#Lebenswelt: Weltfrauentag in Bremen

We_Can_Do_It!

„We Can Do It!“ von J. Howard Miller als Poster für das War Production Co-ordinating Committee im Zweiten Weltkrieg. National Museum of American History, Smithsonian Institution. Licensed under Public Domain via Wikimedia Commons.

Auch in Bremen feiern wir am 8. März den internationalen Frauentag, dieses Jahr steht er unter dem Motto „Frieden – Freiheit – Frechheit“. Es geht um die Kriege der Gegenwart und der Vergangenheit, das Schicksal der Menschen dort und hier und insbesondere um Situation von Frauen. Egal, ob sie auf der Flucht, im Widerstand oder im Untergrund sind, als Kämpfende, Mitlaufende oder Opfer. In dem Sinne geht auch die Auszeichnung „Frau des Jahres“ an eine Frau, die sich aktiv für Frieden und Freiheit einsetzt, im Stadtteil, in Bremen, in der Welt. Wer das ist, wird erst bei der Festveranstaltung am 8. März in der oberen Rathaushalle bekanntgegeben.

60 Veranstaltungen in Bremen, 17 in Bremerhaven

Insgesamt gibt es in der Woche vor dem Frauentag rund 77 Veranstaltungen im Land Bremen, darunter Ausstellungen, Vorträge, Konzerte, Parties, Seminare und viele mehr. Hier ein paar High-Lights im Programm:

Am 4. März findet um 19:00 Uhr eine Talkrunde unter dem Motto: „Frauen mit Mumm – Erfolgreich. Bewundert. Gefürchtet?“ im Gästehaus der Universität Bremen statt. Hier treffen vier toughe in typischen Männerdomänen erfolgreiche Frauen aufeinander, die ihre Erfahrungen teilen: Rita Apel, Poetry-Slam-Landesmeisterin Niedersachsen/Bremen 2014, Prof. Dr. Gritt Klinkhammer, Religionswissenschaftlerin Uni Bremen, forscht zu Frauen im Islam und anderen Weltreligionen, Irina Lucke, Geschäftsführerin der EWE Offshore Service & Solutions und Gesa Lürßen, Leiterin des Jungenstrafvollzugs. Der Eintritt ist frei, das Gebäude barrierefrei.

Am 7. März führen Stadtführerin Kathrin Klug und Finanzsenatorin Karoline Linnert einen kostenlosen Rundgang durch Bremen an. Unter dem Titel „Frieden, Freiheit, Frechheit… Rundgang zur Frauengeschichte“ läuft die Truppe vom Domshof über den Marktplatz zur Schlachte und erhält einen unterhaltsamen Einblick in die Lebenswirklichkeit Bremer Frauen. Ein Spaziergang, der dazu ermutigt, die eigenen Grenzen zu hinterfragen und mutig neue Ziele zu verfolgen. Denn weder Lucie Flechtmann alias Fisch Lucie, Lale Andersen, Clara Rilke-Westhoff, Maria Mindermann noch Anna Lange hätten auch nur einen Bruchteil ihres Lebenswerkes bewirken können, wenn sie sich an gesellschaftliche Regeln gehalten hätten. Treffpunkt ist der Neptunbrunnen am Domshof um 11.00 Uhr.

Ebenfalls am 7. März lädt um 20:00 Uhr die Arbeitnehmerkammer zum Frauenheimatabend unter dem Motto: „Karrieren, Krisen und Kinder“. Es gibt Musik und Gespräche darüber, ob die aktuelle Hirnforschung fürs Frauen-Bashing verwendet wird, warum es überhaupt wichtig ist, dass man Frauen und Männer eindeutig unterscheiden kann und ob es „Natur und Instinkt“ ist, wenn ein Mädchen einem rosaroten Spielzeugpferd die Haare föhnt.
Der Eintritt ist frei, das Gebäude barrierefrei. Um eine Anmeldung unter 0421 / 36 30 970 oder burda@arbeitnehmerkammer wird gebeten.

Und schließlich gibt es am Internationalen Frauentag, also am Sonntag, den 8. März, eine bunte Demo, um die internationale Frauenbewegung zu stärken. Los geht es um 14.00 Uhr am Ziegenmarkt, die Abschlusskundgebung wird gegen 15.00 Uhr am Domshof stattfinden. Nachmittags präsentieren sich wieder die Frauenverbände und Einrichtungen Bremens im Rathaus, wo dann auch die Frau des Jahres in einem Festaktbekannt gegeben wird.

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Seit 104 Jahren Internationaler Frauentag

Der internationale Frauentag wird weltweit von politischen Organisationen am 8. März gefeiert. Er ist in der Zeit um den Ersten Weltkrieg im Kampf um die Gleichberechtigung und das Wahlrecht für Frauen entstanden. Am 27. August 1910 schlug die deutsche Sozialistin Clara Zetkin auf der Zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen die Einführung eines internationalen Frauentages vor, auch wenn sie damit gegen den Willen ihrer männlichen Parteikollegen sprach. Die Idee dafür kam aus den USA, wo Frauen der Sozialistischen Partei Amerikas (SPA) 1908 ein Nationales Frauenkomitee gegründet, das beschloss, einen besonderen nationalen Kampftag für das Frauenstimmrecht einzuführen. Der erste Frauentag wurde dann am 19. März 1911 in Dänemark, Deutschland, Österreich-Ungarn und der Schweiz gefeiert. 1921 wurde das Datum dann auf den 08. März gelegt, um die Rolle der Frauen in der Februarrevolution zu ehren. Denn indem Arbeiter-, Soldaten und erstmals auch Bauernfrauen am 08. März 1917 in Sankt Petersburg streikten, wurde diese letztendlich ausgelöst.

Das weitere Programm zum internationalen Frauentag in Bremen und Bremerhaven kann hier eingesehen werden (Link zu den Downloads).