kulturAktuell: Die Callas im Tanztheater

© Jörg Landsberg / Bremer Theater

© Jörg Landsberg / Bremer Theater

Eine Choreographie kehrt in die Stadt zurück. Uraufgeführt vor knapp 30 Jahren im Bremer Concordia, gewürdigt als „freiestes, phantasievollstes und gelungenstes“ Stück der Choreographin und als „Höhepunkt der deutschen Tanzspielzeit“ von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, gezeigt auf vielen internationalen Festspielen und Theatertreffen, anerkannt als eines der bedeutenden Kapitel deutschen Tanztheaters  – Callas. Erschaffen wurde das Werk von der damaligen künstlerischen Leiterin des Bremer Tanztheaters Reinhild Hoffmann, die heute als freie Choreographin und Opernregisseurin ein fester Bestandteil der deutschen, zeitgenössischen Tanz- und Theaterszene ist. Jetzt lässt Reinhild Hoffman also ihr Stück auf der Bühne des Goethetheaters wieder aufleben. Gemeinsam mit ihrem damaligen Produktionsteam um Johannes Schütz (Bühne), Joachim Herzog (Kostüme) und Manfred Voss (Licht) und dem Ensemble des Tanztheaters hat sie das Stück rekonstruiert.

Damals wie heute wollte die Choreographin keine reine Biographie der weltberühmten Opernsängerin auf die Bühne bringen. „Ich hatte einfach Lust, ausschließlich die Höhepunkte aus verschiedenen Opern als Musikvorlage für ein Tanztheaterstück zu nehmen, eine Arie nach der anderen in der Interpretation von Maria Callas,“ begründete Reinhild Hofmann ihre Idee. Das Stück spiegelt die Theaterwelt selbst, aber auch den Kult um den Star und die Innenansicht einer Künstlerin wider. Tänzerinnen und Tänzer lassen die Scheinwelt im Leben der Callas entstehen, die für die Jagd nach Ruhm und Anerkennung alles aufs Spiel setzte und sogar den eigenen Absturz in Kauf nahm. Acht Szenen nehmen das Publikum mit in die Welt der Oper, aber auch in das Revue-, Bar- und Zirkusmilieu, geben Einblick in Alltägliches, zeigen Bilder voller Widersprüche und erzählen immer eine Geschichte durch Bewegung, überraschend theatralisch inszeniert. Dazu die genialen Interpretationen der Musik von Verdi, Gluck oder Bizet – ein Genuss für Tanz- aber auch für Opernfans und als letzte Premiere ein würdiger Abschluss der sich zu Ende neigenden Spielzeit.

Premiere: 16. Juni 2012 um 19:30 Uhr im Theater am Goetheplatz, Infos über weitere Aufführungen bei dieGlucke_Veranstaltungen.

„Callas“ wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes.

Besetzung: Jenny Ecke, Héloïse Fournier, Kiri Haardt, Mimi Jeong, Sunju Kim, Angela Kecinski, Amaya Lubeigt, Magali Sander Fett, Frauke Scharf; Vladislav Bondarenko, Tomas Bünger, Heiko Büter, Tim Gerhards, Günther Grollitsch.