kulturAktuell: Lange Nacht der Museen

© Ingo Wagner / museeninbremen.de

Da locken sie wieder zu später Stunde mit vielen Attraktionen und selten freizügigem Blick hinter die Kulissen: 21 Bremer Museen und Häuser öffnen ihre Türen am 26. Mai 2012 ab 18 Uhr bis weit nach Mitternacht. Passend zum 400jährigen Jubiläum der Rathaus-Fassade haben sich die Organisatoren auf die Gesichter, die Schauseiten von Gebäuden fokussiert. Mit dem einmalig zu entrichtenden Eintrittspreis (es gibt auch eine Familienkarte) können alle Bahnen und Busse der Tarifzone 100 genutzt werden und auch die historische Ringbahn sowie das Schiff-Shuttle zwischen Weser-Stadion, Martinianleger und Holzhafen. dieGlucke hat einige High-Lights aus dem umfangreichen Angebot herausgepickt, auf der Website der Bremer Museen gibt es eine pfiffige Sonderfunktion, mit der einfach eine Auswahl zum Ausdrucken erstellt werden kann.

Neues Museum Weserburg: Ein Tanz durch den Circus (Wols)Zwischen 18 und 24 Uhr tanzen die Herren Richter und Scharlowski durch die Ausstellung. Clowneskes Improvisationsperformance. Die umfassende Ausstellung der Werke des Alfred Otto Wolfgang Schulze, genannt WOLS mit über vierzig Werke des Künstlers aus allen Schaffensphasen. Diesen Werkblock stellt der Künstler Olaf Metzel in einem Dialog mit anderen künstlerischen Positionen bedeutender Künstler vor. Darunter u.a. Louise Bourgeois, Alexander Calder und Cy Twombly, aber auch Zeitgenossen wie Andreas Gursky oder Tatiana Trouvé.

Schulmuseum: Mit Taschenlampen in den Erdbunker von 1941 

Um 18, 19, 20, 21 und 22.30 Uhr öffnen sich die Türen zum Luftschutz-Bunker, der 1996  bei Erdarbeiten zufällig unter dem Schulhof entdeckt worden war. Zwei der insgesamt fünf Bunkerröhren wurden mit Hilfe von Zeitzeugenangaben rekonstruiert, die anderen drei Röhren wurden im Zustand ihrer Entdeckung belassen. Zu den Themen „Zwangsarbeiter und Bunker“, „Schule und Bunker“ sowie „Alarm und Entwarnung“ werden in diesen drei Röhren Zeitdokumente und Fotos gezeigt. Die Ausstellung kann mit Taschenlampen erkundet werden. Während des gesamten Abends lebt „Bei Mudder Cordes“ ein Landheimcafé wie in den 1920er Jahren auf, mit Schmalzbrot und Malzkaffee. Um 22 Uhr gibt es Lieder der 1920er Jahre auf dem Akkordeon mit Florian Oberlechner.

Hafenmuseum Speicher XI: Ausstellungseröffnung und Weisheit aus Flaschen 

Der Speicher XI wird 100! Hier wird mit Fotografien und Texten an der Fassade und dahinter gefeiert. Um 19 Uhr führen Ellen Mäder-Gutz und Barbara Rostengarth durch ihre Ausstellung „Ferne Nähe“ mit Malerei und Bildhauerei und einem künstlerischen Blick in die Ferne. Musik und Komik gibt es um 20 und 21 Uhr mit Nagelritz und umd 20.30 und 21.30 Uhr erfährt man so einiges über Seenotträume im Magazin. Zu später Stunde lässt eine Lichtinstallation den Speicher erstrahlen.

Gerhard-Marcks-Haus: Erkundung der dritten Dimension mit Laterne und Taschenlampe

In Zusammenarbeit mit den Bremer stattReisen geht es um 21.30 und 23.30 Uhr auf die Suche nach der dritten Dimension, der Ausflug endet am Skulpturengarten bei der Bremischen Bürgerschaft. Vorher noch einen Blick in den Pavillon werfen, dort hat Petra Fiebig einen besonderen Kunstraum erschaffen, ein Wohnzimmer, das gemalt ausgestattet wurde. Scheinbare Realität. Stündlich finden außerdem Führungen ins Depot statt, Karten gibt es kostenlos an der Kasse.

Übersee-Museum: Mitternachtsführung zum „Totenkult in Mexico“

Ein passender Abschluss mit Museumsdirektorin Wiebke Ahrndt, die ins Schaumagazin führt und dort die bunten Skelette des mexikanischen Totenkults zeigt und erläutert. 24 Uhr.