kulturAktuell: Auf einmal tönen himmelblaue Lieder

Wenn es draußen bitterkalt ist, können wir uns Herz und Seele wärmen bei wunderbaren Veranstaltungen mit Lyrik und Musik. Deshalb hat dieGlucke noch einen Terminhinweis für eine musikalische Lesung diese Woche, dieses Mal über Leben und Werk der Mascha Kaléko, eine bedeutende Lyrikerin des 20. Jahrhunderts. Christiane Hahn-Büthe präsentiert am 19. Januar um 20:00 Uhr in der Villa Sponte Gedichte einer außergewöhnlichen Lyrikerin über  Liebe, Abschied und Einsamkeit, finanzielle Nöte, Sehnsucht und Traurigkeit.
Felix Kroll begleitet das Programm musikalisch mit Klavier und Akkordeon.

Ihr erstes Werk wurde von den Nazis verbrannt

Geboren 1907 in Österreich-Ungarn, flieht Kaléko mit ihrer Mutter und Schwester 1914 von Österreich-Ungarn nach Deutschland, um den Pogromen zu entgehen, wohnt dort zunächst in Frankfurt am Main dann in Marburg und zieht schließlich nach Berlin.
1929 veröffentlicht sie ihre ersten Gedichte. Gedichte aus dem Alltag für den Alltag, voller Humor, Ironie, Melancholie und Weisheit. Ihr erstes Werk, veröffentlicht im Januar 1934, fällt im Mai selbigen Jahres den Bücherverbrennungen der Nationalsozialisten zu Opfer, dennoch bringt Mascha Kaléko eine zweite Auflage heraus, bevor sie 1938 mit ihrem zweiten Ehemann und ihrem gemeinsamen Sohn in die USA emigriert. Dort hält sie die Familie durch die Verfassung von Reklametexten und Kindergedichten über Wasser.
Nach dem Krieg wandert sie ihrem Mann zuliebe nach Jerusalem aus, wird dort aber nicht glücklich und überlegt nach dem Tod ihres Sohnes 1968 und ihres Mannes 1973, sich noch eine weitere Wohnung in Berlin zu nehmen. Doch dazu kommt es nicht mehr. Zwar findet Kaléko in ihrem letzten Lebensjahr wieder die Kraft zu schreiben, sie stirbt jedoch 1975 in Zürich, ohne eine Wohnung in Berlin.

Mehr zu Mascha Kaléko erfahrt ihr unter: http://www.maschakaleko.com/