#lebenswelt: Die erste inklusive WG in Bremen

inklusive WG_© Daniela Buchholz

Inklusion in Bremens Schulen? Check (wenn auch heiß diskutiert)! Inklusiver Ansatz in der Berufsbildung? Zumindest einen Versuch im Kulturbereich gibt es in Bremen. Und demnächst wird es die erste inklusive Wohngemeinschaft Bremens, ja in ganz Norddeutschland geben. Denn was für nicht beeinträchtigte junge Erwachsene selbstverständlich ist, soll auch für je zwei junge Frauen und Männer mit Down-Syndrom Realität werden: Ein selbstständiges und eigenverantwortliches Leben in einer gemeinsamen Wohnung. Zusammen mit vier anderen (nicht behinderten) jungen Erwachsenen wollen Adrian, Neele, Sarah Lea und Maik lernen, miteinander zu leben und sich gegenseitig dabei unterstützen. Ganz klassisch mit eigenem Zimmer sowie Wohnzimmer und großer Küche für alle, Aufgabenverteilung für die alltäglichen Routinen und Pflichten, wie einkaufen, kochen, putzen, und gemeinsam geplanten Freizeitaktivitäten. Für die Bereitschaft sich hier einzubringen, können die nicht beeinträchtigten jungen Leute vergleichsweise günstig wohnen. Starten wollen die acht spätestens Ende 2015.

inklusive WG_© Daniela Buchholz

Gesucht: Ein Haus für Acht und zwar „binnen, nicht buten“

Doch dafür fehlt noch das wichtigste: Ein geeignetes Haus zur Miete oder zum Kauf. Deshalb wenden sich die vier jetzt in einem Brief an alle „Hausbesitzer, Makler und Vermieter, Freunde und Interessierte“ (siehe Foto unten) und schildern ihren Bedarf: 9 Zimmer, große Küche, 2 Bäder und Gästeklo. Etwa 300 Quadratmeter Wohnfläche also, am liebsten mit Garten, Balkon oder Terrasse. Für ihre Suche nutzen sie Facebook und setzen viele Hebel in Gang, damit sie ihre Haus-WG schnellstmöglich starten können. Und dabei sind sie sich einig: Sie wollen nicht – wie oft bei Wohngruppen von sozialen Trägern aus Kostengründen üblich – an den Stadtrand gedrängt werden, sondern wollen rein ins pralle Leben. Deshalb sind der Standort nahe einer Bus- oder Straßenbahnlinie wichtig und das passende Umfeld mit kulturellen Angeboten. Das Ostertor-Viertel, Peterswerder, vorderes Hastedt oder Schwachhausen, Gete oder das Flüsseviertel in der Neustadt wären perfekt. In anderen Städten gibt es schon diverse inklusive Wohngemeinschaften– München z.B. hat sechs, auch in Freiburg gibt es eine und in Friedrichshafen. Warum also nicht auch in Bremen? Als der Wunsch der 22jährigen Tochter auszuziehen immer stärker wird, greift Daniela Buchholz die Idee auf und macht sich jetzt zusammen mit den vier bereits berufstätigen jungen Erwachsenen und deren Eltern auf die Suche. Auch wenn ihnen klar ist, dass viel Glück dazu gehört, etwas Passendes zu finden. Außerdem viel Öffentlichkeit und Mund-zu-Mund-Propaganda. Dazu trägt die GLUCKE gerne bei:

Wer also etwas über ein möglicherweise geeignetes Haus weiß, oder jemanden kennt, der eines hat und vermieten oder verkaufen möchte, soll sich bitte melden bei danielabuchholz@gmail.com. 

Ich drücke beide Daumen!

Weitere Infos auf der Facebook-Fanpage der WG. Neele Buchholz berichtet von ihrem Leben mit Down Syndrom und ihrer Arbeit als Tänzerin auf ihrer Homepage: neelebuchholz.de, bebildert mit ausdrucksstarken Fotos von Daniela Buchholz. Nelle war auch als Tanzcoach und Tänzerin am inklusiven Kulturprojekt „Bunte Tore“ beteiligt. Wir hatten berichtet: #inklusion: Bunte Tore – Wie geht´s weiter 

 

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Text: Heike Mühldorfer

Fotos und Logo: © Daniela Buchholz

 

1 Kommentare

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