slowFood: System Wiesenhof

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Was war das für eine Aufregung, als zum Bundesligastart im August Werder Bremen als Hauptsponsor Wiesenhof vorstellte. Fans liefen Sturm, gründeten Protest-Fan-Sites bei Facebook (s. Foto) und bekundeten tausendfach ihre Entrüstung, dass ihr Lieblingsverein mit dem Logo des wohl bekanntesten Geflügelproduzenten Deutschlands wirbt, der für das günstige Tiefkühlhühnchen aber auch seine besonders kruden Methoden der Massentierhaltung bekannt ist. Auch dieGlucke hatte im Sommer gleich an Klaus Allofs geschrieben, um ihn zum Sponsorenwechsel zu bewegen (dieGlucke kommentiert: Lieber Klaus …). Mittlerweile haben sich die Wogen etwas geglättet, doch die Kritik hinter der Sponsorenwahl bleibt bestehen. Kein Wunder, Wiesenhof steht für systematische Ausbeutung von Tieren für den Massenkonsum.

Was sind uns unsere Lebensmittel wert?

Fleisch war früher ein teures Lebensmittel, heute locken die Supermärkte mit Billigpreisen. Das rentiert sich nur mit Massenproduktion: Mehr als 270 Millionen Hühner pro Jahr durchlaufen die Mastanlagen des Konzerns hinter Wiesenhof, der PHW-Gruppe. Der Marktführer lässt  Woche für Woche etwa 4,5 Millionen Hähnchen schlachten. Eine artgerechte Haltung passt nicht zur Billigkalkulation, kein Wunder, dass Wiesenhof für seine Haltungsbedingungen und -methoden schon länger unter massivem Beschuss steht.  Tierschützer werfen dem Konzern auch Tierquälerei vor. Doch Massentierhaltung birgt auch für Menschen Risiken, der weit verbreitete, prophylaktische Einsatz von Antibiotika bei den empfindlichen Tieren verursacht Resistenzen bei Bakterien und Keimen, sodass diese dann auch für Menschen hochgefährlich werden können. Denn Fakt ist: Bei den konventionellen Geflügelbauern werden nur fünf Prozent ihrer Masttiere nicht mit Antibiotika behandelt.

Bedroht das System Wiesenhof die Gesundheit der Menschen?

Die Grünen wollen hinter das System Wiesenhof blicken und Zusammenhänge sowie Risiken erkennen, Alternativen kennenlernen und sich austauschen und laden deshalb zu einem Info-Abend. Zur Einstimmung ins Thema wird der Film „Das System Wiesenhof – Wie ein Geflügelkonzern Menschen, Tiere und die Umwelt ausbeutet“ (30 Minuten) gezeigt. Danach findet ein Gespräch mit Johanna Böse-Hartje, Bio-Bäuerin aus Niedersachsen, statt. Einführung und Moderation durch Jan Saffe,  Sprecher für Landwirtschaftspolitik und VerbraucherInnenschutz im Bundestag. dieGlucke empfiehlt: Hingehen, zuhören und die richtige Wahl für den eigenen Speisezettel treffen!

Die Info- und Diskussionsveranstaltung findet statt am 20. November 2012 um 20 Uhr im Alten Fundamt, Auf der Kuhlen 1a.