kulturAktuell: Ich bin ein Antifant, Madame

2011 hat die Gruppe bodytalk für das Konzept zu ihrem Tanztheater-Projekt „Ich bin ein Antifant, Madame“ den mit 15.000 Euro dotierten Bremer Autoren- und Produzentenpreis erhalten. Diese Woche noch findet die Uraufführung der Arbeit in der Schwankhalle statt, die das Stück koproduziert hat. Dabei setzt die Company um Tänzerin Yoshiko Waki (die mit Christoph Schlingensief und Konstanze Lauterbach gearbeitet hat) und dem aus Bremen stammenden Autor und Regisseur Rolf Baumgart ihre Idee der Geschichte und der Gegenwart Bremens als Stadt der Kolonialisierung zur Schau. Ausgehend von einer  antirassistisch gedachten Namensmanipulation der damaligen Mohren-Apotheke zur ohren-Apotheke durch Entfernen des „M“ (heute verkauft in den Räumlichkeiten in der Neustadt ein Bäcker seine Brötchen) wollen die Akteure die „gute“ Worpsweder Künstlerkolonie gegen den „bösen“ Kolonialismus stellen und sich so „der Wahrheits- und Versöhnungskommissionen“ annehmen. Und natürlich muss es auch den Bezug zu den Stadtmusikanten geben: „Von nun an getrauten sich die Räuber nicht weiter in das Haus, den vier Bremer Musikanten gefiel´ s aber so wohl darin, dass sie nicht wieder heraus wollten und der das zuletzt erzählt hat, dem ist der Mund noch warm.“ Und das ist nur eines der heißen Eisen, die die Antifanten als Brandzeichen körperlich erlebbar machen, wie die Ankündigung verspricht.

Ich bin ein Antifant, Madame, TanzTheater mit Live-Musik.
Von und mit Franziska Steinhaus, Helge Tramsen, Hella Streicher, Jeanna Serikbayeva, Kathy Graumann, Lukas Zerbst, Rafael Weisz, Sylvana Seddig, Thomas Achtner, Till Bleckwedel, Tim Gerhards
Uraufführung am Donnerstag, den 24. Januar 2013, weitere Spieltermine am  25., 26. und 27.01.2013, jeweils 20.00 Uhr. Schwankhalle, Neuer Saal