#Kukoon – Viel Kultur und Begegnung im Buntentor

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Zum Einstieg ein volles Haus – was will man mehr? Schon am Nachmittag war am Eröffnungstag (24.Januar) kaum ein Durchkommen im jüngsten Kulturtempel Bremens. Kukoon heißt dieser und er will in der Bremer Neustadt eine Plattform für die freie Kulturszene sein, aber auch Begegnungsstätte für das Wohnquartier am Buntentor. Noch wirkt alles etwas improvisiert, der erste Latte Macchiato ist leicht missglückt, aber der (vegane) Nusskuchen schmeckt und ein Sitz-Plätzchen findet sich doch noch in der Ecke neben der großen Bühne. Dann der Blick in die Runde: Die großzügig geschnittene Etage mit extra hoher Stuckdecke, der kleine Tresen mit einer breiten Palette an Speisen und Getränken, eine Treppen führt zur künftig als Galerie genutzten Zwischenebene, ein mit Glas abgetrennter Raum für ruhigere Momente – Möglichkeiten gibt es hier viele für Ausstellungen, Konzerte, Lesungen, Mittagstisch und was auch immer den zehn jungen GesellschafterInnen einfällt (das Durchschnittsalter liegt bei 29 Jahren). Sie nennen sich Kulturkombinat und gestalten seit vielen Jahren mit Leidenschaft Kulturprojekte in Bremen und Umgebung, einige von ihnen haben auch das überaus erfolgreiche DETE-Kultureinrichtungshaus in der Lahnstraße gewuppt.

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Willkommen im Kukoon! Noch etwas improvisiert aber mit ganz viel Potential für alle Kulturbegeisterten (nicht nur) in der Bremer Neustadt. © Heike Mühldorfer

 

Zwischennutzung und soziales Mittagessen

Für drei Jahre hat sich also das Kulturkollektiv „Gesellschaft bunte Steine“ im Buntentorsteinweg eingemietet – auch mit Hilfe einer Anschubfinanzierung der ZZZ Bremen, die damit wieder mal dazu beigetragen hat, ein lange Jahre leer stehendes Objekt dank einer Zwischennutzung bespielbar zu machen. (Und es bleibt zu hoffen, dass danach nicht der übliche Impuls einsetzt, das dann attraktivere Objekt meistbietend zu verkaufen.) Jetzt aber gibt es erst einmal die Begegnungen der (unmittelbaren) Nachbarschaft und der freien kreativen Szene des Quartiers „Buntentor“ anzuschieben. Menschen sollen zusammengeführt, ein stadtteilübergreifend gemischtes Publikum angesprochen werden. Es geht ganz viel ums Ausprobieren, Gestalten und Austausch. Und das Ganze sehr bodenständig und gemeinsam mit den AnwohnerInnen, die per Fragebogen erst mal nach ihren Wünschen gefragt wurden.

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Prinzip Huckepack: Wer kann, zahlt zusätzlich etwas in den Kulinarik-Topf für Finanzschwache. © Heike Mühldorfer

 

Zum geplanten „Ort des Alltags“ passt, dass es beim Getränke- und Speisenangebot  eine spezielle Preisphilosophie geben wird: Wer mag, kann sich über den fair kalkulierten Preis hinaus für einen sozialen Kulinarik-Topf spenden, aus dem sich dann wiederum finanziell schlechter Gestellte bedienen können. Huckepack nennt sich das System und die dazugehörige Tafel zeigt, was gerade so im „Angebot“ ist.

Bunte Steine im Buntentor

Nach der rauschenden Eröffnungsparty hat das Kukoon mittlerweile das erste Programm aufgelegt: Im Februar gibt es Kurzfilme (Großstadtabenteuer am 6. Februar), einen Talk mit Mely Kiyak in Kooperation mit der Schwankhalle (10. Februar), Siebdrucken (14. Februar) mit Musik, Flix-Turnier (am 18. Februar) und Malen mit Musik (28. Februar). Detaillierte Infos darüber finden sich peu a peu auf der Facebook-Seite von Kukoon, die innerhalb kürzester Zeit und noch vor der Eröffnung die magische 1.000er-Fanzahl überschritten hat. Es spricht sich herum in der Stadt, dass es im Buntentor eine neue Anlaufstelle für Kulturbegeisterte gibt, die stark auf Begegnung setzt. Einen ersten Erfolg können die Kukoonies schon verzeichnen, wenn auch vielleicht anders als gedacht: Auf dem Schwarzen Brett von bremen.de sucht seit dem Eröffnungsnachmittag ein Mr.Smiley nach der „Frau mit den roten Dreads vom Kukoon“. Ich drücke ihm die Daumen bei der Suche und freu mich auf interessante Begegnungen und Veranstaltungen im Kukoon. Sehen wir uns dort?

Und hier ein paar Eindrücke vom Eröffnungstag im Kukoon (Danke für Foto 6 + 7):

 

Kukoon, Buntentorsteinweg 29, Haltestelle Linie 4 Rot-Kreuz-Krankenhaus

Öffnungszeiten: Kaffee, Kuchen & Leckeres ab 14 Uhr, täglich bis zum 1. Februar, danach ab 11.30 Uhr, sonntags ab 9.30 Uhr.

Text und Fotos (wenn nicht anders gekennzeichnet) von Heike Mühldorfer.

3 Kommentare

  1. Liebes Redaktionsteam:
    der Bericht über das neueröffnete Kukoon hat mit gut gefallen.
    Darf ich auf meiner Internetseite einen Link auf Euer Glucke-Magazin machen?

    Liebe Grüsse und weiterhin viel Erfolg!
    Doris De Cruz
    Aufbruch Bremen – anders besser leben

    • Heike Mühldorfer sagt

      Vielen Dank, Doris, das freut uns 🙂 Nutze gerne den Link auf deiner Seite, teilen finden wir großartig 😀

  2. Pingback: #crowdfunding: Küche + Kultur = Kulturküche | glucke MAGAZIN

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