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#ausstellung: Kamele an der Küste

Paul Klee: Rote und weisse Kuppeln, 1914, Aquarell und Gouache auf Papier auf Karton, 14,6 x 13,7 cm. Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf

Paul Klee: Rote und weisse Kuppeln, 1914, Aquarell und Gouache auf Papier auf Karton, 14,6 x 13,7 cm. Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf

 

 

 

 

Die Kunsthalle Emden zeigt noch bis 12. Juli Werke von Paul Klee aus der Sammlung Nordrhein-Westfalen.

Paul Klee (1879-1940) ist vor allem für zwei Dinge bekannt. Zum einen für seine magisch farbigen Bilder, die auf und aus einer Reise mit August Macke und Louis Moiliett 1914 nach Nordafrika entstehen. Das 1914 entstandene Bild „Rote und weisse Kuppeln“„ gibt davon einen kleinen Eindruck. Zum zweiten ist kaum einer der Lehrenden am Bauhaus so lange dort tätig gewesen wie Klee, nämlich von Ende 1920 bis 1931.

Klee, Paul, Kamel in rhythmischer Baumlandschaft

Paul Klee: Kamel in rhythmischer Baumlandschaft, 1920, Ölfarbe und Feder auf Kreidegrundierung auf Gaze auf Karton, Farbstudie. Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf

Blauer Reiter und blaue Vier

Bis zur sogenannten Tunis-Reise zeichnet Klee vor allem, hat auch 1911 schon seine erste Kollektivausstellung, aber erst im fortgeschritteneren Alter entdeckt er die Farbe und malt. Vor seiner Tätigkeit am Bauhaus lebt er in München und ist zum engeren Umfeld der KünstlerInnengruppe „Der Blauer Reiter“ zu zählen. Ab 1924 tritt er zusammen mit Lyonel Feininger, Wassily Kandinsky und Alexej Jawlensky – auch international – als „Die blaue Vier“ auf. Klee lehrt von 1931 bis Ende 1933 noch an der Düsseldorfer Kunstakademie. Nach der Machteinsetzung der Nationalsozialisten wird er bald seines Amtes enthoben und emigriert in die Schweiz, wo er 1940 nach schwerer Krankheit verstirbt.

„Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar.“

Die Ausstellung zeigt mit ihren über 75 Gemälden, Aquarellen und Zeichnungen drei Viertel des Bestandes zu Klee der staatlichen „Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen“, die über den umfangreichsten Bestand zu Klee in Deutschland verfügt. Erst mit 34 Jahren wendet sich der Künstler der Farbe und der Malerei zu – dennoch misst er der Zeichnung bis zuletzt eine herausragende Bedeutung bei, alleine im Jahr 1939 fertigt Klee über 1200 Zeichnungen an.

Klee_beladene_Kinder

Paul Klee: beladene Kinder, 1930, Farbstift auf Papier auf Karton, Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf

In der Ausstellung sind viele ausdrücklich bunte, schöne, wenn nicht sogar lieblich wirkende Bilder zu finden (wie etwa „Kamel in rhythmischer Baumlandschaft“). Die andere Hälfte der ausgestellten Werke ist eher schroff, widerspenstig, wenn nicht hässlich – hat aber in der Regel durchaus einen gewissen Reiz. Hierfür können etwa „scharfes Wort“ (von 1940) oder das zehn Jahre früher entstandende „beladene Kinder“ als Beispiel dienen.

Emden ist also wieder einmal eine Reise wert. Wer früh genug losfährt und passendes Wetter erwischt, kann sogar – selbst bei Fahrt mit dem Zug – noch den Kunstgenuss mit dem von Wind, Sonne und Wellen an der naheliegenden Nordsee verbinden.

Kunsthalle Emden, Hinter dem Rahmen 13. Die Kunsthalle liegt fünf Minuten Fußweg vom Bahnhof Emden. Öffnungszeiten Di bis Fr 10 bis 17 Uhr, Sa, So/Feiertage 11 bis 17 Uhr, Jeder erste Di/Monat 10 bis 21 Uhr (Kunstabend), Mo geschlossen, 1. Mai und Pfingsten geöffnet. Eintritt: Erwachsene 8 EUR, ermäßigt 6 EUR, Kinder bis 15 Jahre frei.

Text: Bernd Hüttner

© für die Foto-Aufnahmen der ausgestellten Werke von Paul Klee: Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf

Beitragsbild: Paul Klee: Rote und weisse Kuppeln, 1914, Aquarell und Gouache auf Papier auf Karton, 14,6 x 13,7 cm. Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf

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