#Musikfest: Orient trifft Okzident

Nr4Ja, es hat mich getroffen! Es hat mich sehr berührt beim ausverkauften Bremer Musikfest – Surprise im BLG-Forum in der Überseestadt. Mir kamen fast die Tränen bei dieser gefühlvollen und lebendigen Musik der syrisch/französischen Flötistin Naïssam Jalal und ihrer Band Rhythms of Resistance. So etwas habe ich vorher noch nie erlebt. Ich war noch nie auf einem Konzert des Musikfestes, kannte auch das BLG-Forum noch nicht und war erwartungsvoll und sehr gespannt.

Hört den Menschen Syriens zu!

Es gab viel Rhythmus mit musikalischen Einschlägen aus sehr vielen unterschiedlichen Richtungen. Einerseits jazzig und voller Improvisation, andererseits Musik aus verschiedenen Epochen und Traditionen. Aber immer mit wahnsinnig viel Leidenschaft gespielt, sodass nicht nur mir das Herz aufging. Es gab kurze Erklärungen, um was es in den Stücken gehen sollte: Liebe und Hass, Krieg und Frieden sind die Themen. Einen für mich sehr wichtigen Satz sagte Naïssam Jalal während ihrer kurzen Einführung zu einem ihrer Stücke: „Hört zu, was die Menschen in Syrien zu sagen haben!“ Es folgte eine sehr traditionelle, emotionale, fast schon spirituelle Musik und dann brauchte man die Worte nicht mehr, denn ich habe verstanden und gefühlt, um was es ging.

Rhythm of Resistance: Kosmopoliten aus Frankreich

Die exzellenten, leidenschaftlichen Musiker der Gruppe waren: Naïssam Jalal mit Flöte und Nay (schnabellose Langflöte) , Mehdi Chaï am Saxophon und Perkussion, Karsten Hochapfel an der Gitarre und dem Violoncello, Zacharie Abraham am Kontrabass und Arnoud Dolmen am Schlagzeug.
Naïssam Jalal & Rhythm of Resistance spielen als kosmopolitisches, in Frankreich lebendes Quintett, seit 2011 gemeinsam auf Festivals und Konzerten auf der ganzen Welt. 2015 erschien ihre Debüt-CD.

Ich habe mich während der Stücke manchmal im Publikum umgeschaut und es gab fast niemanden, der ruhig auf seinem Stuhl sitzen konnte. Jemand nickte mit dem Kopf, ein anderer wippte mit dem Fuss, manch einer ging mit dem ganzen Körper mit. Und während der Zugabe wurde das Publikum mit einbezogen.

BLG-Forum statt klassischer Konzertraum

Ich fand es sehr angenehm, dass man nicht in klassischer Konzertform (Stühle stehen vor der Bühne aufgereiht) sitzen musste, sondern selber wählen konnte, an welchem kleinen Tischchen man sich mit seinem Getränk setzen wollte. So gab es schon mal eine sehr einladende Atmosphäre für das Konzert. Alles in allem war es ein sehr gelungener Abend mit wunderschöner Musik und leidenschaftlichen Musikern.

Das Musikfest mit seinem hochkarätigen Programm läuft noch bis zum 10. September 2016. Auch für die letzten Aufführungen gibt es neben den regulären Tickets auch eine Restkartenbörse zu Preisen von 18 Euro je Ticket.

Text und Fotos: Conny Wischhusen

1 Kommentare

  1. Es ist wirklich immer wieder überraschend, wenn sich hinter so einem Konzert ein ganz neues Erlebnis verbirgt. Ich hatte auch solche Erlebnisse auf dem Musikfest Bremen.

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