klimaAlarm: Der Pegel steigt!

Heute wurde der 5. Weltklimareport der Vereinten Nationen veröffentlicht. 840 WissenschaftlerInnen aus 38 Ländern haben seit fünf Jahren Tausende Studien gesichtet, um den Stand des Wissens über den Klimawandel zu ermitteln. Mehr als 50.000 kritische Kommentare von Gutachtern wurden bewertet. Das Fazit ist nicht neu, aber mit 95 prozentiger Sicherheit Fakt und keine Folge natürlicher Schwankungen – die Erde erwärmt sich, weil wir Menschen zuviel Treibhausgase in die Atmosphäre blasen. Vor allem Kohlendioxid aus der Verbrennung fossiler Energieträger, wie Kohle, Erdöl und Erdgas sorgt für das Aufheizen der Erde. Besonders besorgniserregend: Der Meerespiegel steigt schneller als gedacht und die Wissenschaftler präsentieren mit jetzt prognostizierten 81 Zentimetern bis Ende des 21. Jahrhunderts einen neuen Maximalwert. Das hat Konsequenzen vor allem für Inselstaaten und auch unsere Nordseeküste. Jeder Zentimeter Meeresspiegelanstieg verursacht einen Meter Küstenabbruch – unwiederbringlich. Außerdem zeigt der IPCC-Bericht, dass die Weltmeere, – bislang als Klimapuffer dafür verantwortlich, dass die Erwärmung nicht noch höher ausfiel, – selbst an ihre Grenzen kommen und versauern. Sie haben bereits so viel Kohlendioxid aufgenommen, dass der pH-Wert des Meerwassers schon jetzt deutlich gesunken ist, was die Artenvielfalt und auch die Nahrungsversorgung beeinflusst. Je mehr Kohlendioxid in die Atmosphäre gelangen, umso mehr nimmt das Meer auf. Außerdem sind Millionen von Menschen, die bevorzugt an der Küste leben, und ganze Lebensräume wie das Wattenmeer an der Nordseeküste, die Arktis oder die tropischen Korallenriffe durch den Klimawandel extrem gefährdet – die Symptome heißen Überflutung, Abschmelzen der Eismassen und Versauerung.

What can we do?

Eigentlich müssten jetzt alle PolitikerInnen weltweit Gesetze erlassen, um die Erderwärmung zu stoppen, auf 2 Grad höchstens, und die Treibhausgasemissionen zu verringern. „Eine Sturmwarnung an alle Regierungen, die klimaschädlichen Emissionen drastisch zu reduzieren,“ nennt die Umweltorganisation WWF die Ergebnisse des Reports. Auch unsere neue Regierung hat demnächst alle Möglichkeiten, das Richtige zu tun. Doch wahrscheinlich ist das nicht, zu groß sind die Interessen und leider auch die Möglichkeiten der Unternehmer- und Industrielobby. Deshalb hilft es, im Kleinen zu beginnen. dieGlucke hat da ein paar Ideen:

1. Auto stehen lassen. Gerade in Bremen ist Radfahren die bessere Alternative, für Transportfahrten gibt es gute Carsharing-Modelle (cambio.de) oder Auto-Teilhabe. Im Juni 2013 nutzten über 8.000 Bremerinnen und Bremer dieses Angebot – Tendenz steigend.

2. Urlaub mit Bahn oder Auto. Der VCD beziffert den Gesamtanteil des Flugverkehrs an der globalen Erwärmung mit etwa fünf Prozent. In Deutschland haben sich die CO2-Emissionen des Flugverkehrs zwischen 1990 und 2009 etwa verdoppelt. Lieber seltener und dafür länger fliegen.

3. Energie einsparen.Das geht bei der Zimmertemperatur los (1 °C weniger spart sechs Prozent Heizenergie) und hört beim Stand-by-modus am Fernseher auf. Es lohnt sich mal zu messen, wie viel Energie bestimmte Haushaltsgeräte brauchen. Bei der Umweltberatung Bremen gibt es eine kostenlose Energie-Check-Ausrüstung (info(at)bremer-umweltberatung.de).

4. Der berühmt-berüchtigte Veggie-Day. Der macht tatsächlich Sinn, denn Fleischproduktion ist extrem energieintensiv. Die Welternährungsorganisation sagt, dass die weltweite Tierhaltung und -produktion für 18 Prozent der vom Menschen zu verantwortenden Klimagas-Emissionen verantwortlich ist. Das ist mehr als der Verkehr dazu beiträgt (siehe 2.).

5. Leihen, tauschen oder gebraucht kaufen. Das hat eben nicht nur mit Geld sparen zu tun, sondern ist eine grundlegende Einstellung, die hilft, Ressourcen und Energie zu sparen. dieGlucke hat bereits zwei Mal zum Kleidertausch eingeladen. Daneben gibt es Initiativen wie tauschwatt.de in der Bremer Neustadt oder Vintage-Möbel-Shops wie Wedderbruuk im Lloydhof. Hier zu stöbern macht auch sehr viel Spaß!

Die Wochenzeitung DieZeit hat vor kurzem eine umfangreiche Schaugrafik veröffentlicht mit vielen Antworten und Überlegungen rund um das Thema: Am 2-Grad-Ziel vorbei?

Foto: Panoramablick vom Gokyio Peak auf das Everestmassiv mit dem mächtigen Ngozumba-Gletscher und der Gokyo-Alm. © Peter Freitag / pixelio.de

Text: © Heike Mühldorfer für glucke-magazin.de

 

 

1 Kommentare

  1. Pingback: lebensArt: Happy Welt-Veggie-Day! | dieglucke

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