#diekreative: Mit Rost, Muscheln und viel Weiß – Elke Bührmann, Malerin in Bremen

Ein Teil von mir_Elke_Buehrmann „Ein Teil von mir“ – das jüngste Werk von Elke Bührmann und auch Name ihrer Ausstellung Ende Oktober. © atelier-elke-buehrmann.de

Ihre Farbe ist Weiß. Alle Schattierungen von leuchtend bis matt, von Creme bis Eierschale finden sich in Elke Bührmanns Werken. Die Bremer Malerin kombiniert es immer mit warmen, erdigen Tönen, hervorgebracht aus einer Vielfalt an Materialien, die in aufwändiger und ausgeklügelter Mischtechnik auf Leinwand oder Papier verarbeitet werden. Rost, Textiles, Muscheln, Sand, Papier oder selbst gesiebte Erde (in erstaunlichem Spektrum von Hellgelb bis Terrakottarot) geben Struktur, kombiniert mit natürlichen Beizen entstehen ganz besondere Farben. Acryl verwendet die Künstlerin immer seltener und wenn dann in gedeckten Tönen. „Bloß nicht bunt“, sagt Bührmann selbst über ihre aktuellen Arbeiten.

Beim Malen geht die Bremer Künstlerin immer wieder, wie sie sagt, „ein Wagnis ein“, stellt sich dem Abenteuer und gibt auch mal die Zügel aus der Hand. So wie sie nicht vorhersehen konnte und wollte, wie sich der Rost auf ihrem neuesten Bild (natürlicherweise) verhalten würde. Gleichzeitig verrät sie mit ihren Bildern aber auch viel über sich selbst, bringt Stimmungen und Visionen auf die Leinwand, macht Unsichtbares sichtbar. Wenn es um ihre Motivation geht, zitiert sie Rilke: „Kunst ist nicht ein Sichverständlich machen, sondern ein dringendes Sichselbstverstehen, je näher Sie also ihrer innersten, einsamsten Anschauung und Visionen kommen, je mehr ist erreicht, und wenn auch keiner sonst es verstünde.“

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Schwarz-Weiß mit Tiefe und Bitumen. © atelier-elke-buehrmann.de

„Ein Teil von mir“ – in jedem Werk

Seit 20 Jahren gehört die Malerei zu Elke Bührmann. Sie begann damit, als sich abzeichnete, dass ihr das Leben auf dem platten Land nahe Bremen als Hausfrau und Mutter (eines mittlerweile erwachsenen Sohns) nicht genügte. Nach Ausbildung und aufreibendem Job (die 51-Jährige hat für Mercedes in Bremen mehrere Kantinen aufgebaut) konzentrierte sie sich also nun auf ihr Talent, mit Hilfe von Farben Stimmungen einzufangen. Begeisterte sie zu Beginn die Menschen mit gegenständlichen Werken, verlegt sie sich mittlerweile komplett aufs Abstrakte. Dabei wachsen ihre Bilder in Etappen: sie skizziert, beobachtet, verwirft, vernichtet und rettet, sie lässt sich inspirieren von Farben und Materialien der Natur, probiert und feilt an Technik und Sujet. Und gibt immer einen Teil von sich Preis.1FL-Bührmann-Kugeln

 

Am liebsten großformatig

In ihrem großzügig geschnittenen, hellen Atelier in der Bremer Neustadt sind viele ihrer großformatigen Bilder jüngeren Ursprungs zu sehen, aber auch einige Werke mit „Patina“. Hier gibt sie auch seit drei Jahren ihre Kenntnisse weiter, in kleinen Kursen treffen sich zwei Mal die Woche Malbegeisterte und setzen ihre eigenen Themen und Emotionen auf der Leinwand mit Pigmenten, Binder, Marmormehl und in verschiedenen Techniken um. Auch für die Kursteilnehmerinnen gilt: Nichts steht von vornherein fest. Jedes Bild wird in der Auseinandersetzung mit der Leinwand, mit Farbe und Materialien entwickelt.

Inspiration findet Elke Bührmann überall: Das können alte Türen, Hauswände, Rost, Baumrinden, Steine sein, sie lässt sich vom Lesen über Malerei und andere Künstler anregen, in der Natur und immer wieder durch Geschriebenes. Textfragmente und Überschriften aus der Zeitung verarbeitet sie zu kleinen Bildparabeln mit Botschaft. „Spätes Glück“ oder „spontan Notiertes“ eingebettet in ihren typischen Material-Mix mit 3-D-Effekt. Auf dem Tisch liegen zwei aktuelle Arbeiten im Anfangsstadium, für die sie Schriften aus einem alten Kochbuch mitverwendet. Auch hier ist schon abzusehen: Es wird großformatig. Denn nur ihre Wortwerke bleiben im kleinen Rahmen.

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Ausstellungen in der Galerie Fleischwolf, beim Offenen Atelier, auf La Gomera und demnächst bei LaWeser

Seit zwei Jahren arbeitet die Bremerin als freischaffende Künstlerin, steht täglich im Atelier und finanziert sich wie viele andere Kreative (noch) mit einem Teilzeit-Brotjob. Nächstes Jahr möchte sie gänzlich von der Kunst leben. Schon jetzt zeigt Elke Bührmann immer öfter ihre Werke der Öffentlichkeit, gerade hat die Malerin in der Galerie Fleischwolf in Walle ausgestellt, sie öffnete zum zweiten Mal im Mai ihre Türen fürs „Offene Atelier in der Neustadt“ und stellt zurzeit im Bremer Atlantic Hotel an der Galopprennbahn und auch auf La Gomera aus.

Im Oktober ist sie eine der 17 Künstlerinnen bei der LaWeser, dem Frauen.Kunst.Markt in der Villa Sponte am 4.und 5. Oktober 2014. Und am 31.Oktober 2014 lädt lud Elke Bührmann zur Vernissage in ihr Atelier am Buntentorsteinweg ein. Dort zeigt sie ihre Bilder bezeichnenderweise unter dem Titel: „Ein Teil von mir“.  

Ich bin schon gespannt auf Neues in der faszinierenden Bilderwelt der supersympathischen Künstlerin.

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Text: Heike Mühldorfer

Weitere Informationen gibt es auf der Homepage von Elke Bührmann atelier-elke-buehrmann.de. Das Atelier liegt im Buntentorsteinweg 562, in der Neustadt-Huckelriede.

Den Frauen.Kunst.Markt LaWeser möchten wir euch dringend empfehlen, den Bericht darüber gibt es hier: #laweser: Die Kunst ist wieder weiblich

Und hier sind noch ein paar Einblicke in Atelier, Kurs-Erleben und ein Bild der gut gelaunten Elke Bührmann bei der Arbeit.

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Im Buntentorsteinweg 562 geht es ins Atelier im Souterrain. © atelier-elke-buehrmann.de

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So richtig bunt geht´s nur auf den Materialwagen zu. © atelier-elke-buehrmann.de

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Kursteilnehmerinnen am Werk. © atelier-elke-buehrmann.de

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Elke Bührmann bereitet ihr nächstes Werk vor. © atelier-elke-buehrmann.de

Wir unterstützen Elke Bührmann sehr gerne im Rahmen einer Medienkooperation.

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