grüneWelt: Einkaufsratgeber zur Gentechnik

Schon mal vorweg: Bei den oben gezeigten Süßigkeiten aus den USA besteht Gen-Alarm! Denn einiger ihrer Bestandteile wurden mit Hilfe der Gentechnik produziert, was nicht zwingend gekennzeichnet werden muss. Da die meisten der Verbraucher – laut einer FORSA-Umfrage fürs Verbraucherministerium 83 Prozent – jedoch lieber gentechnikfrei konsumieren, reagieren deutsche Hersteller darauf und kennzeichnen ihre absolut genfreien Produkte  mit Labeln. Für Bio-Produkte ist es eine Selbstverständlichkeit, auf gentechnisch manipuliertes Futter in der Erzeugung zu verzichten. Kein Wunder also, dass Bio wieder einmal vorne dran ist, wenn es um Kennzeichnung und Klarheit bei der Einkaufsentscheidung in puncto Gentechnik geht und das zeigt auch der neue Ernährungsratgeber, den Greenpeace aktuell veröffentlicht hat.

Wo steckt Gentechnik drin?

Dieses Mal haben die Umweltschützer nach gentechnikfreien tierischen Lebensmitteln in Supermärkten geforscht. Also Eier, Milch und Fleisch, die oft mit gentechnisch verändertem Futter produziert werden, was vom Handel nicht zwingend als Gen-Food gekennzeichnet werden muss. Im Fokus der Befragung waren die Eigenmarken deutscher Supermärkte. Das Ergebnis: Gerade bei Molkereiprodukten sind immer mehr Marken gentechnikfrei. Bei ihren Eigenmarken, so die Umweltschützer, tun sich die deutschen Supermarktketten damit schwerer. Einzig die Bio-Supermärkte Allnatura und Dennree schließen Gentechnik im Tierfutter garantiert aus, daneben wird außerdem die regionale Supermarktkette Tegut explizit gelobt: Sie produziert ihr komplettes Molkereiprogramm gentechnikfrei und weist es mit dem Ohne Gentechnik-Label aus. Auch der Rewe-Konzern zeigt Flagge: bis zum Jahr 2015 sollen alle Milchprodukte, Eier und Frischgeflügel ohne Gentechnik und mit heimischen Futtermitteln herstellen.

Soja-Importe nach Deutschland zu 80 Prozent mit Gen-Bohnen

Auch der WWF hatte vor kurzem in einer Studie gewarnt, dass Verbraucher bei herkömmlichem Schweine- und Hühnerfleisch davon ausgehen müssen, dass die Tiere mit genetisch verändertem Sojaschrot gefüttert wurden. Der WWF schätzt, dass über 80 Prozent der Soja-Importe für Deutschland gentechnisch veränderte Bohnen sind, obwohl der Anbau gentechnisch veränderter Lebensmittel in der EU sogar verboten ist. Mehr Hintergrundinformationen zur Gentechnik und Empfehlungen für einen gentechnikfreien Einkauf finden sich im Greenpeace-Einkaufsratgeber Essen ohne Gentechnik, der online zur Verfügung steht.