen Fischeinkaufsratgeber 110 gängige Speisefisch-Arten untersucht, aufgeteilt in etwa 550 Wildfischbestände und 112 Herkunftsländer von Aquakulturen. Nur ein kleiner Teil davon darf mit gutem Gewissen gekauft werden. Denn die Meere sind überfischt, die Bestände kurz vor dem Kollaps. Seit Jahrzehnten fischen Riesentrawler nicht nur systematisch die Weltmeere leer, sondern fangen Schildkröten, Haie oder Wale als so genannten Beifang und beschädigen mit ihren Fangmethoden auch das Meeresökosystem. Deshalb hat zum Beispiel die beliebte Miesmuschel – falls nicht aus Öko-Zucht – auch ein „nicht empfehlenswert“ kassiert. Bei der Einstufung von Aquakultur im Ratgeber spielen zum Beispiel die Herkunft der Setzlinge, Menge und Herkunft des Futters sowie die Einhaltung von Menschenrechten eine Rolle. 

Unerlässlich: Der Blick auf die Herkunftskennzeichnung

Um tatsächlich den richtigen Fisch zu kaufen, hilft der Blick auf die Kennzeichnung der Packung und der Abgleich mit den Empfehlungen des Einkaufsführers. Das betrifft bei Wildfisch Fanggebiet und -methode; bei Aquakultur entsprechend Herkunftsland und Methoden. Doch diese Angaben zu finden ist oft schwierig bis unmöglich. Denn nur knapp ein Viertel von 15.000 untersuchten Artikeln sind vollständig gekennzeichnet und nur knapp über ein Fünftel stammen aus ökologisch nachhaltiger Fischerei und Aquakultur. Das ergab schon im Dezember 2013 eine Greenpeace-Analyse. 

Und was ist mit den Bio-Siegeln?

Greenpeace ist hier (leider) eher zurückhaltend, hat bekannte Siegel auf ihre Glaubwürdigkeit untersucht. Die Umweltorganisation WWF rät zum Kauf von Produkten mit den  anerkannten Bio-Siegeln von Neuland, Bioland und auch dem MSC für marine Fischerei sowie dem ASC für Aquakultur. Auch der WWF veröffentlicht regelmäßig seinen Einkaufsratgeber für Fisch und Meeresfrüchte, zuletzt vor gut einem Jahr.

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