#sorollaMUC: Meister des Lichts in der Kunsthalle München

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Malerei trifft auf Fotografie: Momentaufnahme, Biarritz. 1906, Öl auf Leinwand, © Madrid Museo-Sorolla

Es gibt immer wieder Geheimtipps und Entdeckungen im Kunstbetrieb, die es Wert sind auch einen weiten Weg auf sich zu nehmen. Dazu gehört auf jeden Fall der spanische Maler Joaquín Sorolla (1863–1923). Noch bis zum 3. Juli 2016 zeigt die Kunsthalle München – und das zum ersten Mal in Deutschland – eine umfangreiche Retrospektive des zu Recht als Meister des Lichts benannten Sorollas mit 120 Werken.

Sorolla: Berühmt in Spanien, in Deutschland (eher) unbekannt

„Der in Valencia geborene Künstler hat es wie kein anderer seiner Zeit verstanden, das Licht des Südens beim Malen einzufangen; seine sonnendurchfluteten Bilder haben selbst Zeitgenossen wie Claude Monet tief beeindruckt“ – so steht es in der Ankündigung. In der Realität, nur wenige Meter von den großformatigen Gemälden (vier mal zweieinhalb Meter) entfernt, ist mir, als spüre ich die Sonnenstrahlen und die Wärme, höre Meeresrauschen und Kinderlachen, das Flattern von Segeln und verharre regungslos und andächtig vor der schlafenden Frau des Malers und dem neugeborenen Kind, als stünde ich mit im Zimmer. So unglaublich realistisch sind die Abbildungen, im Moment eingefangen. Dabei zeigt Sollero nicht nur die hellen, lebendigen Facetten des Lebens um die Jahrhundertwende, sondern auch die Schattenseiten mit der brutalen Realität von Mädchenhandel und kranken Kindern am Strand, deren Gebrechen durch die Syphiliserkrankung der Eltern erklärt wird.

Schon zu Lebzeiten wurde der Maler für seine unverwechselbaren Werken in seiner Heimat genauso gefeiert wie in Paris, London, Berlin und New York. Die große Bekanntheit in Deutschland blieb jedoch aus. Das wird sich durch die Ausstellung in München jetzt ändern. In Kooparation mit dem Impressionismus-Museum Giverny und dem Madrider Sorolla-Museum gibt die Kunsthalle München einen Einblick in das Werk des Spaniers durch alle Schaffensphasen – von seinen Anfängen in Paris, geprägt von den französischen Impressionisten, bis zu den großformatigen Szenen des (Arbeits-)Leben in Spanien auf dem Land und auch am Meer. Anhand der einfühlsamen Porträts seiner Familie und Menschen der verschiedenen spanischen Regionen lässt sich die Entwicklung seiner Malkunst ablesen. Wer also die Gelegenheit hat auf einen Abstecher nach Bayern: Diese Ausstellung ist einmalig und wer weiß, wann der Meister des Lichts wieder in Deutschland zu sehen ist.

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„Mutter“ zeigt Sorollas Frau Clotilde im Wochenbett. Foto: GLUCKE

Und hier noch ein kleiner Sneak-View in die sehr beeindruckende Sorolla-Ausstellung  in der Kunsthalle München:

Text und Fotos, sowie nicht anders angegeben: Heike Mühldorfer