#Ausstellung: Land in Sicht in der Weserburg

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„Es gibt keine Landschaft, die völlig unschuldig ist“, sagt Anselm Kiefer zu seinem Bild, dass gerade in der aktuellen Ausstellung „Land in Sicht“ in der Weserburg, Bremens Museum für moderne Kunst, zu sehen ist. Seit etwa 400 Jahren gibt es Landschaftsmaler und ihre Sicht auf die Welt, auf Sehnsüchte und Träume. Zu sehen sind in der Ausstellung etwa 100 Bilder, Fotografien und Videoarbeiten aus vier Jahrzehnten Landschaftsmalerei.

Richter, Liechtensein, Courbet und Ratziwill

Gezeigt werden Werke von Berühmtheiten wie Gerhard Richter, Roy Lichtenstein, Gustave Courbet oder Franz Ratziwill , um nur einige Namen zu nennen. An den farbig markierten Wänden werden verschiedene künstlerische Positionen aus den verschiedenen Epochen gegenüber und nebeneinander gestellt. In der Landschaftsmalerei steht nicht der Mensch oder die Stadt im Vordergrund, sondern die Natur und die gegebenen Landschaften, so wie die Künstler sie wahrnehmen und interpretieren. „Sie alle haben eins gemeinsam“, so Peter Friese, geschäftsführender Direktor der Weserburg. “Sie zeigen uns den Blick auf die Welt, welcher sich am Ende als Blick auf uns selbst erweist“. Wie bei den Aufnahmen der US Navy mit wunderschönen Wolkenformationen am Himmel während des Atombombenversuchs über dem Bikiniatoll, die den poppigen Formen eines Sonnenuntergangs von Roy Liechtenstein gegenüberstehen. Da wird ein Sonnenuntergang gleich zu einem ganz anderen Phänomen in der Landschaft.

Ausstellung mit Botschaft

Der unschuldige Blick auf die Natur ist damit hinfällig, es gibt ihn nicht mehr. Immer mehr verändert sich die Natur und wir verändern die Natur. Das sollte uns zu denken geben. Und genau deshalb ist es wichtig in die Ausstellung zu gehen und es uns und unseren Kindern bewusst zu machen. Das, was wir noch übergelassen haben von der Natur, müssen wir gut hegen und pflegen und sorgsam damit umgehen. Sonst können wir irgendwann keine Landschaftsbilder mehr malen. Und das wäre doch sehr schade!

Die Ausstellung in der Weserburg ist noch bis zum 27.9. 2015 täglich außer montags zu sehen.

Tipp: Am Pfingstsonntag um 18 Uhr, Pfingstmontag um 20.30 Uhr sowie am Dienstag um 18 Uhr zeigt das City 46 den Film „Sogobi“ des Amerikaners James Benning, (der Filmtitel ist das schoschonische Wort für „Erde“), der faszinierende Landschaftsbilder auf 8mm-Film bannt: gigantische Mammutbäume, Gebirgsnebel, wild wachsende Wüstenblumen, ein Militärkonvoi, ein Sandsturm in Death Valley, ein Holzverladekran am Kern River, schwarze Eichen, rote Felsbrocken und ein Güterzug aus Santa Fé. Kartenvorbestellungen Tel. 0421 / 957 992 90 oder tickets@city46.de

Text: Conny Wischhusen