dieGlucke: Die Weiße Drei auf der Briefpost

Das ist sie also: Die Weiße Drei, die neue Ergänzungsbriefmarke für den Übergang ins Neue Zeitalter des 58-Cent-Briefportos. Philatelisten sind entsetzt, weil sie so hässlich ist und sich nicht zum Sammeln eignet, andere vergleichen sie mit dem Treuepunkt einer Rabattaktion oder dem Verdi-Mitgliedszeichen, viele sehen gestalterisches Versagen, Zeitzeugen erinnern sich an die Nothilfemarke für Berlin, die zwischen 1948 und 1956 auf jeden Brief geklebt werden musste – zusätzlich zur Briefmarke. Und darum geht es auch: Briefe schreiben ist teurer geworden, die Post erhöht das bisher übliche Briefporto, die Weiße Drei ergänzt die alten Marken.

3 ct = 5 %

Seit 15 Jahren haben wir für jeden Brief an Tante, Onkel, Amt oder Versicherung 55 Cent bezahlt, seit dem 1. Januar nun verlangt die Deutsche Post drei Cent mehr. Das sind satte fünf Prozent Steigerung. Was bisher für 2.20 Euro als Maxi-Brief verschickt wurde kostet jetzt 2,40 Euro (das sind fast zehn Prozent Aufschlag). Gleichzeitig gibt es aber auch Änderungen beim Buch- und Warenversand – auch hier ein ordentlicher Preisaufschlag, vor allem für Leichtgewichte, die in die nächst höhere und teurere Bewertungsgruppe gestuft werden. Und auch z.B. als Abonnenten zahlen wir mehr: Denn der Rechnungsversand als Info-Brief wurde abgeschafft, jetzt flattert die Rechnung per Brief ins Haus. Dann vielleicht doch kosten- und umweltfreundlicher als E-Mail.

Notmarke für Bildung

Irgendwann werden wir die Preissteigerung gar nicht mehr wahrnehmen, spätestens wenn alle 55ct-Marken verschickt sind. Und dann wird – egal ob als hässlich empfunden oder als cool designed –, die Weiße Drei zur unnötigsten Marke gekürt. dieGlucke schlägt deshalb vor: Nicht einstampfen, sondern umwidmen zur Bildungs-Nothilfe! Eine extra Abgabe für bessere Bezahlung der Erzieherinnen und einer besseren Ausstattung von Kindertagesstätten und Schulen in diesem Land. Und die dann langfristig sammeltauglich von unserer kreativen Elite gestaltet werden kann – den Kindern.