Women@Work: Sommer-Uni für Frauen

Fachlicher Austausch, Weiterbildung, Diskussion und Vernetzung – drei Wochen lang gibt es speziell für Frauen ein breites Angebot an Vorlesungen und Work-shops bei den Sommerunis der Ingenieurstechnik und der Informatik an der Uni Bremen. Angesprochen durch die Angebote sind Studentinnen, aber auch berufserfahrene Fachfrauen der Branchen und Technikerinnen. Mehr als 200 Teilnehmerinnen haben sich bereits angemeldet, einige Last-minute-Plätze in den 95 Lehrveranstaltungen sind noch frei.  Darüber hinaus gibt es auch öffentliche Ringvorlesungen, die für eine breitere Zielgruppe interessant sind. dieGlucke pickt einige Programmpunkte heraus:

Eröffnungsvortrag der Ingenieurinnen-Sommeruni am 13. August um 17 Uhr mit Marie Louise Bornemann, Päsidentin des deutschlandweit ersten Netzwerks für Frauen in der Windenergiebranche Women in Wind Energy. Mit Mentoringprogrammen und viel Öffentlichkeitsarbeit haben sich die 30 Initiatorinnen vorgenommen, Frauenkarrieren in dieser Zukunftsbranche zu fördern. Nur zehn bis zwanzig Prozent der Arbeitsplätze wird von Frauen besetzt, gerade auch unter den Führungskräften sind sehr wenige weiblich.

Eröffnungsvortrag der Informatica feminale am 20. August um 17 Uhr von Dr. Imke Sommer , Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit der Freien Hansestadt Bremen. Sie setzt sich in ihrem Vortrag Gegen die informationelle Fremdbestimmung ein und hinterfragt aktuelle Entwicklungen, die in das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung eingreifen, wie z.B. Gesichtserkennungssprogramme, staatliche und private Datenspeicherungen auf Vorrat sowie nicht steuerbare Datenverwendungen durch soziale Netzwerke, alles auch unter dem Aspekt der feministischen Selbstbestimmungsdiskussion.

Podiumsdiskussion, Vorträge und Job-Forum

Drei erfolgreiche Wissenschaftlerinnen und/oder Unternehmerinnen diskutieren Anspruch und Realtität in der viel beschworenen Work-Life-Balance in Wissenschaft und Forschung und versuchen die Frage zu klären: Was sind eigentlich Anforderungen an gute Arbeits- und Lebensbedingungen und wie lassen sie sich umsetzen? Podiumsdiskussion am Mittwoch, den 15. August von 15.30 bis 17.00 Uhr. Es diskutieren Jette Hausotter (TU Hamburg-Harburg), Dr. Gabriele Hoeborn (Bergische Uni Wuppertal) und Jasmin Kornau (Hochschule Bremen).

Inge Voigt-Köhler zeigt Strategien für mehr Medienkompetenz auf. In ihrem Vortrag Vom Computerführerschein zur Medienkompetenz mit anschließendem Work-shop fragt sie am Mittwoch, den 29. August ab 15.00 nach der Bedeutung von „Führerscheinen“ und Zertifikaten und den Möglichkeiten, digitale Medien im Jugendfreizeitbereich zu integrieren, um Kinder und Jugendliche auf die gestiegenen Anforderungen vorzubereiten. Sicherlich auch interessant für die persönliche Medienkompetenz! Im ersten Teil der Veranstaltung findet der Vortrag mit Diskussion statt, der zweite Teil, ab 15.45 Uhr, widmet sich der Praxis  (dafür ist einen  Laptop mitbringen).

Das Phänomen Stress in der Arbeitswelt betrifft heute alle Branchen, die von Komplexität, Dynamik und Konkurrenzdruck geprägt sind. Einen besonderen Augenmerk legt der Vortrag von Cornelia Gschmack (Ingolstadt) auf die Auseinandersetzung mit der IT-Branche. Die Wirtschaftsinformatikerin und Organisationswissenschaftlerin bietet am Mittwoch, den 29.8. von 15.00 bis 16.30 Uhr  einen Überblick über gängige Theorien und Erkenntnisse aus der Stressforschung und zeigt verschiedene Ansätze im Umgang mit Stress auf.

Kompetenzen für Frauen

Schon seit 1997 forciert die Uni Bremen die Idee der Sommeruni mit der Informatica Feminale, den Frauen im IT-Bereich in einigen Wochen geballtes wissenschaftliches Know-how und ein Forum für Vernetzung zu bieten. 2005 wurde auf dieser Basis vom Kompetenzzentrum Frauen in Naturwissenschaft und Technik zusätzlich die Sommeruni für Ingenieurinnen ins Leben gerufen. Das Konzept von Sommeruniversitäten für Studentinnen und Fachfrauen wurde mehrfach international transferiert und von der EU als innovatives best-practice Projekt im Bereich technischer Studiengänge ausgezeichnet.

Weitere Infos, eine Übersicht über Last-minute-Plätze und das komplette Programm der Ringvorlesungen gibt es hier.