dieGlucke: Lieber Christian, ….

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… drei Mal ist Bremer Recht! Mag ja stimmen, aber das muss nun nicht wirklich für die Besetzung des vakanten Posten des Parlamentsdirektors zum dritten Mal mit einem Mann gelten. Denn es gibt da einen zwingenden Grund, das ungeschriebene Bremer Gesetz der Reihe zu brechen – nämlich das 1990 (!) verabschiedete Landesgleichstellungsgesetz. Das besagt, dass Frau und Mann im öffentlichen Dienst des Landes Bremen gleichzustellen sind und die Unterrepräsentation von Frauen zu beseitigen ist. (Von einer Geschlechterquotierung wollen wir mal gar nicht sprechen …) Und da gibt es jetzt diese Chance, einen wirklich großen Schritt in puncto Gleichstellung zu machen. Nicht nur davon zu reden, dass mehr Frauen in die oberen Etagen vorstoßen sollen. Sondern eine verantwortungsreiche und bestens dotierte Stelle mit einer Frau zu besetzen. Es gab mehrere äußerst qualifizierte Frauen, die sich um den Job beworben haben. Und es gibt eine davon, die jetzt den Mut hat, dafür zu kämpfen, dass nicht wieder Parteibuch und Männernetzwerk über die Vergabe entscheiden. Sie hat gezeigt, dass sie es drauf hat, sie hat bereits zwei Mal kommissarisch ihre Kompetenz bewiesen und ihren Job als Parlamentsdirektorin richtig gut gemacht.

Lieber Christian, vergessen wir einmal die Berichte, dass bereits zwei Männer den Direktoren-Posten wieder abgeben mussten (und jetzt hohe Ruhegelder aus Steuermitteln erhalten), weil die Vertrauensbasis zum Landtagspräsidenten nicht mehr vorhanden war. Vergessen wir, dass die Bewerbungsprozedur für die Neubesetzung wohl nicht dem Standard entsprach und warten nicht auf ein Urteil, das (mit hoher Wahrscheinlichkeit) zur wiederholten Ausschreibung und neuem Bewerbungsmarathon führen würde. Spring´ einfach über Deinen Schatten und hol Dir eine Frau an die Seite, die vertrauenswürdig, kompetent und stur genug ist, es mit Dir auszuhalten. Zum Wohle Bremens und als Beitrag für eine echte Gleichstellung der Geschlechter. Und damit auch dieGlucke sagen kann, dass es in unserem Stadtstaat modern und nicht feudal zugeht. Schließlich ist Bremen ja kein Hühnerhof!

3 Kommentare

  1. Edith Laudowicz sagt

    Das ist ein treffender Artikel, in der erweiterten Vorstandssitzung des Bremer Frauenausschuss habe ich mich dazu schon in gleich
    Weise geäußert und es gab daraufhin den Beschluss, die Entscheidung zu kritisieren. Herr Weber hat offenbar mehr als ein Problem mit Frauen: Bei der Eröffnung der Ausstellung zum Wahlrecht für Frauen erschien er einfach nicht, obwohl der Eröffnungstermin mit ihm abgestimmt war (zur selben Zeit saß er in einem Café!), bei der Ausstellung zur 100. Jahre Frauentag in Bremen wurde die Ausstellung zunächst unter die Treppe zwischen die Klotüren verbannt und erst auf Intervention von Ulrike Hauffeam Eröffnungstag umgeräumt!

    • dieGlucke sagt

      Danke für die Hintergrundinformationen! Das passt ins Bild: Politik mit viel heißer Luft!

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