kulturTipp: Hexen GmbH – Inklusives Tanzprojekt

HexenGmbh_© tanzbarbremen

Eigentlich möchte Inklusion das herstellen, was Normalität sein sollte: Ob mit oder ohne Beeinträchtigung – alle Menschen lernen, arbeiten und leben selbstverständlich gemeinsam. In Bremens Kultursektor sind die AkteurInnen der Tanzbar Bremen federführend, wenn es darum geht, Inklusion in Tanzprojekten zu leben. Die Produktionen zum internationalen Festival eigenARTig im November 2013 zeigten den hohen Anspruch und die Möglichkeiten mit professionellen TänzerInnen auf (die GLUCKE berichtete darüber: tanzTheater: Gar nicht eigenARTig). Bei ihrem neuesten Projekt Hexen GmbH, das am Donnerstag, den 6. Februar 2014 in der Schwankhalle Premiere feiert, stoßen auch noch SchülerInnen der Werkstufe im Schulzentrum Neustadt dazu. Als „Gesellschaft mit beschränkter Haftung“ träumt sich das Ensemble (siehe Foto) unter Leitung des Choreographen Günter Grollitsch und der Tanzpädagogin Corinna Mindt in einen Raum, in dem das Zusammenleben tänzerisch und theatralisch neu ausgehandelt wird. Es geht um Rollenklischees und Vorurteile, die anhand von klassischen und modernen Märchen aus verschiedenen Kulturkreisen kritisch hinterfragt und in verschiedenen Tanztableaus gezeigt werden. Auch das Kostüm- und Bühnenbild wurde von SchülerInnen der Werkstufe gemeinsam mit einer professionellen Kostüm- und Bühnenbildnerin gestaltet. 

Hexen und Hexenmeister – immer hässlich und böse?

Tatsächlich geht es gerade darum das Klischee zu entlarven, dass Märchen die Welt in Gut und Böse teilen, in Schwarz und Weiß, in Richtig und Falsch. Die Produktion bricht mit den üblichen Mustern, transportiert die Märchenwelt ins Reale und zeigt unterschiedliche Facetten des Er-Lebens auf, lässt persönliche Erfahrungen mit Ausgrenzung und Vorurteilen sowie Wünsche und Träume der TänzerInnen mit einfließen. Die Musik kommt von Dorothée Hahne, die schon zahlreiche instrumentale und elektronische Kompositionen, Filmmusiken, Lyrikvertonungen und Hörspielprojekte realisierte. Daneben untermalen aber auch klassische Stücke die Darstellungen. Ergänzend finden im Rahmen der Tanztheaterproduktion Publikumsgespräche anschließend an die zwei Samstagsaufführungen am 8. und 15. Februar in Begleitung einer Gebärdensprachdolmetscherin statt. Zwei Workshops um die „Hexen GmbH“ geben – ebenfalls an diesen Tagen – Einblick in die choreografische Arbeit (mit Günther Grollitsch) und laden zu tänzerischen Interpretationen über „Gebärden, Formen, Verwandeln“ (mit Doris Geist und Corinna Mindt) ein. Weitere Infos darüber bei tanzbarbremen.com.

Projekt „Bunte Tore“ – Kultur schaffen, öffnen und vermitteln

Die „Hexen GmbH“ ist im Rahmen des Projekts „Bunte Tore“ entstanden, in dem ein von tanzbar_bremen e.V. zusammengestelltes Team aus Kulturschaffenden mit und ohne Beeinträchtigung die Voraussetzungen erkundet, eine inklusive Tanzkompanie nachhaltig in Bremen zu etablieren. Ziel ist es, dass im Kultursektor beeinträchtigte und nicht beeinträchtigte Menschen gemeinsam arbeiten, gestalten und vermitteln. Damit sollen junge Erwachsene die Chance bekommen, im Kulturbereich Arbeitsmarktperspektiven und Lebensentwürfe zu finden.

Aufführungen am 6. (Premiere), 7., 8., 14. und 15. Februar 2014 jeweils um 20.00 Uhr in der Schwankhalle, Buntentorsteinweg 112.

Text: Heike Mühldorfer

Foto: © tanzbar_Bremen/ Daniela Buchholz

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