#Buchmesse: Bücherwelt trifft Cosplay

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Indie-Verlagshaus Berlin weiß worum es geht: Poetisiert euch! © Foto Heike Mühldorfer

Vier Tage, fünf Hallen, ein Riesen-Tunnel, 260.000 Menschen, 2.250 Aussteller aus 42 Ländern, 3.200 Veranstaltungen an 410 Orten verteilt über die ganze Stadt, Medienaufgebot aller großer Fernseh- und Radiosender, tonnenweise Prospekte und Kataloge (einige Kilo davon in meinem Gepäck) – das war die Buchmesse Leipzig 2016. Gewusel und Geräuschpegel immens, das Angebot schier überwältigend, die Übersicht zu bewahren, eine Herausforderung. Preise wurden vergeben, Super-Stars der Literaturszene gaben sich die Ehre, politisch ging es um Europa, speziell den Balkan und gegen Rechts wurde auch demonstriert (genauer gegen das AfD-Blatt Compact).

Das Frühjahrstreffen der Buchbranche

Neben den bekannten großen Verlagen stellten so genannte unabhängige Indie-Verlage ihr Programm vor, Autoren und Illustratoren nutzten die Chance sich zu präsentieren, für Kinder gab es Mitmach-Aktionen zum Buchdruck und Meet and Greets, es gab sogar einen internationalen Book Pitch, bei dem sich Autoren aus Georgien, Slowenien, Rumänien, Tschechien und Ungarn in fünfminütigen Slots den Lektoren präsentieren konnten. Und immer wieder dazwischen ein schier unendlicher Strom junger bis mittelalter Menschen mit phantasievollen oder perfekt kopierten Kostümen, die sich wie in einer Parallelwelt auf ihrer Messe, der dritten Manga-Comic-Con unter etwa 96.000 Comic-Fans tummelten und die Gelegenheit nutzen sich zu präsentieren, während auch sie durch die Buchmesse pilgerten.

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Cosplay nach japanischem Vorbild. Foto: © Heike Mühldorfer

Am 26. März ist Indiebookday

Für mich war tatsächlich die spannendste Ecke der Leipziger Buchmesse in Halle 5 bei den kleinen unabhängigen Verlagen, die sich mit kleiner Mannschaft, und ausgewiesen schön gestalteten Büchern weniger bekannten Autoren annehmen. Trotz kleiner Werbebudgets und schwieriger Strukturen im Buchhandel haben sie ihren Platz bei Literatur-Fans erobert. Um ihnen jedoch zu noch mehr Bekanntheit und Sichtbarkeit in der Flut an Neuerscheinungen zu verhelfen wurde der Indiebookday erfunden, der am 26. März 2016 zum vierten Mal begangen wird, verbunden mit dem Aufruf, gezielt Bücher aus einem kleinen Verlag zu kaufen. Initiator dieses Tages ist Daniel Beskos vom mairisch Verlag, der vor drei Jahren zum allerersten Mal dazu aufgerufen hat. Mara Giese, Literaturbloggerin von buzzaldrins.de hat sich die Mühe gemacht, eine Liste mit allen Indie-Verlagen zu erstellen und verrät in ihrem Blog auch ihre aktuellen Favoriten. Wie ich finde, eine schöne Idee, um neue Autorinnen und Autoren zu entdecken und das neue perfekte Lebensmotto umzusetzen: Lesen statt Putzen!

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Krimis statt Putzlappen – eine gute Idee! Foto: © Heike Mühldorfer

Preise der Leipziger Buchmesse 2016:

Guntram Vesper für „Frohburg“ (Belletristik, Schöffling & Co.), Jürgen Goldstein für „Georg Forster. Zwischen Freiheit und Naturgewalt“ (Sachbuch, Matthes & Seitz) und Brigitte Döbert für ihre Übersetzung von „Die Tutoren von Bora Ćosić“ (Schöffling & Co.) erhielten in Leipzig den Preis der Leipziger Buchmesse 2016 . Die Jury des Preises der Leipziger Buchmesse unter der Leitung von Kristina Maidt-Zinke hatte 401 Werke von 113 Verlagen zur Auswahl.

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Die Shortlists der drei vergebenen Literaturpreise in Leipzig. Foto: © Heike Mühldorfer

Der Literaturpreis für Phantastik ging an Daniel Illger für seinen Debütroman „Skargat – Der Pfad des schwarzen Lichts“ (Hobbit-Presse/Klett Cotta). „Bestes Buch“ wurde der All-Age-Titel von Nina Blazon: „Der Winter der schwarzen Rosen“ (cbt). Der erstmalig vergebene Preis für den besten Independent Autor ging an Hannah Kuhlmann mit ihrem Roman „Nachtschatten“.

30 herausragende Kinder- und Jugendbuchtitel mit dem Leipziger Lesekompass ausgezeichnet und auf der Leipziger Buchmesse vorgestellt. Sie weisen, „eine große Nähe zur Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen auf und fördern dadurch in besonderem Maße Lesefreude und Lesekompetenz“. so die Begründung. Schwerpunkt waren dieses Jahr die Themen Miteinander, Unterschiede und Gemeinsamkeiten. Die komplette Liste gibt es zum Download.

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Stiftung Buchkunst prämiert die Schönsten Bücher der Welt. Foto: © Heike Mühldorfer

Es wurden außerdem die schönsten Bücher der Welt gezeigt, die von der Stiftung Buchkunst seit 1963 prämiert werden.

Ein Interview mit Anja Kösler, Koordinatorin der „Leipzig liest“-Veranstaltungen in der Stadt über die Herausforderungen ein solches Mammut-Event durchzuführen. Und eins mit Literaturkritikerin und Kuratorin Insa Wilke, die für die Robert Bosch Stiftung und die Leipziger Buchmesse mit Europa 21 einen „Denk-Raum für die Gesellschaft von morgen“ umgesetzt hat.

Und hier noch ein paar Eindrücke von der Leipziger Buchmesse und Manga Comic-Con. Fotos: © Heike Mühldorfer

 

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