lebensWelt: Sieben Wochen ohne

Am Aschermittwoch ist alles vorbei, singen die Karnevalisten. Doch dieses Ende birgt auch einen Anfang für etliche Menschen, den Startpunkt für eine besondere Zeit, in der sie sich auf Wesentliches konzentrieren und ihre Lebensweise bewusster gestalten wollen. Sie wollen die knapp sieben Wochen bis Ostersonntag fasten. Die Fastenzeit ist in der christlichen Kirche, aber auch in vielen anderen Religionen uralte Tradition, die sich gesellschaftsübergreifend – auch ohne religiösen Bezug – wieder mehr Raum nimmt. Die Idee dahinter: Eine bestimmte Zeit lang zu verzichten, auf Alkohol, auf Süßigkeiten oder Fleisch, das Rauchen (beim Heilfasten sogar auf jegliche Nahrungsaufnahme) oder Fernsehkonsum und dabei das Leben bewusster gestalten.

Riskier ´ was, Mensch!

Dazu kann auch gehören, Gewohnheiten und Verhaltensmuster zu überdenken. Seit 30 Jahren gibt es dazu eine Aktion der evangelischen Kirche, die sich aus einer Fastengruppe von JournalistInnen und TheologInnen entwickelt hat. 7 Wochen ohne nennt sich diese bundesweite Aktion, an der laut einer Forsa-Umfrage drei Millionen Menschen teilnehmen oder bereits teilgenommen haben. In diesem Jahr ist das Motto: Riskier´ was, Mensch!. Verzichten ja, aber dieses Mal auf die Vorsicht. Mutig sein sollen wir, ein offenes Wort der Chefin oder dem Partner gegenüber wagen, Gegensätze ansprechen, unterschiedliche Auffassungen diskutieren, nicht stillschweigend hinnehmen. Und vor allem die übliche Mauer des Schweigens und des Desinteresses verschwinden lassen.

Ich liebe Wortgefechte – wenn die Messer von vorne kommen

Jede der sieben Wochen hat ihr eigenes Motto. Mitgefühl, Begegnung oder auch Neues und sogar Unmögliches sollen die Fastenden riskieren. Ergänzend dazu gibt es Wochen- und Tageskalender mit passenden Sprüchen berühmter Menschen, mit Gedichten sowie Texten aus Büchern und Essays zum Nachdenken und Diskutieren. Inge Meysel zum Beispiel ist vertreten mit ihrem Zitat: „Ich liebe Wortgefechte – wenn die Messer von vorne kommen“. Das klingt nach guter Streitkultur und auch dazu gehört der Verzicht – aufs Einlenken. dieGlucke meint: Eine stimmige Aktion, die Anregungen fürs ganze Jahr bietet.

Mehr Infos auf www.siebenwochenohne.de.

2 Kommentare

  1. Brigitte Blume Müller sagt

    Sehr interessant das auch noch andere mal tatsächlich auf Süßigkeiten verzichten. Wir auch und außer uns beiden macht auch noch meine
    Freundin Mariola mit.

    Liebe Grüße
    Brigitte

    • dieGlucke sagt

      Und wie geht es dir ohne Süßes? Ich merke wie oft ich zwischendurch naschen möchte…

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