dieGlucke: Von der Zeit „zwischen den Jahren“

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Wenn wir heute von der Zeit zwischen den Jahren sprechen, meinen wir die meist entspannten, weil ruhigeren Tage zwischen Weihnachten und Neujahr. Doch ursprünglich waren (und sind) ganze elf Tage oder zwölf Nächte zwischen Weihnachten und Heilig-Drei-König gemeint, bekannt auch als Rauhnächte. Es ist eine geheimnisvolle Zeit und nach altem Volksglauben Vorbereitung auf das kommende Jahr. Träume dieser Zeit erfüllen sich! Viele Brauchtümer, Orakel und Erzählungen ranken um diese winterlichen Rauhnächte, deren Namen sich vermutlich auf haarige, pelzige Dämonen bezieht, die in diesen Nächten unterwegs sin – so der Volksmund. Ein phantasievoll illustriertes Buch bringt den Zauber der alten Bräuche mit praktischen Deutungen sowie Geschichten über Orakel und Rituale zurück. Übrigens: die bedeutendsten Nächte sind die Weihnacht, die Silvesternacht und die Nacht zum 6. Januar. Dann ganz besonders auf die Träume achten!

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Kalender-Einmaleins: Warum zwölf Rauhnächte zwischen den Jahren?

Ursprünglich wurde am 24. Dezember das Ende des alten Jahres begangen und am 6. Januar das neue begrüßt, denn bei der vorchristlichen Zeitrechnung nach dem Mondjahr umfasst ein Jahr nur 354 Tage. Die verbleibenden elf Tage oder zwölf Nächte wurden als so genannte tote Tage eingeschoben, um mit dem Sonnenjahr in Übereinstimmung zu bleiben. Kalendarisch wurde das Problem mit der ersten großen Kalenderreform durch Julius Cäsar auf der Basis des Sonnenjahres gelöst, doch noch immer wurde das Neujahr an verschiedenen Tagen begangen. Die Ungenauigkeiten im Kalender und vor allem die schwierige Festlegung der Ostertage brachte Papst Gregor XIII. dazu, den Julianischen Kalender 1582 zu verfeinern und gleichzeitig den Beginn des neuen Jahres auf den 1. Januar zu legen. Seither gilt der Gregorianische Kalender und seit 1691 können die Menschen offiziell Silvester begehen, denn seither wird der letzte Tag des Jahres nach Papst Silvester I. benannt.

Vom Zauber der Rauhnächte, Vera Griebert-Schröder und Franziska Muri, Irisiana Verlag, ISBN: 978-3-424-15173-2, 10 Euro.

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Text: Heike Mühldorfer