lebensArt: O´zapft is!

© Alpentracht

Jetzt läuft es wieder, das Oktoberfest in München. Menschen in Lederhosen und Dirndl flanieren über die Wiesn, konsumieren Bier und Hendl en masse und sorgen für Umsatz in Buden und Fahrgeschäften. Hier die wichtigsten Fakten zum Mitreden:

Am 17. Oktober 1810 wurde zu Ehren des frisch verheirateten königlichen Brautpaares Ludwig von Bayern und Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen ein Pferderennen auf einer großen Wiese vor dem Sendlinger Tor in München veranstaltet, quasi die Premiere des Oktoberfests, das sich mit Buden und Fahrgeschäften rund um das Pferderennen entwickelte. Nach der Braut wurde sogleich die Theresienwiese benannt, bayerisch verkürzt „die Wiesn„, so wie auch künftig das ganze Volksfest im Volksmund hieß.

Traditionell beginnt das Oktoberfest bereits im September, denn aufgrund des oft kühlen Wetters im Oktober wurde das Fest 1872 vorverlegt, genauer auf den ersten Samstag nach dem 15. September, und endet traditionell am ersten Sonntag im Oktober.

Inzwischen hat sich die Wiesn zum weltweit größten Volksfest entwickelt, mit knapp sieben Millionen Besuchern und 14 großen und 21 kleinen Festzelten. Der Bierkonsum hat sich in den vergangenen 100 Jahren von 1,2 Millionen Bier auf 7,5 Millionen Liter Bier erhöht. 2012 liegt der Preis pro Maß Bier zwischen 9,20 und 9,50 Euro. Zu erwarten ist, dass wie 2011 mehrere Hunderttausend Hendl verspeist werden, vergangenes Jahr wurden außerdem das Fleisch von 118 Ochsen und 53 Kälbern gebraten. 2012 gibt es neu auf der Speisekarte Gulasch vom Bison-Gulasch. Eine Portion mit Beilagen für 25 Euro.

Rund 2,7 Millionen Kilowattstunden Strom werden während der Wiesn-Zeit benötigt, genug für etwa 1.100 Haushalte – für ein ganzes Jahr!

Zeitgemäß leitet eine Wiesn-App die Besucher zu den beliebtesten Fahrgeschäften und Bierzelten (gibt´s hier kostenlos für iphone oder Android), hilft mit einem Bayerisch-Lexikon und kennt die neuen Wiesn-Hits. Schlager dürfen übrigens erst ab 18 Uhr in den Zelten gespielt werden, bis dahin gibt es klassische Volksmusik in Zimmerlautstärke.

Und zum guten Schluss, die Erklärung zur Grafik: Damit die Wiesn als Kontaktbörse gut funktioniert, signalisieren Dirnd-Trägerinnen traditionell mit Hilfe ihrer Schürzenschleife, ob sie auf der Suche nach einem Partner (von vorne gesehen rechts) oder schon vergeben sind (links gebunden). Und wer sich nicht schlüssig ist, macht die Schleife einfach in die Mitte.

Übrigens: Der live-Blog der Süddeutschen Zeitung bringt aktuelle Infos und Fotos vom ersten Wies´snTag hier.