kulturAktuell: Im Lager hat man mich zum Verbrecher gemacht

Extrem erfolgreich lassen Studierende der Bremer Universität und Schauspieler_innen der bremer shakespeare company mit der Projekt-Serie “Aus den Akten auf die Bühne“ Geschichte lebendig werden. So erfolgreich, dass die Lesung wieder im Spielplan 2012/13 aufgenommen wurde. Die szenische Lesung „Im Lager hat man mich zum Verbrecher gemacht“ nimmt sich den Fall Margarete Ries vor. Die Magdeburgerin war im Jahr 1948 am Bremer Hauptbahnhof von Feiga Berkmann, einer Überlebenden des KZ Auschwitz, als Kapo erkannt und angezeigt worden. Die Lesung am Ort der Verhöre im Haus des Reichs, damals Sitz der Militärbehörden, geht anhand der Verhörprotokolle der Geschichte der Frau nach, die als 20jährige „Asoziale“ ins Konzentrationslager Ravensbrück eingeliefert worden war und später als so genannter Funktionshäftling in Auschwitz jüdische Häftlinge beaufsichtigte und so die Anklage vier Menschen tötete. Nach dem Verhör durch die Militärbehörden wird sie im Entnazifizierungsverfahren als „nicht betroffen“ eingestuft. Das Beispiel dokumentiert eindringlich das Nebeneinander und die Vermischung von Opfer- und Täter-Sein eines Funktionshäftlings.

„Im Lager hat man mich zum Verbrecher gemacht“ – szenische Lesung am Ort der Verhöre, im Haus des Reichs (Finanzamt Rudolf-Hilferding-Platz 1, Haupteingang).

Die Termine in der neuen Spielzeit des Shakespeare Theaters sind am 11.September, 1. Oktober und 2. Oktober 2012 jeweils 19.30 Uhr. Achtung: Der Online-Verkauf startet am 3. September!