infoTipp: Urheberrecht, Datenschutz & Co.

Das war sie nun, die zweite Medienkompetenzmesse in der Bremer VHS. Gastgeberin Cornelia Holsten, Direktorin der Bremischen Landesmedienanstalt (bre(ma hat sich mit ihrem Team vorgenommen, die Kompetenz der BremerInnen in puncto Medien zu stärken und war zufrieden mit etwa 150 BesucherInnen und mehr als 40 Ausstellern aus dem Medienbereich Bremens und Bremerhavens im Julius-Bamberger-Saal. Auch dieGlucke war dabei und es gab gute Gespräche mit interessierten Menschen. Wir konnten zeigten, wie unsere Info-Plattform auch Impulse im Umgang mit dem Internet geben kann und stellten unser brandaktuelles E-Magazin vor!

Von Abmahnzocke und Datenklau

Inhaltlich hat sich die Messe vor allem dem Thema Urheberrecht gewidmet und den Problemen, die Jugendliche damit haben. Kein Wunder, Irmgard Czernecki, Chefin der Bremer Verbraucherzentrale (VZ) berichtete über massive „Abmahnabzocke“, also wenn Anwälte vor allem junge Menschen wegen Verstößen gegen das Urheberrecht Abmahnungen schicken mit Gebühren von mehreren Hundert Euro für Downloads einzelner Songs von Internettauschbörsen. Allein in Bremen hat die VZ seit 2009 1.400 Menschen beraten, das Schadensvolumen lag bei 1,4 Millionen Euro. Bundesweit liegen hier die Zahlen bei 4 Millionen Abmahnungen und 1,5 Milliarden Euro Schadenssumme, so Czernecki. In der Diskussionsrunde wurde schnell klar, dass das Urheberrecht als solches natürlich einen Sinn hat, wenn es um den geschäftsmäßigen Vertrieb von kopierter Musik, Texten oder Fotos geht. Deshalb plädierte Lambert Grosskopf, ein Fachanwalt für Medienrecht, auch für eine Gesetzesänderung, die private Nutzung urheberrechtlich geschützter Inhalte des Internets erlaubt. Bis es soweit ist, hilft die Verbraucherzentrale in Kooperation mit der (bre(ma mit einer extra Homepage durch das Paragrafenmonstrum: Unter www.legal-box.de erfahren Jugendliche mehr über unbedenkliche Wege Musik aus dem Netz zu ziehen sowie ihre Homepage und den Facebook-Account auf legale Weise zu bestücken. Die Seite ist übrigens auch für Erwachsene sehr zu empfehlen!

Filmen mit dem Tablet und Datenschutz bei Apps

Die Medienkompetenzmesse lebte vom Workshop-Angebot, besonders beliebt war das Filmen mit dem Tablet, in diesem Fall dem iPad. Gezeigt wurde, wie mit Hilfe von Vorlagen in kurzer Zeit mehrminütige Trailer gefilmt werden konnten. Sehr interessant auch der Workshop zum Creative Gaming, bei dem klar wurde, dass in erstaunlichen acht Stunden bereits ein Spiel selbst programmiert werden kann. Im App-Workshop erfuhren viele zum ersten Mal, dass die kleinen, oft kostenlos bereitgestellten Mini-Anwendungen – z.B. die beliebte Taschenlampen-App – nicht wirklich umsonst sind, denn die Hersteller greifen auf manch persönliche Daten zu und holen sich über Ortungssystem oder Browserverlauf viele Informationen, die dann z.B. für Werbung verkauft werden. Dagegen hilft, den Verlauf bzw. die Cookies regelmäßig zu löschen, um nicht dauerhaft Daten zu senden. Und vor allem den Standort nur bei bestimmten Anwendungen, z.B. für Wetter-Apps zu verraten.

Mein Fazit

Ob es jetzt am Standort Bamberger Haus mit wenig Laufkundschaft, zu wenig Werbung oder am ungünstig gelegenen Termin am Freitagnachmittag lag, die Messe hätte mehr BesucherInnen verdient, aber auch etwas mehr Fokussierung im Programm bei Zielgruppe und Themenzusammenstellung. Nichtsdestotrotz kann die Messe wichtige Impulse für Bremen geben und bot auf jeden Fall einen guten Überblick über die Bremer Angebote in der medialen Welt!

Aktualisierung am 20.September 2013: Wie die Süddeutsche Zeitung heute berichtet, soll heute im Bundesrat ein Gesetz verabschiedet werden, dass die Abzocke beim Urheberrechtsverstoß eingrenzt und in der Summe auf knapp über 150 Euro  für private Internetnutzer begrenzt, die zum ersten Mal eine Urheberrechtsverletzung begehen.

Text: Heike Mühldorfer