#Ausstellung: Ich sehe was – und ihr könnt es auch sehen

Conny Wischhusen
Der Name der Schau bezieht sich auf die Entstehung: „Ich habe das erste Bild gestaltet und es über eine geheime Facebook-Gruppe an einen weiteren Künstler geschickt, dieser hatte zwei Wochen Zeit, sich von meinem Bild inspirieren zu lassen und ein eigenes zu schaffen – die gestalterische Umsetzung war frei. Nur das A4-Format musste eingehalten werden“, erklärt Conny Wischhusen, Bremer Künstlerin, Ideengeberin und Schöpferin des Urbildes.

Eine Ausstellung in Bremens Wallerie

Erst zur Vernissage in der Wallerie im Walle-Center sahen die 28 Kreativen den Output ihres angestoßenen Schneeballeffekts. Die komplette gestalterische Palette ist abgedeckt: Von Acrylmalereien über mit Scherben gestaltete Motive bis hin zu Selbstporträts sowie Fotografien ist alles dabei.

Conny Wischhusen ist zufrieden mit der Schau, die viele Besucher zur Eröffnung in die Wallerie gelockt hat. „Viele Künstler haben sich vorher gar nicht gekannt. Sie kommen aus Hamburg, Bremerhaven und Bremen und sind jetzt durch das Projekt in Kontakt gekommen, das ist super“, freut sich die Künstlerin.

Norddeutsche Künstlerszene trifft sich

Erstaunlich, welch positiver Effekt aus dem Facebookprojekt entstanden ist – ein kleiner Teil der norddeutschen Szene fand sich in einem Meet & Greet zusammen und traf sich offline Angesicht zu Angesicht.

Das hätte die Künstlerin anfangs nicht vermutet – noch dazu strahlt ihr Auftaktbild alles andere als Optimismus aus. „Morgens um zehn ist die Welt noch in Ordnung“ heißt ihr Werk. Auf einem Tetrapack hat Conny Wischhusen die Schlagzeilen der ersten Zeitungsseite aufgeklebt, übermalt ist die Collage mit schreiend grellen Pinselstrichen in Pink. Am Ende gleicht sich alles aus. Kerstin Graf steht vor der Nummer 28, dem Schlusspunkt der Reihe. Die Acrylmalerei auf Pappe wirkt in zarten Pastellfarben grün-bläulich versöhnlich. „Friedo Stuckes Fotografie mit den Erbsen, dem Pilz und der Batterie mit dem Titel ,Ehelicher Alltag‘ hat mich zu meinem Werk ,Konnubiales (die Ehe betreffend) Gleichgewicht‘ inspiriert, ich fand die Farben und die Anordnung der Objekte sehr harmonisch“, sagt sie.

Die Gemeinschaftsausstellung „Ich sehe was, was du nicht siehst“ ist in der Wallerie im Walle-Center, Waller Heerstraße 103, bis zum 9. Mai 2015 zu sehen. Die Öffnungszeiten sind montags und donnerstags von 9 bis 13 Uhr, freitags von 18 bis 20 Uhr und samstags von 10 bis 18 Uhr.

Fotos: babbeler.de