Von Sissi bis Sans-Souci: Romy Schneider

Zum 30. Mal jährt sich heute der Todestag der Filmlegende Romy Schneider ( 5. April 1938 – 29.Mai 1982). Die faszinierende und schillerndste Figur im deutschen Nachkriegskino berührt noch immer viele Menschen mit ihrer herausragenden schauspielerischen Leistung, ihrer Schönheit und der verzweifelten Suche nach dem privaten Glück. Persönliche Schicksalsschläge, wie der frühe Tod ihres Sohnes, konnte die Ausnahmekünstlerin nicht verkraften, sie starb 1982 im Alter von 44 Jahren in Paris.

Vom süßen Mädel zum französischen Kino-Star

Ihre beispiellose Karriere begann Romy Schneider als „das süße Mädel“ in Heimatfilmen wie Wenn der weiße Flieder wieder blüht meist an der Seite ihrer Mutter, der Schauspielerin Magda Schneider. 1956 schlüpfte sie in die bald von ihr gehasste Rolle als Sissi und begründete damit ihren Ruhm in Deutschland. Doch zeitlebens suchte die Schauspielerin Wege, sich von diesem Image zu lösen und zur ernstzunehmenden Künstlerin weiterzuentwickeln und als solche anerkannt zu sein. Mit ihrem Wegzug nach Frankreich 1958 und der Wahl anspruchsvoller Rollen in französischen, englischen und amerikanischen Produktionen wendete sich das deutsche Publikum von ihr ab, doch international wurde sie gefeiert. Filme mit namhaften Regisseuren wie Luchino Viscontis Boccaccio 70 oder Orson Welles Der Prozeß verhalfen ihr zum Sprung nach Hollywood. Ihre künstlerisch erfolgreichste Zeit erlebte sie Ende der 1960er mit Der Swimmingpool mit ihrem ehemaligen Verlobten Alain Delon und in den 1970ern mit Filmen wie Ludwig II (wieder mit Regisseur Visconti) oder Eine einfache Geschichte, für den sie den César erhielt. Auch in Deutschland wurde ihr Können jetzt vermehrt anerkannt, doch verehrten die Menschen sie nicht mehr mit derselben Begeisterung wie für die Sissi-Trilogie. Und endlich: Für ihre Darstellung im Film Gruppenbild mit Dame erhielt sie das Filmband in Gold. Ihr letzter Film Die Spaziergängerin von Sans-Souci erschien nur wenige Wochen vor ihrem Tod im April 1982.

Der Anlass ihres 30.Todestags gibt Gelegenheit zum Wiedersehen mit der einzigartigen Romy Schneider. Zurzeit läuft auf 3sat eine Filmreihe mit Spielfilmen, Porträts und dem 2009 entstandenen Fernsehfilm „Romy“ mit Jessica Schwarz. Und wer noch mehr Eindrücke von dem umfangreichen Werk der viel zu früh Verstorbenen erhalten möchte, bekommt sie in der Bundeskunsthalle in Bonn, wo eine umfassende Hommage an Romy Schneider  Originalkostüme, unbekannte Fotografien, Plakate, Dokumente, Filmausschnitte und persönliche Gegenständen aus dem Nachlass der Schauspielerin ausgestellt sind. Die Ausstellung ist noch bis zum 24. Juni 2012 geöffnet.