dieBremerin: Barbara Sukowa, Schauspielerin

In Bremen gab und gibt es viele Frauen, die als Politikerinnen, Literatinnen, Lehrerinnen, Frauenrechtlerinnen oder Unternehmerinnen eine bedeutsame Rolle innehatten und haben. dieGlucke stellt in loser Reihe bedeutende Bremerinnen vor, um den Stellenwert dieser Frauen für unsere Gesellschaft deutlich zu machen. Heute eine Bremerin mit Weltruhm: Barbara Sukowa, Schauspielerin und Sängerin

Mit den Rollen starker, mutiger Frauen wurde sie berühmt und zu einer der arriviertesten deutschen Schauspielerinnen. Gerade erhielt Barbara Sukowa für ihre Darstellung der Philosophin Hannah Arendt den Bayerischen Filmpreis. Und das war nicht ihr erster Preis, insgesamt 15 nationale und internationale Auszeichnungen wurden ihr verliehen, von Cannes, Venedig bis Montreal wurde sie bei allen großen Filmfestspielen geehrt und mehrfach auch in Deutschland. Begonnen hatte die Bremerin ihre Karriere ganz klassisch an der renommierten Max-Reinhard-Schule für Schauspiel, wo sie nach einer behüteten Jugend in Bremen schnell zur „roten Barbara“ avancierte und gegen patriarchale Strukturen eintrat. Auf der Theaterbühne arbeitete sie mit renommierten Regisseuren wie Luc Bondy und Ivan Nagel in Berlin, Frankfurt am Main und Hamburg. Dann folgte die Filmkarriere: Als Mieze im Fernsehmehrteiler Berlin Alexanderplatz begeisterte sie ein großes Fernsehpublikum, die kongeniale Zusammenarbeit mit Rainer Werner Fassbinder setzte sie anschließend mit Lola fort. Dann drehte sie zum ersten Mal in Die bleierne Zeit mit Margarethe von Trotta.

Von Rosa Luxemburg bis Hannah Arendt

Diese Rollen begründeten ihren internationalen Ruhm. Es folgten Rosa Luxemburg – auch mit Margarethe von Trotta – und der Auszeichnung auf den Filmfestspielen von Cannes 1986. Danach arbeitete sie mit Volker Schlöndorff, Michael Cimino, Lars von Trier, Hans Steinbichler, Serge Gainsbourg, John Turturro oder Ulla Wagner. Es folgte wieder mehr Theaterarbeit und kurze, eindrucksvolle Auftritte in ausgewählten Filmproduktionen. Preiswürdig 2007 in der Entdeckung der Currywurst und 2008 als Hildegard von Bingen, erneut in einer Arbeit mit Margarete von Trotta. Doch auch in der jüngeren Vergangenheit steht sie auf der Theaterbühne, spielt im Quartett bei den Salzburger Festspielen, das Stück, das aktuell Dustin Hofmann verfilmt hat. Vergangenes Jahr saß sie neben Charlotte Gainsbourg in der Jury der 62. Berlinale. 

Zweites Standbein Musik

Seit Ende der 1980er Jahre ist sie auch als klassische Sängerin erfolgreich und tritt weltweit unter gefeierten Dirigenten wie Claudio Abbado Esa-Pekka Salonen auf mit erstrangigen Orchestern wie den Berliner Philharmonikern.  Vor allem die Romatik mit Liedern von Franz Schubert und Robert Schumann haben es ihr angetan. Für ihre Aufnahme “Im wunderschönen Monat Mai” mit dem Schönberg-Ensemble unter Reinbert de Leeuw  erhielt sie den Echo Klassik 2008 und den Edison Award sowie eine Grammy Nominierung 2009. Aber sie kann auch rockig: Mit ihrem dritten Ehemann Robert Longo, einem Künstler, gründete sie die Rockband The X-Patsys, mit denen sie in der Ruhr Triennale, im Highline Ballroom, im Poisson Rouge New York sowie im Radialsystem Berlin auftraten. Die dreifache Mutter lebt seit Anfang der 1990er Jahre in New York und feierte am 2. Februar ihren 63. Geburtstag. Wer Barbara Sukowa als Hannah Arendt sehen möchte, hat zurzeit noch die Gelegenheit in der Bremer Schauburg und in der Gondel.