musikRevue: Christiane Röslinger und der ESC

Der European Song Contest – früher Grand Prix de la Chanson – scheidet die Geister. Die einen halten das Schlager-Spektakel mit der Zwölf-Punkte-Skala für völlig überholt und außerdem unfair, da durch das Votingsystem sowieso immer osteuropäische Länder oder als Minimalkonsens die Skandinavier die Nase vorn haben (Ausnahmen wie Lena mal dahingestellt). Die anderen lieben den internationalen Sing-Wettstreit und fahren sogar durch den halben Kontinent um dabei zu sein. Auch Christiane Rösinger, Liedermacherin, Autorin und auf jeden Fall kritische Begleiterin des European Song Contest hat sich im Mai 2012 im Gebrauchtwagen und mit einer Mitmusikerin auf die Reise nach Baku/Aserbaidschan gewagt.

Multimediashow mit Band und Lesung

Aus dem über 200 Seiten starken Bericht über die 4.800 Kilometer weite Fahrt durch neun Staaten und ihre Erlebnisse mit bulgarischen Männern, professionellen Auslandsdeutschen, dem einsamsten Frühstückssaal der Menschheit und natürlich über ihren Auftritt in Baku – nicht beim ESC, sondern weit weg vom Sponsoren-Spektakel – liest sie am 17. April 2013 in der Schwankhalle. Doch sie singt auch: Eingebettet in eine „gewaltige Multimediashow mit venezianischem Ausdruckstanz, dem Abseilen aus großer Höhe, Gesang, Deklamation, Holographie, Schattenspiel, Ballett, Scherenschnitt, trommelschlagenden Ureinwohnern und Gaststars aus mehreren ESC-Ländern“ bringt Christiane Rösinger dem Publikum – unterstützt mit Band und Videoeinspieler – das ESC-Feeling nahe. dieGlucke meint: Das wird eine mitreißende Show mit Grand-Prix-Klassikern und klugen Einblicken – bestimmt nicht nur für ESC-Verrückte!

» Berlin – Baku« Meine Reise zum Eurovision Song Contest, Lesung und Konzert am Mittwoch, den 17.April um 20:30 Uhr von und mit Christiane Rösinger in der Schwankhalle, Buntentorsteinweg 112.

Über Röslinger: Die Mitgründerin, Sängerin und Texterin der Berliner Bands »Lassie Singers« und »Britta« betreibt seit 2010 (wieder) die legendäre Flittchenbar am Berliner Ostbahnhof. Neben ihrer Arbeit als Musikerin (»Songs Of L. And Hate«) schreibt sie für verschiedene Zeitungen und Magazine. Im Jahr 2008 veröffentlichte sie ihr erstes Buch »Das schöne Leben« und zuletzt »Liebe wird oft überbewertet«, ein humorvolles Plädoyer für das Alleineleben.