kulturAktuell: Noch mal `Wölfin und Adler` auf der Bühne

Claire Waldoff. © Wikipedia Commons

Zum Internationalen Frauentag im März hatte die Bremer Schauspielerin und Autorin Cornelia Petmecky sich auf eine musikalische und literarische Reise und Entdeckungstour in die Welt bemerkenswerter Frauen zu Zeiten der Räterepublik in Bremen und Deutschland begeben. Jetzt stellt sie noch einmal diese heldenhaften Kämpferinnen vor, die im Schatten bekannter Männer in Bremen und Deutschland Großes geleistet haben. In „Wölfin und Adler“ erzählt sie von mutigen, engagierten Frauen wie Frieda Winkelmann, Gabriele Kaetzler, der „Roten Marie“ oder Sonja Radek, die sich als Kuriere, Quartiergeberin für verfolgte Genossen, als Ratgeberin, Ernährerin, Mutter oder Geliebte am Kampf für eine gerechtere Welt beteiligten und das Überleben organisierten. Ihr entscheidender Einsatz war jedoch nie ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gelangt, im Gegenteil, die ihnen verbundenen Männer schwiegen sich über die Rolle ihrer Frauen aus. Diese vergessenen Zeuginnen der legendären Zeit stellt Petmecky mit Rezitationen, Musik und Gesang sowie historischem Bild- und Tonmaterial vor und präsentiert einen Theaterabend, der mutige Künstlerinnen wie die Sängerin und Kabarettistin Claire Waldoff (auf dem Foto oben, die das bekannte „Wer schmeißt denn da mit Lehm“ singt) oder die bedeutende Grafikerin und Bildhauerin Käthe Kollwitz ins wohl verdiente Rampenlicht rückt.

Der Geist der Zwanziger Jahre war aufregend und revolutionär

Im Mittelpunkt der Performance steht die junge Charlotte Kornfeld, die von 1917 bis 1919 Kampf- und Lebensgefährtin des Bremer Arbeiterführers Johann Knief war. Petmecky: „Noch tobte der erste Weltkrieg, die Zeit war blutig und entbehrungsreich, aber auch abenteuerlich, voller Umbruch, Hunger nach Veränderung und Gerechtigkeit.“ Während die Schauspielerin das Publikum an Charlottes Leben teilhaben lässt, tauchen neben den unbekannten auch viele bekannte Personen dieser Epoche auf. Künstlerinnen wie Claire Waldoff, Paula Modersohn-Becker und Käthe Kollwitz und nicht zuletzt Rosa Luxemburg, eine der führenden marxistischen Theoretikerinnen der Zeit. Männer kommen auch vor, zum Beispiel Rainer Maria Rilke, Heinrich Heine oder Karl Liebknecht. „Aber sie spielen nur eine Nebenrolle. Die Hauptrollen sind in „Wölfin und Adler“ den Frauen vorbehalten. Mit ihren ganz besonderen Fähigkeiten und Talenten, ihren Aufgaben, ihren Schicksalen und ihrer Kraft“, so Petmecky.

Idee und Konzeption: Cornelia Petmecky

Vorstellung: Am Donnerstag, den 16. Mai um 20.00 Uhr im Alten Fundamt. Mehr Infos auf www.corneliapetmecky.de