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Die Spur von Barlachs „Schwebendem“

30. November, 19:00 - 21:00

kostenlos

Der Bildhauer Ernst Barlach (1870-1938) schrieb in den 1930er Jahren an den Oberbaudirektor der Stadt Hamburg, Fritz Schumacher, in Zusammenhang mit Fragen der Denkmalgestaltung zu seinem „Güstrower Ehrenmal“: „Für mich hat während des Krieges die Zeit stillgestanden. Sie war in nichts anderes Irdisches einfügbar. Sie schwebte. Von diesem Gefühl wollte ich in dieser im Leeren schwebenden Schicksalsgestalt etwas wiedergeben.“ Diese in der Stille des Güstrower Domes schwebende Bronzefigur, die 1927 eingeweiht wurde, ist nicht nur Barlachs weltweit bekannteste Plastik, sie wurde als erstes seiner Kriegerehrenmal durch die Nationalsozialisten 1937 demontiert und später für Rüstungszwecke eingeschmolzen. In der Folge wurden auch Barlachs Denkmale in Magdeburg, Kiel und Hamburg entfernt.

Im Gegensatz zu den herkömmlichen Kriegerdenkmalen für den Ersten Weltkrieg, die einen Heroismus propagierten, verstand Barlach seine Ehrenmale als „Denkzeichen“ gegen Krieg und Gewalt. Barlach schuf einen neuartigen Denkmalstypus innerhalb der deutschen Denkmalsflut nach 1918, der in der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus auf heftige Ablehnung und Widerstand stieß. Diesen Spuren seines „Schwebenden“ von den ersten Entwurfsskizzen bis zu seiner Vernichtung wird im Vortrag nachgegangen.

Der Kunsthistoriker Dr. Volker Probst ist Geschäftsführer der Ernst Barlach Stiftung und Leiter der Ernst Barlach Museen in Güstrow/Mecklenburg.

 

Details

Datum:
30. November
Zeit:
19:00 - 21:00
Eintritt:
kostenlos
Veranstaltungskategorien:
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Veranstalter

Literaturhaus
Webseite:
http://www.literaturhaus-bremen.de/

Veranstaltungsort

LeseArt im swb-Kundenzentrum
Am Wall/Sögestraße
Bremen, 28195
+ Google Karte

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